Islam in Sicht - Göle, Nilüfer / Ammann, Ludwig (Hgg.)

Nilüfer Göle / Ludwig Ammann (Hgg.) 

Islam in Sicht

Der Auftritt von Muslimen im öffentlichen Raum

Hrsg. v. Nilüfer Göle u. Ludwig Ammann
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Islam in Sicht

Das "Coming-out" der Muslime im öffentlichen Raum, das ungewohnte Sichtbarwerden von Religion im säkularen Staat erregt Aufsehen. "Islam in Sicht" erhellt anhand von Fallstudien junger Forscher aus der Türkei, Iran und Europa, wie heutige islamische Bewegungen mit eigenen Cafés und Romanen, Filmen und Wanderpredigern an die Öffentlichkeit treten, Frauen mit Kopftüchern Alltagspolitik betreiben und die iranische Jugend auf der Straße gegen die Tugenddiktatur aufbegehrt. Einführende Essays der Herausgeber streiten mit Hannah Arendt für eine über Habermas hinausgehende Theorie der Öffentlichkeit und Privatheit, die auch islamischen Verhältnissen gerecht wird, Beiträge von Shmuel N. Eisenstadt und Charles Taylor runden den Band ab.


Produktinformation

  • Verlag: Transcript
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 381 S.
  • Seitenzahl: 384
  • Global Local Islam
  • Deutsch
  • Abmessung: 225mm x 149mm x 30mm
  • Gewicht: 583g
  • ISBN-13: 9783899422375
  • ISBN-10: 3899422376
  • Best.Nr.: 12793011
"'Islam in Sicht' ist ein aufregendes Buch, weil es darstellt, wie Glaube und Moderne im Zeichen des Islamismus zueinanderfinden und daraus etwas Neues entstehen kann, jenseits von Fundamentalismus und Terrorismus. (...) 'Islam in Sicht' zeigt, wie gebildetete Muslime mit den Spannungen zwischen Islam und Moderne umgehen. Modern sein, das hieß bisher fraglos: westlich sein oder den Westen nachahmen. Die jungen islamistischen Eliten suchen heute nach ihrem eigenen Projekt der Moderne." (Elisabeth Kiderlen, in: Süddeutsche Zeitung vom 17. Mai 2005 (Das politische Buch))<br/><br/>"Das grosse Verdienst von 'Islam in Sicht' ist es, Formen der islamischen Religiosität im öffentlichen Raum in ihrer Vielfältigkeit und in ihren Nuancen zu verstehen und zu erklären. Andere Fragen wirft das Buch dagegen erst auf: Wie kann die Öffentlichkeit im Westen auf diesen neuen Islamismus reagieren? Und wie werden traditionelle Kräfte in den islamischen Ländern dieser neuen Herausforderungen begegnen? Die kulturislamistischen Bewegungen, das belegt das Buch, sind zu bedeutend geworden, als dass sie ignoriert werden könnten." (Moritz Behrendt, in: Neue Zürcher Zeitung vom 15. März 2005, S. 45)<br/><br/>"Direkte praktische Nutzanwendungen schlägt dieser Band nicht vor. Er ist Widerspruch gegen das und Warnung vor dem oben angedeuteten einfachen Zerrbild von den westlich-islamischen Beziehungen; er gibt mit der Untersuchung einiger Facetten einen Eindruck von der Komplexität der realen Situation heutiger Muslime und ihrer Einbettung in die moderne Welt; und er liefert einige sehr anregende Reflexionen über diese Problematik, die uns alle mit Sicherheit noch lange beschäftigen wird." (Alexander Flores, in: Frankfurter Rundschau vom 8. Februar 2005)<br/><br/>"[...]findet in dem Buch unerwartete Ideen, die ihm eine neue Sicht auf den Islam eröffnen." (Badische Zeitung vom 16. Novermber 2004)<br/><br/>"Wie steht der Islam zum Westen, kommt es zum Konflikt, oder ist ein friedliches Miteinander möglich? Viele Verlagegreifen dieses Thema auf. Einen sehr guten Überblick bietet 'Islam in Sicht' aus dem Transcript-Verlag. In Fallstudien wird kompetent und anschaulich geschildert, wie sich Auftreten und Selbstverständnis von Muslimen in der Türkei, im Iran und in Westeuropa in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben." (Thomas Hanke, in: Handelsblatt, 6.Oktober 2004)<br/><br/>"Der Sammelband ist in seiner 'translokalen' Ausrichtung sicherlich eine gute Ergänzung zu den in Deutschland situierten Studien, denn er macht die Globalität des Islam-Phänomens und der damit verbundenen Fragestellungen deutlich." (Julia Reuter, Markus Gamper, Soziologische Revue, 1/2007)

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Aufschlussreich findet Moritz Behrendt diesen von Nilüfer Göle und Ludwig Ammann herausgegebenen Sammelband über Muslime im öffentlichen Raum. Wie Behrendt berichtet, verfolgt der Band einen kulturwissenschaftlichen Ansatz, der sich darin äußert, dass sich die Untersuchungen auf nichtdiskursive Strategien der "Öffentlichkeitsarbeit" beschränken. So würden neue islamische Cafes in Istanbul be- und untersucht, die Bewegung der Tabligh-Wanderprediger in Frankreich unter die Lupe genommen, das Zurschautragen des Kopftuchs analysiert. Göle sehe in diesen Phänomenen Kennzeichen einer zweiten Phase des Islamismus, in der für Jugendliche und Intellektuelle die islamisch-kulturelle Orientierung bedeutender geworden sei als der politische Standpunkt. Wie sich diese Gruppen öffentliche Räume aneignen, werde in den Beiträgen "vortrefflich" analysiert. Dagegen trage der Band wenig zur Klarheit bei, wenn es um die Berührungspunkte mit dem politischen Islam oder die Abgrenzungen von ihm gehe. Die Formen der islamischen Religiosität im öffentlichen Raum in ihrer Vielfältigkeit und in ihren Nuancen zu verstehen und zu erklären, hält Behrendt für den "großen Verdienst" des Bandes.

© Perlentaucher Medien GmbH

"'Islam in Sicht' ist ein aufregendes Buch, weil es darstellt, wie Glaube und Moderne im Zeichen des Islamismus zueinanderfinden und daraus etwas Neues entstehen kann, jenseits von Fundamentalismus und Terrorismus. (...) 'Islam in Sicht' zeigt, wie gebildetete Muslime mit den Spannungen zwischen Islam und Moderne umgehen. Modern sein, das hieß bisher fraglos: westlich sein oder den Westen nachahmen. Die jungen islamistischen Eliten suchen heute nach ihrem eigenen Projekt der Moderne." (Elisabeth Kiderlen, in: Süddeutsche Zeitung vom 17. Mai 2005 (Das politische Buch))<br/><br/>"Das grosse Verdienst von 'Islam in Sicht' ist es, Formen der islamischen Religiosität im öffentlichen Raum in ihrer Vielfältigkeit und in ihren Nuancen zu verstehen und zu erklären. Andere Fragen wirft das Buch dagegen erst auf: Wie kann die Öffentlichkeit im Westen auf diesen neuen Islamismus reagieren? Und wie werden traditionelle Kräfte in den islamischen Ländern dieser neuen Herausforderungen begegnen? Die kulturislamistischen Bewegungen, das belegt das Buch, sind zu bedeutend geworden, als dass sie ignoriert werden könnten." (Moritz Behrendt, in: Neue Zürcher Zeitung vom 15. März 2005, S. 45)<br/><br/>"Direkte praktische Nutzanwendungen schlägt dieser Band nicht vor. Er ist Widerspruch gegen das und Warnung vor dem oben angedeuteten einfachen Zerrbild von den westlich-islamischen Beziehungen; er gibt mit der Untersuchung einiger Facetten einen Eindruck von der Komplexität der realen Situation heutiger Muslime und ihrer Einbettung in die moderne Welt; und er liefert einige sehr anregende Reflexionen über diese Problematik, die uns alle mit Sicherheit noch lange beschäftigen wird." (Alexander Flores, in: Frankfurter Rundschau vom 8. Februar 2005)<br/><br/>"[...]findet in dem Buch unerwartete Ideen, die ihm eine neue Sicht auf den Islam eröffnen." (Badische Zeitung vom 16. Novermber 2004)<br/><br/>"Wie steht der Islam zum Westen, kommt es zum Konflikt, oder ist ein friedliches Miteinander möglich? Viele Verlage greifen dieses Thema auf. Einen sehr guten Überblick bietet 'Islam in Sicht' aus dem Transcript-Verlag. In Fallstudien wird kompetent und anschaulich geschildert, wie sich Auftreten und Selbstverständnis von Muslimen in der Türkei, im Iran und in Westeuropa in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben." (Thomas Hanke, in: Handelsblatt, 6.Oktober 2004)<br/><br/>"Der Sammelband ist in seiner 'translokalen' Ausrichtung sicherlich eine gute Ergänzung zu den in Deutschland situierten Studien, denn er macht die Globalität des Islam-Phänomens und der damit verbundenen Fragestellungen deutlich." (Julia Reuter, Markus Gamper, Soziologische Revue, 1/2007)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.05.2005

Karriere plus Kopftuch
Wie allmählich ein emanzipierter Islamismus entsteht
Kopftuch und Verschleierung - sie gelten in den westlichen Ländern, aber auch im säkularen türkischen Staat als Signal der Vormoderne, als Zeichen der Unterordnung der Frau, als Synonym für das Verschwinden des weiblichen Körpers aus der Öffentlichkeit. Wenn aber durch Verhüllung ein Anderssein demonstriert und ein Zeichen entschlossenen Selbstbehauptungswillens gesetzt werden soll, dann wird dieses scheinbare Paradox zu Politik. Die Kopftuchträgerin hätte dann ausgerechnet mit dem Tragen traditioneller Kopfbedeckung das muslimische Gebot weiblicher Unsichtbarkeit im öffentlichen Raum verletzt. Eine Tradition, die wie gottgegeben befolgt wurde, wäre somit zu einer klaren Entscheidung und damit zur bewussten Annahme einer neuen - islamistischen - Identität mutiert.
„Islam in Sicht” ist ein aufregendes Buch, weil es darstellt, wie Glaube und Moderne im Zeichen des Islamismus zusammenfinden können und daraus etwas Neues entstehen kann, jenseits von Fundamentalismus und Terrorismus. Der Westen habe die Muslime immer als „vormoderne Subjekte” betrachtet, ohne eigenes …

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Ludwig Ammann, geboren 1961, Studium der Islamwissenschaft, Literaturwissenschaft und Völkerkunde in Freiburg im Breisgau. Abschlüsse: M.A. Literaturwissenschaft, Dr. phil. Islamwissenschaft; seit 1988 freie Kunst-, Buch- und Filmkritik u.a. für Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung (NZZ), European Photography und Merkur. 1997 Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen in der Studiengruppe "Sinnkonzepte als Orientierungssysteme".

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