Filmgeschichte und frühes Kino - Elsaesser, Thomas

Thomas Elsaesser 

Filmgeschichte und frühes Kino

Archäologie eines Medienwandels

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Filmgeschichte und frühes Kino

Der Band setzt sich mit den revisionistischen Konzepten der New Film History auseinander und diskutiert die Legitimationszwänge, denen sich die deutsche Filmgeschichtsschreibung ausgesetzt sieht. Die Kapitel beschäftigen sich u. a. mit den Technikentwürfen Edisons und der Brüder Lumière, zeichnen den ökonomischen Wandel des Films von einer Varieté- und Jahrmarktsattraktion zu einer kapitalistisch organisierten Industrie nach und widmen sich eingehend der Entstehung narrativer Kontinuität und filmischer Subjektivität. Abschließend wird die Brücke geschlagen zum Medienwandel unserer Tage.


Produktinformation

  • Abmessung: 232mm x 152mm x 34mm
  • Gewicht: 515g
  • ISBN-13: 9783883776965
  • ISBN-10: 3883776963
  • Best.Nr.: 10208620
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.11.2002

Henny Porten und der Weltkrieg
Besuch im Atelier: Zwei Studien über den Film der Kaiserzeit

Im Herbst 1990 spielte sich im norditalienischen Pordenone bei dem dortigen Stummfilmfestival Großes ab. Nach siebzig Jahren des Vergessens feierte hier der frühe deutsche Film der Jahre bis 1917 bei einer Retrospektive seine späte Wiederentdeckung. Das Staunen war immens. Denn zuvor hatten offenbar nur wenige am Urteil Siegfried Kracauers gezweifelt, der 1947 sein Buch "Von Caligari zu Hitler" mit den Worten eingeleitet hatte: "Von der Existenz des deutschen Films kann eigentlich erst nach dem Ersten Weltkrieg die Rede sein. Seine Geschichte bis zu diesem Zeitpunkt war Vorgeschichte, eine Frühzeit, der an sich keine Bedeutung beizumessen ist."

Kracauer irrte sich gewaltig, wie das seit 1990 sprunghaft ansteigende Interesse am frühen deutschen Kino zeigt. Bereits 1996 konnten daher der in Amsterdam lehrende Filmwissenschaftler Thomas Elsaesser und sein Schüler Michael Wedel einen Sammelband mit zuvor verstreut publizierten Aufsätzen herausgeben, die einen Panoramablick auf die aktuelle Forschung öffneten. Nun ist endlich der damals auf englisch …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Der Rezensent Philipp Stiansy empfiehlt dieses Buch wärmstens - sogar eine veränderte Perspektive auf "Fragen der Sozial-, Mentalitäts- und Geschlechtergeschichte" hält er beim Leser dieses Buches nicht für ausgeschlossen. Kritisch und geschickt stelle es die Erforschung des "frühen deutschen Films in einen internationalen Rahmen", wobei die Untersuchung der Vorführbedingungen und Vermarktungsformen besonders lesenswert sei. Der Leser erfahre Details über die Standardisierung des Films durch die Filmindustrie und den aussichtslosen Kampf der Kinobetreiber für Autonomie. Der Autor, so lobt der Rezensent, führt den Leser klar und verständlich durch den Dschungel zwischen Filmgeschichte und Kinogeschichte. Am Ende des Buches spanne der Autor einleuchtend den "Bogen vom 'Kino der Attraktionen' zum Spektakel der Multiplexen".

© Perlentaucher Medien GmbH
Thomas Elsaesser ist derzeit Professor für Filmwissenschaft am Institut für Kunst und Kultur der Universität Amsterdam; zuvor lehrte er in Großbritannien und den USA. Zahlreiche Bücher als Autor und Herausgeber, u.a.: Der Neue Deutsche Film, Das Weimarer Kino - aufgeklärt und doppelbödig.

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