Mit sich selbst befreundet sein - Schmid, Wilhelm

Wilhelm Schmid 

Mit sich selbst befreundet sein

Von der Lebenskunst im Umgang mit sich selbst

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Mit sich selbst befreundet sein

Mit sich selbst befreundet zu sein, davon sprach schon Aristoteles. Daran anknüpfend, erzählt der Philosoph und Erfolgsautor Wilhelm Schmid, wie man den Umgang mit sich selbst lernen kann. Seine Überlegungen zur Lebenskunst versuchen auf die Herausforderungen unserer Zeit zu antworten.

Einst hielt es die Philosophie für ihre vorrangige Aufgabe, Menschen zu einem bewußten Verhältnis zu sich und ihrem Leben anzuleiten - um auch zu einem angemessenen Umgang mit anderen in der Lage zu sein. Die moderne Philosophie geht dagegen zwar systematisch vom Subjekt aus, führt dieses in praktischer Hinsicht aber gerade nicht mehr zu sich selbst zurück, so, als könne nur der Umgang mit anderen ein seriöser Gegenstand der Ethik sein. Heute erscheint das Selbst als größte Schwachstelle der modernen Gesellschaft.
"Mit sich selbst befreundet sein", davon sprach schon Aristoteles. "Lebenskunst im Umgang mit sich selbst": Das ist die Tradition Senecas, Montaignes, Nietzsches und Foucaults. An diese Tradition knüpft Schmid an und schreibt vom Umgang mit sich selbst und wie er erlernt werden kann, ausgehend von der existenziellen Erfahrung der Angst und der möglichen Antwort darauf.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2007
  • Neuauflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 466 S.
  • Seitenzahl: 466
  • Suhrkamp Taschenbücher Bd.3882
  • Best.Nr. des Verlages: 45882
  • Deutsch
  • Abmessung: 179mm x 108mm x 25mm
  • Gewicht: 292g
  • ISBN-13: 9783518458822
  • ISBN-10: 3518458825
  • Best.Nr.: 20948946

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Eingedenk des immer nahen Todes das eigene Leben gestaltend in den Griff zu nehmen, war das Ziel antiker Lebenskunst-Philosophie. Diese wieder in die philosophische Debatte eingeführt zu haben ist Rezensent Andreas Brenner zufolge ein Verdienst des Philosophen Wilhelm Schmid. In vorliegendem Buch trete Schmid dem Vorwurf des Egoismus entgegen, der der Lebenskunst-Philosophie bis heute anhaftet. So postuliere er als oberste Maxime aller Lebenskunst, mit sich selbst befreundet zu sein, um dann aufzuzeigen, wie gemeinschaftsfördernd Mit-sich-selbst-Befreundete sind. Ein gutes Miteinander mit sich selbst zu pflegen, erachte Schmid freilich nicht als einfache Sache, zumal der moderne Mensch viele Selbste zugleich sei. Schmid argumentiere hier für das Moderatoren-Modell, durch das man die widerstreitenden Selbste in Einklang bringen könne. Ferner biete ein Ratgeber-Kompendium, in dem er alle nur denkbaren Ratschläge gebe - von der Askese über den Email-Verkehr bis zur "genetischen Selbstgestaltung im Sinne positiver Freiheit".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.08.2004

Schön ist es mit dem Kernselbst nicht
Dieses Buch ersetzt ein Leben: Wilhelm Schmid löffelt die Suppe aus, die wir uns einbrocken

Diogenes saß in der Tonne. Wilhelm Schmid sitzt in der Sauna. Er sagt: Das Selbst soll sich selbst ein guter Freund sein. Wie schafft das Selbst das, sich selbst zu drücken und zu umarmen? Indem das Selbst in sich selbst einkehrt. Nicht wie ein Gast beim Wirt, sondern wie die Schnecke im Gehäuse. Im Selbst soll das Selbst mit Umsicht sich umschauen und vor allem die Ecken und Kanten seiner selbst ausmachen. Nicht um sich daran zu stoßen, sondern um sie zu loben und zu einem Kernselbst zu bündeln. Das Selbst im Zustand der Selbstbesinnung fragt sich selbst nach seinen wichtigsten Beziehungen, nach seinen wichtigsten Erfahrungen, nach Traum, Ideal und Ziel des eigenen Lebens, nach den Werten, die ihm am Herzen liegen, nach liebenswerten eigenen Charakterzügen und Gewohnheiten, nach Traumata und Ängsten und vor allem: nach dem Schönen. Denn die Schönheit macht den Sinn. Wilhelm Schmid kennt: das Beziehungsschöne, das Verhältnisschöne, das Erlebnisschöne, das Dingschöne, das Phantasieschöne, das Abstraktschöne und …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.09.2004

Das Material unserer Pflicht
Im gut bestückten Multioptionsregal sucht Wilhelm Schmid nach Lebensklugheit ohne Regeln und Skepsis
Einen Menschen, der in den Tag hinein lebt, geregelte Tätigkeiten eher verachtet und den „Ernst des Lebens” belächelt, pflegt man einen „Lebenskünstler” zu nennen. Seine Lebensweise mag den Charme des Improvisierten haben und Neidempfindungen wecken. Aber die geplagten Statussucher in modernen Leistungsgesellschaften werden zu einem anderen Urteil tendieren. Derart sorglos durchs Leben zu segeln, kann für ihre Begriffe nicht rechtens sein. Die Welt ist eben kein Ort des Müßiggangs, vielmehr tritt sie dem Ich - so meinte es der Kant-Schüler Johann Gottlieb Fichte bereits im 18. Jahrhundert sehen zu müssen - als „das Material seiner Pflicht” entgegen. So gänzlich anders stellt sich die Sachlage auch heute nicht dar.
Rigorismen der Fichteschen Art sind einem publizistisch erfolgreichen Philosophen wie Wilhelm Schmid fremd. Wäre bei ihm, der mit wöchentlichen Zeitungsglossen und dickleibigen Büchern fleißigst für die Wiederentdeckung einer „philosophischen Lebenskunst” wirbt, überhaupt von Pflichten die Rede, …

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"Dieses Buch ersetzt ein Leben." Frankfurter Allgemeine Zeitung
Wilhelm Schmid, freier Philosoph, außerplanmäßiger Professor an der Universität Erfurt und Gastdozent an der Staatlichen Universität Tiflis (Georgien). Lebt seit 1980 in Berlin. Geboren 1953 in Billenhausen (Bayerisch-Schwaben). Studium von Philosophie und Geschichte in Berlin (FU), Paris (Sorbonne) und Tübingen. Regelmäßige Tätigkeit als "philosophischer Seelsorger" am Spital Affoltern am Albis bei Zürich. Wöchentliche Kolumne "Lebenskunst" in der Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag. Monatliche Kolumne "Lebenskunst" im Filosofie Magazine, Amsterdam.

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