Islamischer Religionsunterricht? - Bock, Wolfgang (Hrsg.)

Wolfgang Bock (Hrsg.) 

Islamischer Religionsunterricht?

Rechtsfragen, Länderberichte, Hintergründe

Hrsg. v. Wolfgang Bock
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Islamischer Religionsunterricht?

Die Mehrzahl der Bundesländer bemüht sich um die Einführung Islamischen Religionsunterrichts. Sie entwickeln eigene Modelle, die zwischen Islamkunde (ohne Elemente des religionsspezifischen Bekennens) oder Islamischem Religionsunterricht liegen. Die vorliegenden rechtswissenschaftlichen, islamwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, daß erste Schritte hin zu einem Religionsunterricht im Sinne des Grundgesetzes schulrechtlich möglich, verfassungsrechtlich abgesichert und rechtspolitisch sinnvoll sind.Mit Beiträgen von:Wolfgang Bock, Stefan Korioth, Mathias Rohe, Barbara Lichtenthäler, Ulrich Seiser, Dieter Schütz, Franz Köller, Rolf Bade, Ulrich Pfaff, Thomas Lemmen, Herbert L. Müller, Reinhard Hocker, Peter Müller


Produktinformation

  • Verlag: Mohr Siebeck
  • 2007
  • 2., durchges. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: XII, 252 S.
  • Religion und Aufklärung Bd.13
  • Deutsch
  • Abmessung: 234mm x 157mm x 17mm
  • Gewicht: 404g
  • ISBN-13: 9783161493249
  • ISBN-10: 3161493249
  • Best.Nr.: 22812452
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.06.2007

Die Falle der Bekenntnisformel

Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes bestimmt: "Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt." Nicht anzuwenden ist diese Norm gemäß der heute auch von Berlin und Brandenburg in Anspruch genommenen "Bremer Klausel" des Artikels 141 in Ländern, in denen 1949 eine andere Regelung bestand. In allen Ländern, in denen es Religion als Pflichtfach gibt und der Anteil von Einwandererkindern an der Schülerzahl ins Gewicht fällt, ist es erklärtes Ziel der Schulpolitik, staatlichen Religionsunterricht auch für Muslime einzuführen. Nirgendwo ist das Ziel verwirklicht; alle Anträge islamischer Verbände sind von Ministerien und Gerichten verworfen worden.

Nur in Berlin obsiegte die Islamische Föderation e.V. - und zwar genau deshalb, weil das Land Religionsunterricht nicht durch staatliche Lehrer erteilen lässt, sondern lediglich die Infrastruktur für freiwilligen Unterricht bereitstellt, so dass die …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Patrick Bahners begrüßt diesen von Wolfgang Bock herausgegebenen Band, der die Beratungen der Arbeitsgruppe "Kirchenrecht und Staatskirchenrecht" der Heidelberger Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft über islamischen Religionsunterricht an Deutschen Schulen dokumentiert. Ausführlich geht er auf die komplizierte rechtliche und normative Lage zu dieser Frage ein und bescheinigt den Beiträgen des Bands, an einem Ausweg aus diesen Dilemmata zu arbeiten. Er hebt besonders den Aufsatz von Wolfgang Bock hervor, der für ihn die integrationspolitische Fragwürdigkeit einer Verschärfung der formalen Anforderungen an die muslimischen Veranstalter beziehungsweise Gewährsleute des Religionsunterrichts überzeugend aufzeigt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Wolfgang Bock, geboren 1952, ist Jurist mit Schwerpunkt Öffentliches Recht, Staatskirchenrecht, Rechtstheorie und Rechtsgeschichte, seit 1989 Betreuung des rechtswissenschaftlichen Arbeitsbereichs an der FEST in Heidelberg; 1993 Promotion; 2004 Habilitation; Privatdozent an der Juristischen Fakultät der Universität Düsseldorf und Richter am Landgericht Frankfurt am Main.