Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Pädagogik -
Schulpädagogik, einseitig bedruckt, Note: 1,0, Leuphana Universität
Lüneburg (Institut für Pädagogik), Veranstaltung: Verstehende
Methoden in der historischen Erziehungswissenschaft, Sprache:
Deutsch, Abstract: Seit den 1970er Jahren lässt sich in Deutschland
ein Trend zum qualitativen Denken in der Sozialforschung
beobachten. Es postuliert ein Denken, das die Dinge und Menschen,
denen es sich annähern möchte, zunächst verstehen vermag. Viele
Jahre dominierte vor allem unter Wissenschaftstheoretikern die
Idee, mit einer einzigen Methode der Forschung alle Probleme des
Wissens erfassen zu können. Am Beispiel der Naturwissenschaften
schien man lernen zu können, welchen Standard Theorien und Methoden
haben müssen, damit sie die Wirklichkeit repräsentieren.
Insbesondere wurde mit präzisen Messungen gearbeitet, die anhand
von Zahlen die Überprüfbarkeit der Arbeit sicherstellen sollten.
Dadurch erhofften sich Forscher ein Schema der Erklärung zu finden,
mit dessen Hilfe sich alle wissenschaftliche Fragestellungen in
allen Disziplinen klären ließen. Doch unterscheidet sich die
Vielzahl der Wissenschaften nicht nur durch ihre Annahmen über die
Wirklichkeit, sondern verlangt beispielsweise das Thema Natur einen
anderen Zugang zur Forschung als das Thema Sinn . Der Ausspruch
Wilhelm Diltheys Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen
wir verdeutlicht die Notwendigkeit der Differenzierung. Es stellte
sich heraus, dass quantitative Methoden dem Anspruch der
Sozialwissenschaften nicht gerecht werden konnten. Deshalb
betrachtet die qualitative Forschung die Beforschten nicht
lediglich als Objekte, sondern schreibt ihnen Reflexionsfähigkeit
zu. Die Hermeneutik Wilhelm Diltheys, die gemäß Philipp Mayring als
eine der Wurzeln qualitativen Denkens gilt, verbindet alles vom
Menschen Hervorgebrachte mit subjektiven Bedeutungen, die es
aufzudecken gilt, da die alleinige Analyse äußerlicher
Charakteristika keine
Fortschritte bringen kann. Somit kann das Verstehen von
Wirklichkeit nur durch die Offenlegung des Sinns erreicht werden.
Beeinflusst durch die Hermeneutik Diltheys und der verstehenden
Soziologie Max Webers kristallisierte sich die
sozialwissenschaftliche Hermeneutik heraus, die einen methodischen
Zugang der verstehenden Verfahren darstellt. Ein weiterer Zugang
stellt die Historiographie dar. Die Geschichtswissenschaft
beschäftigt sich überwiegend mit Gesetzen, Autobiographien,
theoretischen Reflexionen und Briefen zur historischen Erforschung
von Erziehung und Bildung. Aber auch Bilder in Form von Gemälden,
Fotos oder graphischen Darstellungen finden als Quellen der
Vergangenheit an Beachtung.
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