Die Begegnung mit dem Islam ist in den letzten Jahren in
Deutschland zu einem Phänomen geworden, das in der öffentlichen
Diskussion eine bedeutende Rolle spielt und das auch in der
Literatur zunehmend bedeutsamer wird.
Für das christlich-muslimische Gespräch und das Zusammenleben von
Muslimen und Nichtmuslimen in Deutschland können durch die
Untersuchung von Neuformatierungen muslimischen Denkens in der
gegenwärtigen Literatur neue Impulse entwickelt werden. Aus
literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive stellt sich die
Frage, wie insbesondere nach dem 11. September 2001 Diskurse des
Fremden und des Eigenen konstruiert werden, in denen der Islam
einerseits als Bedrohung und Herausforderung begriffen wird, in dem
andererseits aber die deutsche Gesellschaft ihr eigenes Verhältnis
zu Religion, Säkularisierung und Modernisierung neu reflektiert.
Michael Hofmann wurde 1957 in Freiburg geboren und lebt seit seinem fünften Lebensjahr in England. Nach einem Studium der Anglistik in Cambridge lebt er zusammen mit seiner Frau, der Schriftstellerin Lavinia Greenlaw, in London. Michael Hofmanns Gedichte wurden mit dem Cholmondeley Award und dem Geoffrey Faber Memorial Prize ausgezeichnet. Michael Hofmann hat u. a. Bertolt Brecht, Franz Kafka, Wolfgang Koeppen, Herta Müller, Joseph Roth, Patrick Süßkind und Kurt Tucholsky ins Englische übertragen.
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