Emile Durkheim untersuchte 1893 die Theorie der Arbeitsteilung
daraufhin, ob sie tatsächlich zu gesellschaftlicher Integration und
der Solidarität der verschiedenen Gruppen führen würde.
Klassenkämpfe und ökonomische Krisen nährten seinen Verdacht, daß
der vertragliche Interessenausgleich dazu nicht hinreiche, solange
sich die Arbeitsteilung nicht bereits innerhalb einer integrierten
Gesellschaft vollziehe. Genau dies setzt aber für Durkheim die
Existenz einer gemeinsamen Moral voraus, die als Grundsatz und
Leitlinie einer gerechten Gesellschaftsordnung dienen muß und die
nicht rein vertraglich herzustellen ist. Durkheim hatte damit ein
klassisches Argument formuliert, das die Bedeutung und
Eigenständigkeit gesellschaftlicher Integration gegenüber den
divergierenden Einzelinteressen betonte und die stets
gesellschaftlich vermittelte und vermittelbare Moral zum zentralen
Thema soziologischer Theoriebildung erhob.
Emile Durkheim (1858-1917), französischer Soziologe. Begründer der empirischen soziologischen Wissenschaft.
Inhaltsangabe
Mit einer Einleitung von Niklas Luhmann: Arbeitsteilung und Moral. Durkheims Theorie. Mit einem Nachwort von Hans-Peter Müller und Michael Schmid: Arbeitsteilung, Solidarität und Moral. Eine werkgeschichtliche und systematische Einführung in die "Arbeitsteilung" von Emile Durkheim
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