Tage im Dämmer, Nächte im Rausch - Schroeter, Werner

Werner Schroeter 

Tage im Dämmer, Nächte im Rausch

Autobiographie. Vorwort: Elfriede Jelinek

Mitarb. : Claudia Lenssen
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Tage im Dämmer, Nächte im Rausch

"Sein Leben selbst war ein Kunstwerk." Isabelle Huppert
Werner Schroeter war weit mehr als einer der wichtigsten Regisseure Deutschlands. Als Enfant terrible und genialischem Autodidakt gelang ihm die Verschmelzung von Pathos und Punk in seinem Werk ebenso wie in seinem Leben. Seine Autobiographie schildert Begegnungen mit Maria Callas, Rosa von Praunheim, Isabelle Huppert, Rainer Werner Fassbinder und vielen anderen.
Mit zahlreichen Fotos sowie erstmals einer Filmo- und Szenographie.
"Ein Gott langweilt sich nie, denn auch sein Nichtstun ist Arbeit. Diese Schöpferkraft spürt man bei Werner Schroeter sofort." Elfriede Jelinek


Produktinformation

  • Verlag: Aufbau-Verlag
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 408 S., 22 Abb. auf Taf. 22 mm
  • Seitenzahl: 408
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 137mm x 33mm
  • Gewicht: 565g
  • ISBN-13: 9783351027322
  • ISBN-10: 335102732X
  • Best.Nr.: 32625397

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Rüdiger Suchsland hat sich noch einmal in den Bann schlagen lassen von Werner Schroeter, dem genialischen wie kapriziösen Regisseur, den er nach nur wenigen Sätzen dieser postum erschienenen Autobiografie wieder sehr lebendig vor sich sah. In den letzten Monaten vor seinem Tod hat Schroeter sein Leben der Filmhistorikerin Claudia Lenssen erzählt, und zwar, wie diese berichtet, sehr spontan, aber sehr präzise. "Extrem kurzweilig, immer geistreich" nennt Suchsland diese Künstlervita, in der natürlich all die Götter und Göttinnen ihren Auftritt haben, die über der Schroeter'schen Filmwelt thronten: Marianne Hoppe, Rainer Werner Fassbinder, Michel Foucault, Isabelle Huppert, Ingrid Caven, Christine Kaufmann und und und. Im Mittelpunkt selbst steht natürlich der Held, den Suchsland voller Sympathie als "liebenswürdig, narzisstisch, witzig, offen bis zur Selbstentblößung, dabei erfüllt von Noblesse, voller Anekdoten" beschreibt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.04.2011

Selbstgespräche eines begnadeten Menschenfängers
Elan Vital: Die Autobiographie von Werner Schroeter

Viel geschlafen hat Werner Schroeter, schon bevor er schwer krank wurde, nie. Nächtelang konnte er erzählen, etwa im "Diener", jener Berliner Uralt-Kneipe, die auch zu Fassbinders Stammlokalen gehört hatte, ganz in der Nähe der ersten Wohnung, die Schroeter Ende der sechziger Jahre gemeinsam mit seinem damaligen Freund Rosa von Praunheim bezog. Von seiner Freundin, der Schauspielerin Marianne Hoppe zum Beispiel, die er mit nur zwölf Jahren nach einer Theaterpremiere aufsuchte, um ein Autogramm zu ergattern - "ich glaube sogar, ich kniff sie in den Arm, um zu sehen, ob sie echt ist" -, und die sich noch in hohem Alter von ihm durchs Berliner Nachtleben führen ließ, Augen- und Ohrenzeugin einer Epoche, die er selbst nicht mehr erlebt, einer Welt, die er kaum gekannt hatte. Oder von Rainer Werner Fassbinder, den er verehrte, und Alexander Kluge, der ihn - "ich weiß eigentlich auch nicht, warum" - nicht um einen Beitrag zu seinem Kompilationsfilm "Deutschland im Herbst" gebeten hatte.

Er war ein faszinierender Gesprächspartner, …

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Werner Schroeter (1945-2010), war einer der ungewöhnlichsten und radikalsten deutschen Film-, Opern- und Theaterregisseure. Filme u. a.: "Der Tod der Maria Malibran" (1971), "Palermo oder Wolfsburg" (1980, Goldener Bär), "Malina" (1990), "Diese Nacht - Nuit de chien" (2008).

Claudia Lenssen, geboren in Neustadt/Schwarzwald; Studium der Theater- und Filmwissenschaft, Literatur und Publizistik in Köln und Berlin. Autorin, Kultur- und Filmjournalistin, Kuratorin; www.claudia-lenssen.de

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