Dogma 95 - Zwischen Kontrolle und Chaos - Hallberg, Jana; Wewerka, Alexander (Hrsg.)

Jana Hallberg Alexander Wewerka (Hrsg.) 

Dogma 95 - Zwischen Kontrolle und Chaos

Hrsg. v. Jana Hallberg u. Alexander Wewerka
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Produktbeschreibung zu Dogma 95 - Zwischen Kontrolle und Chaos

Erstmals werden Absichten und Hintergründe des Phänomens DOGMA 95 untersucht.
Als deutsche Erstausgabe erscheint das vollständige Drehbuch von 'Das Fest', Auszüge aus Lars von Triers Tagebuch, das er während der Dreharbeiten zu 'Idioten' führte; der Film 'Idioten' in Comic-Kurzform; außerdem Interviews, Essays von und mit u.a. den Regisseuren Thomas Vinterberg, Lars von Trier, Andreas Dresen und Harmony Korine, u.v.a. sowie eine Auswahl von Manifesten der Filmgeschichte.

"Im Film wütet eine Sturmflut der Technik, durch die das Äußere zur Gottheit erhoben wird. Mit Hilfe der neuen Techniken können alle jederzeit das letzte Fünkchen Wahrheit hinfortspülen - in der tödlichen Umarmung der Sensation. Die Illusionen sind das, wohinter der Film sich verstecken kann. DOGMA 95 stellt dem Film der Illusionen ein unangreifbares Regelwerk entgegen, das 'Keuschheitsgelübde'" (Lars von Trier, Thomas Vinterberg)

Produktinformation


  • Verlag: Alexander Verlag
  • 2001
  • Ausstattung/Bilder: 2001. 453 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 453
  • Deutsch
  • Abmessung: 215mm x 156mm x 29mm
  • Gewicht: 735g
  • ISBN-13: 9783895810473
  • ISBN-10: 3895810479
  • Best.Nr.: 08252782

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Beinahe widerwillig preist Ralph Hammerthaler das von Jana Hallberg und Alexander Wewerka herausgegebene Buch mit den gesammelten "Keuschheitsgelübden" der Filmgeschichte, die unter dem Titel der letzten Erneuerungsbewegung zusammengefasst wurden. Ein Hauptbestandteil ist das nach Ansicht des Rezensenten weder gelesene noch redigierte Tagebuch, das Lars von Trier während der Dreharbeiten zu "Idioten" verfasst hat, "eine Art Trier-Therapie". War Dogma ein Reinheits-Manifest, das 1995 pünktlich zum 100. Geburtstag des Films verkündet wurde, so enthält die Sammlung auch Manifeste früherer Regisseure wie zum Beispiel von Francois Truffauts so Hammerthaler. Das Buch bestehe - neben dem Tagebuch zu "Idioten" - aus dem Drehbuch von Thomas Vinterbergs "Das Fest", aus "unterschwellig vernetzten" Selbstdarstellungen, Interviews und Analysen. Nach Meinung des Rezensenten ist es bei einem gelungenen Film wie "Das Fest" allerdings gleichgültig, ob es ein passendes Manifest dazu gibt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.03.2001

Alles außer Kontrolle
Dogma 95ff. – ein erstes Buch um die Gruppe dänischer Filme- und Sprüchemacher
Karen weiß nicht, wann die Ohrfeige kommt, und das macht sie nervös. Auch weil sie bereits zu spüren bekommen hat, wie gut Clemme zuschlagen kann. Diesmal lässt Clemme sich Zeit, und als er dann ausholt mit seiner Hand, zuckt Karen zurück; Clemme trifft versehentlich ihre Augenbraue, die aufreißt und zu bluten anfängt – „eine Szene, auf die ich mich natürlich sofort gierig stürze . . ., das ist ja die einzige Möglichkeit, wie wir in Dogma-Filmen Blut ins Bild kriegen, echtes Dogma-Blut, echtes Blut, und das rinnt ihr über das Auge. ”
So und immer so weiter redet der Dogma-Regisseur Lars von Trier in sein Diktiergerät hinein, nachts, nach dem Drehen, und weil er das alles gelten lassen will, wie es kommt, hat er sein Tagebuch weder gelesen noch redigiert, sondern sofort publiziert. Vielleicht soll es wirklich nicht mehr sein als eine Art Trier-Therapie im „hochgepeitschten Gemütszustand”. Vielleicht ist es aber auch der sprachliche Reflex auf eine filmische Technik, auf das Gewackel und Geschlenker der Handkamera, auf schamlose …

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Stefan Wewerka, geb.1928, studierte 1946 Architektur in Berlin.
Ab 1961 erste Stuhlskulpturen, Bleistiftzeichnungen, Aquarelle,
Ölbilder und Radierungen. 1962 - 1965 Leitung des Entwurfbüros bei Hans Scharoun.
Mitte der 60er Jahre lehrte er an
der Washington University (St.Louis) und später an der Kölner Werkschule. Ab 1978 Zusammenarbeit mit der Möbelfrma TECTA.
Für die documenta 8 in Kassel entwarf er einen Pavillon, der heute als Ausstellungspavillon der Kunstakademie Münster genutztwird. Er lebt in Köln und Berlin

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