Naturgeschichte(n) - Reichholf, Josef H.

Josef H. Reichholf 

Naturgeschichte(n)

Über fitte Blesshühner, Biber mit Migrationshintergrund und warum wir uns die Umwelt im Gleichgewicht wünschen

Illustr.: Claudia Bernhardt
Buch mit Leinen-Einband
 
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Naturgeschichte(n)

'Wer Reichholfs illustriertes Buch aufschlägt, kommt aus dem Staunen nicht heraus.' -- Die Welt

'Josef Reichholf gehört zu der Riege von Naturwissenschaftlern, die ihren Gegenstand exzellent verständlich zu machen wissen. (...) Er erweist sich wieder einmal als geistreicher und gewandter Plauderer und als Naturwissenschaftler durch und durch, der jede Esoterik konsequent meidet.' -- FAZ

'Naturgeschichte(n)' ist eine schonungslos argumentative Streitschrift für die 'gute Laune der Natur', für ihre Bereitschaft, sich den menschlichen Machwerken anzupassen. Der Stärkere gibt schließlich nach.' -- NDR Kultur

Die besten Kapitel aus dem Geschichtenbuch der Natur vom großen "Naturverführer" Josef Reichholf
Warum lieben wir Blumen? Waren unsere Urahnen Vegetarier? Liebe Rehe, wo sind die Hirsche? Wie religiös sind Tiere? Professor Reichholf, Zoologe und einer der bekanntesten Naturwissenschaftler Deutschlands, hat für alles eine natürliche Erklärung. Seine Art, über die Wunder in Flora und Fauna zu erzählen, macht dieses Buch zum einmaligen Naturverführer.
Von seinen Erzählungen über die Natur, die er kennt, liebt und unentwegt zu ergründen versucht, kann man nicht genug bekommen.
In seinem neuen Buch versammelt er die besten Kapitel aus dem großen Geschichtenbuch der Natur. Weil Reichholf einfache Fragen "Warum haben Vögel Federn?" genauso entdeckerisch beantwortet wie sehr originelle "Warum können Biber eine Ethik-Debatte auslösen?", wird jeder Ausflug in heimische und tropische Landschaften zu einer phänomenalen Entdeckungsreise.
Schön illustriertes Geschenkbuch für Naturliebhaber.


Produktinformation

  • Verlag: Knaus
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 318 S. m. IIllustr.
  • Seitenzahl: 320
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 145mm x 33mm
  • Gewicht: 520g
  • ISBN-13: 9783813503784
  • ISBN-10: 381350378X
  • Best.Nr.: 32538869
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.09.2011

Zoologische Fragen

Josef Reichholf hat in den Jahren, in denen er nun durch seine Bücher in der Öffentlichkeit steht, eine Reihe von Titeln erhalten. Einer seiner Verlage nennt ihn den "originellsten deutschen Ökologen", Journalisten sehen in ihm einen "großen Popularisierer", einen "ökologischen Lausbub" oder einen "scharfen Kritiker der Landwirtschaft". Will man seiner Rolle wirklich gerecht werden, muss man den Zoologen wohl schlicht als großen Erklärer bezeichnen. Er gehört zu der Riege von Naturwissenschaftlern, die ihren Gegenstand exzellent verständlich zu machen wissen. So ist Reichholf zu einem gefragten Experten in den Medien geworden. Mit seinem neuen Buch "Naturgeschichte(n)" hat der Zoologe sich in besonderer Weise auf sein Kerngeschäft besonnen: Statt zu warten, dass die Presse wieder anklopft, hat er sich in fünfzig kurzen Aufsätzen Fragen gewidmet, die ihm immer wieder gestellt werden. Darunter solche wie: Warum legen Vögel Eier? Und wozu haben sie Schnäbel? Sind die Menschen zu Vegetariern geboren? Dabei kann Reichholf auch in heftige Grundsatzerklärungen ausbrechen, etwa wenn er auf das Thema Massentierhaltung zu sprechen kommt. …

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Naturgeschichte(n) ist eine schonungslos argumentative Streitschrift für die gute Laune der Natur , für ihre Bereitschaft, sich den menschlichen Machwerken anzupassen. Der Stärkere gibt schließlich nach. NDR Kultur

"Ein Glück, dass es Reichholf gibt - einen Autor, der seine Leser klüger macht. Und gelegentlich Tabus bricht."

"Ein Glück, dass es Reichholf gibt - einen Autor, der seine Leser klüger macht. Und gelegentlich Tabus bricht."
Joseph H. Reichholf, geb. 1945 in Aigen am Inn. Der Zoologe, Evolutionsbiologe und Ökologe lehrt als Professor Naturschutz an der Technischen Universität München und leitet die Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung in München. Reichholf ist unter anderem Präsidiumsmitglied des deutschen WWF. 2007 wurde er mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa ausgezeichnet.

Leseprobe zu "Naturgeschichte(n)" von Josef H. Reichholf

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Leseprobe zu "Naturgeschichte(n)" von Josef H. Reichholf

"Der seltene Schmetterling und die Orchidee (S. 126-127)

Warum sind die Tropenwälder so artenreich?

Der Auwald im Frühling: Überall singen Vögel, frisches Grün sprießt und wir können uns – mehr oder weniger erfolgreich – darin üben, zu bestimmen, um welche Arten von Bäumen und Sträuchern es sich handelt. Ganz ähnlich sieht es in den größeren Parkanlagen der Städte aus. Eine für den Anfang verwirrende Vielfalt umgibt uns, wenn wir nur die Augen und die Ohren dafür öffnen. Nur in den einförmigen, als Monokulturen gepflanzten Fichtenwäldern erwarten wir nicht, dass über uns eine Woge der Artenvielfalt hereinbricht, in der sich nur der Kenner zurechtfindet. Und was ist der erste Eindruck von richtigem tropischem Regenwald? Dumpfes Grün, das sich schwer in verschiedene Baumarten aufdröseln lässt, tagsüber kaum ein Vogelruf.

Nach Affen, die nach Herzenslust in den Bäumen herumturnen, hält man vergeblich Ausschau, und nur gelegentlich fliegt ein Schmetterling vorüber. Wer möchte da glauben, dass hier die mit Abstand größte Vielfalt des Lebens zu Hause ist? Ameisen, ja, die fallen schon auf, und ein modriger Geruch in der Schwüle. Zeitweise schrillen Zikaden, und manchmal, vor allem in der kurzen Abend- und Morgendämmerung, rufen, nein, pfeifen Frösche. Mancher Besucher, der zum ersten Mal den amazonischen Regenwald erlebt, fragt sich, ob auch hier alles schon so ausgeplündert ist, dass nur noch die Bäume als Kulisse stehen. Wer das phantastische Tierleben Afrikas in den riesigen Nationalparks und Wildschutzgebieten erlebt hat und Natur pur mit einem Glas Whiskey on the rocks in der Hand, umgeben von bunten Vögeln genießen konnte, wird vom Regenwald in Amazonien enttäuscht sein.

Auch anderswo bieten tropische Regenwälder nur wenig mehr an ersten Eindrücken, am ehesten noch in Costa Rica und stellenweise auch in Südostasien. Und der erste Eindruck dauert an. Tage und Wochen vergehen, bis sich die Anzahl interessanter Einblicke in die Vielfältigkeit der Tropennatur langsam vergrößert. In ostafrikanischen Savannen dagegen 350 verschiedene Vogelarten auf einer zweiwöchigen Safari zusammenzubringen, das gelingt auch ohne Hilfestellung durch ortskundige Spezialisten.

350 Vogelarten, so viele wie es in ganz Europa gibt! Wer das am Amazonas versucht, muss viel Zeit mitbringen, obwohl dort über 1500, also viermal so viele verschiedene Arten leben. An Säugetieren wird man allenfalls eine Handvoll Arten zusammenbringen, wo es doch mehr als 300 gibt. Über die Schmetterlinge schrieb der britische Naturforscher Henry Walter Bates vor eineinhalb Jahrhunderten etwas sehr Aufschlussreiches:

Im Hinterland der im Zentrum Amazoniens, am Zusammenfluss des Rio Negro mit dem Amazonas gelegenen Stadt Manaus, sei es leichter, zehn Schmetterlinge verschiedener Arten zu finden als zehn Exemplare einer Art davon. Damit drückte er aus, was der große Naturforscher Alexander von Humboldt um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in seiner Begeisterung über die südamerikanischen Tropen nicht erkannt hatte, nämlich dass die meisten Arten selten bis sehr selten sind."

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