Der Inhalt dieses Buches ist Aufsehen erregend: Es entfaltet eine
neue, unerwartete und kaum für möglich gehaltene Welt keramischer
Skulpturen von Kindern. Das Buch distanziert sich bewusst von
Bastelarbeiten. Es zeigt das Gegenteil: freie Skulpturen von
Kindern ¿ eigenständig, doch mit der Unterstützung von
Dozenten(innen) gebaut und persönlichkeitsbezogen in ihrer
Gestaltung und Ausformulierung. Die Dozenten(innen) sind jeweils
Künstler(innen), die selbst mit dem Material Ton arbeiten. Sie
verstehen es, ihre eigene bildhauerische Erfahrung und Begeisterung
für das Material auf die Arbeit mit den Kindern zu übertragen.
Viele der Skulpturen entstehen in zweitägigen, intensiven Workshops
und in kleinen, engagierten Gruppen meist tonbegeisterter Kinder.
Neben dem gemeinschaftlichen Thema und technischen Vorgaben bleibt
viel Raum für die individuelle Gestaltung der Skulpturen. Dabei
wird in großem Maßstab gearbeitet, um das Material als solches
kennen zu lernen. ¿So ist es beispielsweise eine elementare
Erfahrung, wenn einmal ein Turm zusammensackt, weil das
Eigengewicht des noch feuchten Tones zu schwer wird¿. Entstanden
sind die Arbeiten in der Tonwerkstatt der Kunstschule ¿Labyrinth¿
in Ludwigsburg. Das Buch bezieht sich auf die gleichnamige
Ausstellung, die im Sommer 2010 in der Karlskaserne in Ludwigsburg
stattgefunden hat. Wie in der Ausstellung, so zeigt das Buch im
Katalogteil beeindruckende keramische Skulpturen von Kindern, die
in den vergangenen 10 Jahren in der Tonwerkstatt entstanden sind.
In einem praktischen Teil stellt der Autor die Methode vor, die
diese, in ihrer äußeren Größe und inneren Intensität
außergewöhnlichen Arbeiten ermöglicht.
Thomas Weber wurde 1958 in Ettlingen/Baden geboren. Er macht eine Ausbildung zum Kaufmann, dann ewirbt er sich an der Kunstakademie Stuttgart und studiert bei den Professoren Dieter Groß und Rudolf Schoofs. Schon die Arbeiten dieser Zeit verweisen auf den spröden Ansatz, den Wunsch nach einer Kunst jenseits geschönter Kunstfertigkeit, bzw. nach einer Ästhetik, die vielleicht gerade im Ungeschönten, Unmittelbaren liegt. Man könnte das gesamte künstlerische Werk von Thomas Weber unter eine Überschrift stellen: die Suche nach der Einfachheit.