"Sissi" oder "Die Sünderin" im
Geschichtsunterricht? Diese Frage verursacht vielleicht zunächst
ein verständnisloses Stirnrunzeln. Wie die Analyse von Filmen und
anderen Vermittlungsformen von Geschichte in der Öffentlichkeit das
historische Lernen tatsächlich bereichern kann, macht der
vorliegende Band deutlich. Neben dem Thema Film sensibilisiert ein
zweiter Schwerpunktbereich dafür, wie über administrative Vorgaben
zum Geschichtsunterricht in Bayern Politik betrieben wird. Dabei
sind genauso aktuelle wie auch ältere Lehrplanvorgaben
berücksichtigt, um die Wurzeln für derartige Beeinflussungen des
historischen Lernens freizulegen. Eine Lücke schließt diese
Publikation hinsichtlich der Denkmalpflege und
Gedenkstättenpädagogik, denn sie gibt nicht nur wertvolle
Anregungen für das Lernen an außerschulischen Lernorten, sondern
weist dezidiert auf vermeidbare Fehler hin. Bei der Lektüre wird am
Ende klar, warum die Didaktik der Geschichte sich nicht nur auf den
Geschichtsunterricht konzentrieren darf, sondern alle möglichen
Formen der Geschichtsvermittlung berücksichtigen muss. Von daher
stellt das Buch nicht nur eine Bereicherung für Lehrkräfte, sondern
auch für Studierende und an der Geschichtsvermittlung im
öffentlichen Bereich Interessierte dar.
Dr. Monika Fenn (geb. 1965) ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München, Abteilung Didaktik der Geschichte.