Der Mensch ist dasjenige Lebewesen, das erzogen werden muss. Daher
ist die anthropologische Frage zu allen Zeiten bestimmend für die
Pädagogik. Sie braucht Bilder vom Erzieher und Zögling, vom
Erwachsenen und Kind, vom richtig und falsch Erzogenen. Und sie
muss wissen, was für Menschen notwendig und was für sie möglich
ist. So gehen in die erzieherischen Grundlagen, die pädagogischen
Mittel und die Bildungsziele anthropologische Annahmen immer mit
ein. Diese Einführung diskutiert das Verhältnis von Pädagogik und
Anthropologie anhand von fundamentalen anthropologischen
Kategorien. Zur Sprache kommen die Vervollkommnungsfähigkeiten und
die Grenzen des Humanen, das Lernen der Zeit und die Bildung des
Gedächtnisses, der Körper und seine Gefühle, die kulturelle Bildung
und die Fremdheitserfahrung, die Erziehung als
Generationenverhältnis und die Bedeutung der Rituale sowie die
Frage der Autonomie und die Möglichkeiten der Identitätsbildung.
Mit den anthropologischen Reflexionen eröffnen sich der Pädagogik
neue Deutungs- und Orientierungsmuster. Der Autor: PD Dr. phil.
Jörg Zirfas ist Akademischer Rat am Institut für Pädagogik an der
Universität Erlangen und Vorsitzender der Gesellschaft für
Historische Anthropologie an der Freien Universität Berlin.
Zielgruppen: Pädagogen in Studium und Praxis.
Jörg Zirfas (Prof. Dr. phil.) lehrt Pädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Allgemeine Pädagogik, Pädagogische Anthropologie, Erziehungs- und Bildungsphilosophie, Qualitative Bildungsforschung.
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