Mit dem Latein am Ende? - Weeber, Karl-Wilhelm

Karl-Wilhelm Weeber 

Mit dem Latein am Ende?

Tradition mit Perspektiven

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Mit dem Latein am Ende?

Als Orientierungshilfe für Eltern, Schüler, Lehrende und alle an Bildungspolitik Interessierten versteht sich dieser engagierte Beitrag zur aktuellen Diskussion um die Zukunft des altsprachlichen Unterrichts.
Karl-Wilhelm Weeber zeigt an zahlreichen konkreten Beispielen, warum wir gut daran täten, uns auf die Pflege unseres lateinischen Erbes zu besinnen. Seine Argumentation kreist um drei Schlüsselthesen:
Der »neue Schüler« ist zunehmend geprägt von der medialen Welt der vorbeirauschenden Bilder, des konsumierenden Zugriffs, der virtuellen Mouse-Clicks. Latein steht für eine Art »Gegenwelt«. Es trainiert Konzentrationsfähigkeit, Genauigkeit, Frustrationstoleranz und anspruchsvolle geistige Operationen. Wen das eher abschreckt, dem sei gesagt: Vieles ist intra muros in Bewegung geraten; Latein wird längst nicht mehr so betrieben wie vor 50 Jahren, es ist weder alt noch verstaubt, sondern ein modernes Fach mit zeitgemäßer Didaktik.
Für ein Land wie Deutschland ist Latein nachgerade ein positiver Standort-Faktor. Es legt nicht nur die Basis für Grammatikkenntnisse, sondern weckt vor allem das Verständnis für die griechisch-römische Antike als Fundament europäischer Kultur. Wenn im Zeichen des Euro künftig mehr denn je »Europa-Kompetenz« gefragt ist, dann schaffen Kenntnisse in der europäischen Basissprache Latein ganz konkret bessere Voraussetzungen für Kontakte mit ca. 600 Mio. Menschen in aller Welt.
Latein fördert multikulturelle Kompetenz. Wer Latein lernt, muß sich auf eine partiell fremde Welt einlassen, lernt deren Vorstellungen kennen und damit auch die historische Bedingtheit des eigenen Standpunktes. Der einzige Unterschied zur landläufigen Konzeption von multikulturellem Denken liegt darin, daß im Lateinunterricht die Auseinandersetzung nicht mit gleichzeitigen Kulturen, sondern mit einer vergangenen erfolgt.


Produktinformation

  • Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
  • 1998
  • Ausstattung/Bilder: 156 Seiten
  • Seitenzahl: 156
  • Kleine Reihe V & R
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 116mm x 12mm
  • Gewicht: 158g
  • ISBN-13: 9783525340035
  • ISBN-10: 3525340036
  • Best.Nr.: 07713818
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.02.1999

Hören Sie sich den Magister doch erst einmal an
Gemäßigt optimistisch: Karl-Wilhelm Weeber wirbt mit lebhaften Worten für den Lateinunterricht

Latinum in latrinam, Latein in die Latrine - noch in diesem Verlangen nach Abschaffung von Lateinanforderungen erweisen aufbegehrende Studenten der monumentalen Prägnanz dieser alten Bildungssprache ihre Reverenz. Ein Hinweis auf die ästhetischen Vorzüge des Lateinischen dürfte allerdings kaum genügen, um seine Stellung im deutschen Bildungswesen zu begründen. Noch weniger tauglich scheint der Versuch, den Vorwurf der Nutzlosigkeit in den Vorzug der Zweckfreiheit umzumünzen. Gerne wurde in den vergangenen Jahren die "Begründungsakrobatik" der alten Sprachen sowohl von denen belächelt, denen die ins Feld geführten Gründe zu wenig geistvoll erschienen, wie auch von denen, die es für unter ihrer Würde hielten, für die eigene Sache Rechenschaft abzulegen. In der Tat schienen die Vertreter des Lateinischen gerade an der Schule deutlich defensiv zu argumentieren. Immerhin wurde aber argumentiert: Kaum ein anderes Fach hat sich selbst so streng nach den eigenen Leistungsmöglichkeiten befragt wie das …

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Prof. Dr. Karl-Wilhelm Weeber, geb. 1950, ist ehem. Direktor des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums in Wuppertal und Professor für Alte Geschichte an der Universität Wuppertal sowie Lehrbeauftragter für die Didaktik der Alten Sprachen an der Ruhr-Universität Bochum.

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