Krankenhaus-Report 2010 - Klauber, Jürgen / Geraedts, Max / Friedrich, Jörg (Hrsg.)

Jürgen Klauber / Max Geraedts / Jörg Friedrich (Hrsg.) 

Krankenhaus-Report 2010

Schwerpunkt: Krankenhausversorgung in der Krise? Mit Online-Zugang

Herausgeber: Friedrich, Jörg, Geraedts, Max, Klauber, Jürgen
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Krankenhaus-Report 2010

Schwerpunktthema: besonders aktuell und von hoher Bedeutung für die stationäre Versorgung
Krankenhausstatistik: verlässliche Grund-, Kosten- und Diagnosedaten der Krankenhäuser durch das Statistische Bundesamt
Krankenhauspolitische Chronik: alle wichtigen politischen Entwicklungen in der Gesundheitswirtschaft von August 2008 bis Juli 2009
Krankenhaus-Directory: zentrale Kennziffern geben Aufschluss über strukturelle Charakteristika und die wirtschaftliche Entwicklung von über 1600 Krankenhäusern
www.krankenhaus-report-online.de: umfangreiche Materialien zum Download

Der unverzichtbare Report für Krankenhausmanager, Gesundheitspolitiker und -ökonomen

Die Tagespresse berichtet regelmäßig über einen vermeintlich bevorstehenden wirtschaftlichen Kollaps des Krankenhaussystems. In der Tat hat vor allem die Einführung von Fallpauschalen den Kliniken Anpassungsleistungen abgefordert. Dies war durchaus im Sinne des Gesetzgebers, der damit die Effizienz steigern, Krankenhäuser besser vergleichbar machen und den Wettbewerb stärken wollte.

Sind nun die zweifellos existierenden Schwierigkeiten einiger Krankenhäuser Anzeichen einer allgemeinen Krise oder nur die Begleiterscheinung eines gewollten Umbaus? Der Krankenhaus-Report 2010 geht dieser Frage gezielt nach. Er belegt anhand verlässlicher empirischer Daten die tatsächliche wirtschaftliche Lage der Kliniken und erläutert eingehend die Auswirkungen auf die stationäre Gesamtversorgung.

Darüber hinaus diskutieren Experten aus Forschung und Praxis Anreizwirkungen der jüngsten Gesetzesreform, die Personalsituation und Lage der Investitionsfinanzierung. Zudem vergleichen sie die deutschen Krankenhauskapazitäten mit denen im europäischen Ausland. Die Analyse eventuell vorhandener Effizienzreserven im stationären Bereich liefert überdies Ansatzpunkte, wie die Krankenhäuser ihre Situation eigenverantwortlich verbessern können.


Produktinformation

  • Verlag: Schattauer
  • 2009
  • 1., Aufl. 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. XXI, 540 S. m. 112 Abb. u. 100 Tab.
  • Seitenzahl: 540
  • Deutsch
  • Abmessung: 228mm x 164mm x 34mm
  • Gewicht: 1152g
  • ISBN-13: 9783794527267
  • ISBN-10: 3794527267
  • Best.Nr.: 26548639
Jürgen Klauber ist seit 1990 im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WidO) und dort seit 2002 einer von zwei Geschäftsführern.

Leseprobe zu "Krankenhaus-Report 2010"

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Leseprobe zu "Krankenhaus-Report 2010"

16 Krankenhauspolitische Chronik (S. 275-276)

Jutta Visarius und Andreas Lehr

I.

In der 16. Legislaturperiode veränderte die schwarz-rote große Koalition die deutsche Gesundheitspolitik und die Strukturen des deutschen Gesundheitswesens grundlegend – wie stark, trat besonders in diesem Berichtszeitraum zutage. Die erste, grundlegende Veränderung war die Entkörperschaftung der alten Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenversicherungen und die Etablierung des neuen Spitzenverbandes Bund der gesetzlichen Krankenversicherung als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Wer geglaubt hatte, dieser Prozess würde sich über Jahre hinziehen, wurde eines Besseren belehrt. Innerhalb eines Jahres erwiesen sich die alten Spitzenverbände der Krankenkassen im politischen Geschehen als kaum mehr von Bedeutung und suchten auf je unterschiedliche Weise ihre neue Rolle. Einige, wie der AOK-Bundesverband und der vdek, vormals VdAK (der schon immer ein Verein war), fassten schnell Tritt, andere mussten langsam ein neues Profil suchen, andere wiederum, wie der alte Bundesverband der Betriebskrankenkassen, zersplitterten in unterschiedliche Organisationen, die sich zunächst sichtbar in Kompetenzauseinandersetzungen ergingen.

Die andere umwälzende Neuerung im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen sind die neuen gesetzlichen Möglichkeiten für kassenartenübergreifende Fusionen. Sie lösten einen riesigen Appetit der großen Kassen aus. Jeder sprach mit jedem, und einige dieser Gespräche führten auch tatsächlich zu Fusionen, die erwartete Fusionswelle großen Stils blieb jedoch zunächst einmal aus. Die Gründe sind wie immer vielfältig. Für die kleineren Kassen können sich immer weiter entwickelnde und sich ausbreitende Selektivverträge wegen ihrer mangelnden Marktmacht zu einer ernsten Bedrohung aufbauen. Sie könnte zwar durch gemeinsame Vertragsgestaltung der neuen Vereine abgewendet werden, aber eine große Krankenkasse ist anscheinend für viele eine sicherere Rückzugsbank. Und wer will nicht Marktmacht haben?

Zudem müssen sich die Krankenkassen in den vom Gesetzgeber neu vorgegebenen Rahmenbedingungen – Fonds, staatliche Beitragshoheit und morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich – erst einmal einrichten. Denn – wie viel Geld jeder Kasse am Ende des Jahres tatsächlich zur Verfügung steht, weiß noch niemand exakt. Einige, auch größere Kassen werden anscheinend durch den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich stärker gebeutelt als die meisten angenommen hatten. Die Unsicherheit ist groß und das Up- und Rightcoding, das für die jeweilige Kasse profitablere Kodieren von Krankheiten, könnte sich am Zahltag durchaus für andere unangenehm bemerkbar machen. Das alles und noch einiges mehr hat die Kassenlandschaft erheblich verändert.

II.

Aber auch die Gesundheitspolitik selbst hat sich grundlegend verändert, und das wahrscheinlich dauerhaft. Konnte man früher unterschiedliche Gesundheitspolitikfelder beinahe exakt abstecken – Kassenpolitik, Vertragsärztepolitik, Krankenhauspolitik, usw. –, sind sie heute, vielleicht zeitweise durch die gewaltigen Umbrüche, aber wahrscheinlich auf Dauer viel stärker miteinander verzahnt, sodass eine umfassende Politikfolgenabschätzung immer notwendiger wird, auch indem die Auswirkungen politischen, gesetzgeberischen Handelns in einem Bereich der Gesundheitspolitik auch für die anderen Bereiche sorgsam im Vorhinein bedacht werden müssen. Dies gilt auch für die Krankenhauspolitik.

Den von Angela Merkel und Ulla Schmidt in dieser Legislaturperiode so gern benutzten Allgemeinplatz, den inzwischen zum Kalauer abgerutschten Satz „Alles hängt mit allem zusammen" könnte man erweitern in „Alles hängt immer mehr mit allem zusammen". Für diese These lassen sich ganz unterschiedliche Beispiele anführen. Aber am überzeugendsten wird sie durch den Prozess der Einführung der staatlichen Beitragsfestsetzung. So war vor der Einführung des Fonds zum 1.1. 2009 den großen Leistungserbringern, der DKG und der KBV völlig klar: Was sie jetzt nicht an zusätzlichen Geldern festklopfen könnten, würde später über Jahre hinweg nicht mehr zu generieren sein. Jeder wollte sich deshalb aus dem ab dem 1.1. 2009 von der Politik fest umrissenen Kuchen noch ein Stück abschneiden.

Inhaltsangabe

Zur Situation der stationären Versorgung ein Strukturierungsversuch
Die wirtschaftliche Lage von Krankenhäusern
Effizienzreserven im stationären Bereich
Krankenhauskapazitäten im internationalen Vergleich
Personelle Ausstattung der Krankenhausversorgung
Wie viele Krankenhäuser braucht das Land?
Anreizstrukturen des Krankenhausfinanzierungsreformgesetzes (KHRG)
Zur Lage der Investitionsfinanzierung Bestandsaufnahme und Reformvorschläge
Auswirkungen des Bundesbasisfallwertes auf die wirtschaftliche Situation von Krankenhäusern
Zur Diskussion: Hygienefehler im Krankenhaus; Beurteilung des Krankenhauspotenzials aus Sicht einer privaten Klinikkette; Risikoselektion und Notfallversorgung; Qualitätssicherung mit Routinedaten; zum Zusammenhang von Trägerschaft, Struktureigenschaften und Qualität; zur Personalsituation in der Pflege

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