Mordmethoden - Benecke, Mark

Mark Benecke 

Mordmethoden

Ermittlungen des bekanntesten Kriminalbiologen der Welt

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Mordmethoden

"Erinnern Sie sich an den Beginn von Henning Mankells Roman Mittsommermord: Drei Jugendliche werden auf bestialische Weise umgebracht und die Leichen, in Plastiksäcke verpackt, vom Mörder im Wald vergraben. Kurt Wallander wird mit der Aufklärung dieses Falles beauftragt. Hätte er Mark Benecke an seiner Seite gehabt, wäre der beliebte schwedische Kommissar bestimmt schneller ans Ziel der Ermittlungen gelangt. Denn die Spezialität von Mark Benecke ist die Untersuchung des Zustandes von Leichen, in dem diese aufgefunden werden; er kann anhand von Würmern, Maden und anderen Insekten exakt Todeszeit, Todesort und Todesursache von Verbrechensopfern bestimmen und oft genug auch den Täter überführen. Mark Benecke ist also kein Profiler, der ein Täterprofil auf psychologischer Basis erstellt, sondern er kommt von den Naturwissenschaften, der Biologie, der Medizin her und erstellt Leichenbefunde. Man könnte ihn auch als Leichen-Profiler bezeichnen. Mark Benecke ist auf dem Gebiet der Fore, der Gerichtsmedizin, eine international angesehene Koryphäe und wird immer wieder zur Aufklärung schwieriger Mordfälle nach New York gerufen. Dieser Band enthält eine Sammlung der schwärzesten Kriminalfälle des 20. Jahrhunderts, darunter solche wie den Fall Heineken, Lindbergh, Pastor Geyer, O. J. Simpson, Seifert, Hetzel und Bartsch. Überaus lebendig und unterhaltend wird aber auch auf Fragen eingegangen wie: Gab es in modernen Zeiten noch Duelle? Kann man genetische Fingerabdrücke austricksen? Wie führt eine liegen gelassene Brille zu einem grauenhaften Blutbad? Wer außer O. J. Simpson weiß noch etwas über den Tod seiner Ex-Gattin? Und was hat der berühmte Bühnenmagier Houdini mit der deutschen Polizei, Sherlock Holmes und Geistererscheinungen zu tun? Um auf den brutalen Mord im Mankell-Roman zurückzukommen: Wer weiß, vielleicht ist es gut, dass Kommissar Wallander im neuesten Roman von seinem Erfinder, Henning Mankell, in den Ruhestand verabschiedet wird. Denn in der Begleitung von Mark Benecke sähe er noch älter aus, als er sich bereits fühlt ..."


Produktinformation

  • Verlag: LÜBBE
  • 2009
  • 8. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 352 S., 37 Abb.
  • Seitenzahl: 352
  • Bastei Lübbe Taschenbücher Nr.60545
  • Best.Nr. des Verlages: 60545
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 126mm x 30mm
  • Gewicht: 358g
  • ISBN-13: 9783404605453
  • ISBN-10: 3404605454
  • Best.Nr.: 12755747
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.12.2002

Der Mensch als Gummistiefeltier
Mordmethoden: Mark Benecke erzählt über das Böse in uns

Mark Beneckes Kriminalfälle scheinen den Erzählmustern des Pitaval entnommen: Mitten in die beschauliche Alltagswelt hinein schlägt das Verbrechen schaurig zu. Die realistischen Mordgeschichten jener Literaturgattung vermengten einst den Unterhaltungswert mit der wissenschaftlichen oder moralischen Belehrung des Publikums. Was dem französischen Anwalt und Namensgeber François Gayot de Pitaval im achtzehnten Jahrhundert recht war, ist auch heute Mark Benecke billig. Benecke ist Kriminalbiologe und spezialisiert auf forensische Entomologie, also die gerichtliche Insektenkunde. In seinem Buch reiht er Verbrechen aneinander, bei denen die Kriminalistik den entscheidenden Beitrag zur Aufklärung geleistet hat.

Die Fälle geben sich rätselhaft, und die Pointen sind oft überraschend. Überhaupt besteht dringender Tatverdacht, daß der Leser nicht von seiner Lektüre abläßt, bis ihm Benecke den besten Schuldigen kredenzt hat oder das Buch gar ganz zu Ende ist. Dabei tritt Benecke dezidiert als Repräsentant der Kriminalistik auf, also jener Wissenschaft, …

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Ernstzunehmendes Sachbuch mit Unterhaltungswert<br /> Ein renommierter, international anerkannter Wissenschaftler trägt stets einen weißen Kittel, verbringt seine Tage kaffeetrinkend in einem fensterlosen Labor, das er nie verlässt, in der trostlosen Gesellschaft von Bunsenbrenner und Mikroskop, geht zum Lachen in den Keller und scheut den Kontakt mit anderen Menschen ...? Falsch! <br /> Und ein ernstzunehmendes Sachbuch besticht in erster Linie durch seine Vielzahl an dem Laien völlig unverständlichen Fachtermini, die mittels ellenlanger Sätze eher unaufregenden Inhalts verknüpft wurden und beim Leser spätestens auf Seite 41 den unstillbaren Wunsch erzeugen, die Augen wenigstens für einen Moment schließen zu können ...? Doppelt falsch! <br /> Den besten Gegenbeweis liefert der Kriminalbiologe Mark Benecke mit seinem jüngsten Werk, dessen Titel "Mordmethoden" nur unvollständig die Fülle der spannend aufgemachten Informationen zu bekannten und weniger bekannten Kriminalfällen und Ermittlungstechniken widerspiegelt. <br /> Umfangreiche Darstellung aller Aspekte<br /> Das Buch des hippen Kölners hat Pfiff, ohne trivial zu sein und ist aufregend, ohne dass der Autor auf billige Effekthascherei gesetzt hätte. <br /> Wenn er die unterschiedlichsten Fälle der jüngeren deutschen und internationalen Kriminal-Geschichte vorstellt und die Methoden darlegt, auf die bei den Ermittlungen zurückgegriffen wurde, dann lässt er nicht selten Protokolle der unmittelbar Beteiligten sowie Aufsätze von Rechtsgelehrten und - medizinern sprechen, ohne dies zu kommentieren oder zu werten. <br /> Auch bemüht sich Benecke in all jenen Fällen, in denen der Ausgang eines Falles durch Zweifel gekennzeichnet war, um eine vollständige Darstellung ALLER Aspekte und überlässt dann die Entscheidung, wie es denn wohl gewesen sein mag, allein der Phantasie des Lesers. <br /> Nicht nur rund um die Insektenkunde<br /> Die zahlreichen Fallbeispiele werden stets ergänzt durch Sachinformationen zu dieser oder jener Technik, bzw. den Gründen für ihre Bedeutung - wussten Sie z.B: dass ohne eine genaue Angabe der Leichenliegezeit auch keine Alibis überprüft werden können, weil man ja gar nicht weiß, wann der Verblichene sein Leben lassen musste. Dabei stellt der Spezialist für forensische Entomologie aber auch viele Methoden anderer Fachrichtungen vor und beschränkt sich beileibe nicht auf die Insektenkunde im Dienst der Gerichtsmedizin. <br /> Und wenn dieser Mann über Serienmörder referiert, dann weiß er wovon er spricht - hat er doch selbst den 200-fachen Kinder-Killer Luis Alredo Garavito Cubillos getroffen, wie der Literaturliste durch den Verweis auf seinen Aufsatz "Luis Alredo Garavito Cubillos. Kriminalistische und juristische Aspekte einer Tötungsserie mit über 200 Opfern". zu entnehmen ist. <br /> Für alle Fans von Kay Scarpetta und Tempe Brennan<br /> Sollten Sie also ein Faible für die Fachgebiete von Kay Scarpetta, Tempe Brennan, Eva Duncan und Konsorten haben, dann geht kein Weg an diesem Werk vorbei. <br /> Ach übrigens: Wer auf Seite 41 bei der detaillierten Beschreibung der Kurse in forensischer Anthropologie in der "Body Farm" die Augen geschlossen hat, der sollte sich besser auf Anzeichen von Vitalfunktionen untersuchen lassen ... (Michaela Pelz, www.krimi-forum.de)<br />

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Milos Vecs Urteil über dieses Buch, das verschiedene Kriminalfälle und ihre Aufklärung mittels naturwissenschaftlicher Methoden versammelt, ist zwiespältig. Er attestiert dem Autor, der sich als Kriminalbiologe auf die gerichtliche Insektenkunde spezialisiert hat, mit "Sachkunde und Begeisterung" für sein Gebiet zu erzählen. Gerade mit seiner Verbindung von Biologie und Kriminalistik könne Benecke seine Leser mitunter "regelrecht in seinen Bann ziehen", lobt der Rezensent. Was er problematisch findet ist die Wissenschaftsgläubigkeit des Autors, die keinen Raum für "Bedenken" lasse, die im Einzelfall bei der rückhaltlosen Ausnutzung naturwissenschaftlicher Methoden doch immerhin auftreten können. Dies sieht Vec in einem seltsamen "Kontrast" zu der "Umsicht und Vorsicht", die der Autor bei der Auswertung der wissenschaftlichen Indizien an den Tag legt. Und wo schließlich das Buch weitergehende Fragen nach dem "Warum" für die schreckliche Tat fragt, zeigt sich für den Rezensenten eine "irritierende Naivität". Als "Deutungsmuster der Wirklichkeit", so der Rezensent abschließend, sei dieses Buch dann auch zu "unterkomplex, moralisierend und fragwürdig".

© Perlentaucher Medien GmbH
Mark Benecke, Jg. 1970 ist Kriminalbiologe und Spezialist für forensische Entomologie. Er studierte Biologie, Zoologie und Psychologie an der Universität zu Köln und absolvierte diverse polizeitechnische Ausbildungen im Bereich der Gerichtsmedizin in den USA, darunter an der FBI-Academy. Benecke wird als Sachverständiger herangezogen, um biologische Spuren bei vermuteten Gewaltverbrechen mit Todesfolgen auszuwerten. Er ist Ausbilder an deutschen Polizeischulen sowie Gastdozent in den USA, Vietnam, Kolumbien und auf den Philippinen. Bekannt ist er durch seine zahlreichen Fernsehauftritte, u.a. als Berater bei Medical Detectives und Galileo Mystery.


Leseprobe zu "Mordmethoden" von Mark Benecke

3. KAPITEL:ZUFALL, ZAHLEN UND ZEUGEN (S. 87-88)

Der vorige Abschnitt hat gezeigt, dass Menschen und Techniken zwar irren können, die Ermittlungen zuletzt aber trotzdem zum Ziel führen. Dafür gibt es viele Gründe; einer davon heißt kriminalistischer Instinkt, ein anderer Kommissar Zufall. Naturwissenschaftlern wird meist unwohl, wenn es um diese unkontrollierbaren Ermittlungshilfen geht. Besonders schlauen oder dummen Tätern ist aber anders oft nicht beizukommen. Bei Erpressungen und Entführungen mit Lösegeldforderung zeigt sich das besonders deutlich. Beide Verbrechensarten zwingen den Täter, Teile seines Charakters offen zu legen, denn er muss Forderungen stellen und einen Übergabeplan austüfteln. Bei Entführungen kommt es nicht nur darauf an, dem Täter auf die Spur zu kommen, sondern vor allem auch, das Opfer so schnell wie möglich zu befreien.

Der Druck auf die Ermittler ist deshalb besonders groß. Im besten Fall gelingt beides: Täter und Opfer zu finden. Einige Fälle sollen zeigen, dass selbst fortschrittliche Kriminaltechniken gelegentlich nichts, Intuition und Zufall aber umso mehr dazu beitragen können.

Der verheiratete Dekorateur


»Als wir ihn zur Vernehmung baten«, erinnert sich Kriminalobermeister Anton Kimmel aus Karlsruhe, »dekorierte er gerade das Schaufenster eines Modehauses. Er wischte sich den Schweiß von der Stirn, ließ sich zur Dienststelle fahren und erbleichte: Die Kriminalpolizei verdächtigte ihn der versuchten Erpressung.

Doch als er sich vom ersten Schrecken erholt hatte, reagierte er genau so, wie es von einem unbescholtenen Bürger zu erwarten war: Er wusste von nichts.« Ganz so unschuldig, wie er sich gab, konnte der Dekorateur allerdings nicht sein. Seit längerem hatte die Polizei ein Auge auf ihn geworfen und Erstaunliches herausgefunden. Ende Juli 1961, eineinhalb Jahre vor der geschilderten Szene, fand eine reiche Witwe unschöne Post im Briefkasten. Sie solle zwischen dem 8. und 9. August an einem bestimmten Eckpfeiler des Gartenzauns 10 000 Mark (5112,92 Euro), in eine Plastiktüte gewickelt, ablegen. Zehntausend Mark war viel Geld in einer Zeit, in der arbeitende Menschen ihren Lohn noch lieber in den Bau eines Häuschens anstatt in Aktien und Fonds steckten.

Der Übergabeort war stilecht ausgesucht: Er lag in der Nähe eines Friedhofs. Das wiederum passte zur Drohung, die der Brief enthielt: Wenn das Geldpaket nicht pünktlich auftauche, riskiere die Leserin, »verstümmelt aufgefunden« zu werden. Gleich am 8. August legte die Erpresste das Geld mittags an besagter Zaunecke ab. Elf Stunden später schlich sich ein junger Mann an die Stelle. Er streifte an der vermuteten Ablagestelle mit den Händen durchs Gras, zog aber ohne das Geld wieder ab: Die Witwe hatte aus Versehen die falsche Stelle des Zauns gewählt. Die observierenden Polizisten staunten nicht schlecht, als der Mann, so schnell wie er gekommen war, wieder in ein nahe gelegenes Wohnhaus verschwand.

Kundenbewertungen zu "Mordmethoden" von "Mark Benecke"

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Bewertung von Ivonne Wiese aus Berlin am 02.10.2011 ***** sehr gut
Es handelt sich hierbei um eine dokumentarische Sammlung von internationalen Kriminalfällen, sowohl aktuelle als auch 100 Jahre alte.

Allerdings wichtig für Fans von Mark Benecke oder für jene, die glauben hier was über das Schaffen von Mark Benecke selbst lesen zu können: er schreibt über andere Fälle! Bei einem Fall hat er wohl am Rande mitgewirkt, darf darüber allerdings nicht schreiben.

Das Buch ist trotzdem interessant geschrieben, was allerdings größtenteils daran liegt, dass sich die echten Kriminalfälle oftmals spannender lesen als Romane. Es ist ein guter allgemeiner Abriss über die Entwicklungsgeschichte verschiedener Ermittlungsmethoden enthalten.

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