Synkategorematische Sprachzeichen bilden ein zentrales Thema der
Logik, Sprachphilosophie, Linguistik und Grammatik von der Antike
bis zur Gegenwart. Im Mittelalter verstand man unter
"syncategoremata "Ausdrücke, denen eine besondere
Bedeutung für die logische Analyse von Aussagen und Schlüssen
zukommt.
Zu den Synkategoremata zählte eine relativ eng begrenzte Gruppe von
Wörtern wie etwa die distributiven Zeichen ("jeder",
"kein"), die Exklusiva ("allein",
"nur"), Konjunktionen wie "und",
"oder" und "wenn", die Kopula "ist",
aber auch einzelne Verben wie "anfangen" und
"aufhören".
Synkategoremata haben anders als Kategoremata wie
"Mensch", "Lebewesen "und "läuft"
keine selbständige Bezeichnungsfunktion, sondern erhalten eine
solche Funktion erst im Satzzusammenhang. In den im 13. Jhdt.
verbreiteten und einflussreichen Traktaten dieses Genres werden
Synkategoremata oft unter Rückgriff auf Sophismata, d.h.
mehrdeutige, analysebedürftige Aussagen, behandelt. Im Mittelpunkt
stehen neben Fragen zu ihrem Skopus (insbesondere bei
quantifizierenden und in irgendeiner Form negierenden Zeichen) auch
die der Abhängigkeit ihrer syntaktischen Funktion von ihrer
Bezeichnungsfunktion.
Die Traktate bieten Regeln zur Verwendung der einzelnen
Synkategoremata und weisen dabei vielfältige Bezüge zur
aristotelischen Logik, speziell der Fehlschlusslehre, sowie zu den
genuin mittelalterlichen Lehren der Folgerungen und der Supposition
der Termini auf.
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