Die politischen Parteien in Deutschland befinden sich heute in
einem umfassenden Wettbewerb vollkommen neuer Prägung und das nicht
nur untereinander: Sie konkurrieren in der Informationsgesellschaft
neben Waschpulver und der Formel 1, Seifenopern und dem
Schlager-Grand-Prix um die wichtigste Ressource, die das
massenmedial geprägte Publikum zu vergeben hat: um Aufmerksamkeit.
Gleichzeitig giert dieses Publikum nach Unterhaltung. Konsum und
Freizeitaktivitäten sind zu den zentralen Sinn- und
Identitätsstiftern avanciert. Doch wie reagieren die Parteien auf
die neuen Rahmenbedingungen? Fest steht, dass unter den
beschriebenen Bedingungen die Vermittlungskompetenz ins Zentrum
rückt: Wer kommuniziert, gewinnt. Damit einher geht eine
Professionalisierung von Politik. Demoskopen, externe
Marketing-Spezialisten und Medienfachleute werden vepflichtet.
Bekommen Parteien aber von diesen Verkaufsspezialisten auch ein
Image verpasst, um sich besser am Markt zu behaupten? Oder anders
gefragt: Sind Parteien heutzutage Marken? Die vorliegende Arbeit
geht dieser Frage am Beispiel der SPD im Bundestagswahlkampf 2002
und der Diskussion um die Agenda 2010 nach.
Alice Lanzke arbeitet als Journalistin in den Bereichen Politik, Gesellschaft und Kultur in Berlin. Zuvor studierte sie Politologie an der Freien Universität Berlin mit dem Schwerpunkt Politische Kommunikation und machte einen Master am Journalistischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
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