Die weitreichende Bedeutung des Europarechts für den Wandel und die
konkrete Ausgestaltung nahezu aller Regelungsbereiche der deutschen
Rechtsordnung ist heute nicht mehr zu übersehen. Dessen zentraler
Stellenwert sowohl in der juristischen Ausbildung als auch in der
Praxis ist mittlerweile allgemein anerkannt. Ein fundiertes
europarechtliches Wissen ist nicht nur innerhalb des Wahlfachs
Europa-recht und spezieller Arbeitsbereiche der Rechtspraxis,
sondern schlichtweg für alle Juristinnen und Juristen
unentbehrlich. Hierzu wiederum zählen insbesondere die Grundzüge
der Judikatur des Europäischen Gerichtshofes in Luxemburg, ohne
deren Kenntnis sich das vor allem kasuistisch fortentwickelte
Europarecht in seiner erreichten Komplexität nicht mehr erschließen
läßt. Die vorliegende Entscheidungssammlung soll zur Vermittlung
dieser grundlegenden Kenntnisse einen möglichst effizienten Beitrag
leisten. In ihrer Konzeption wurde Wert darauf gelegt, daß sie sich
gleichermaßen als Nachschlagewerk für eilige Rechtsanwenderinnen
und -anwender, als auch als Lernbuch für Studierende eignet. Daher
erfolgte die Auswahl der einzelnen Entscheidungen flächendeckend
unter Berücksichtigung aller besonders praxis- und
examensrelevanten Regelungsbereiche. Insbesondere sind sowohl alle
bedeutenden Entscheidungsklassiker als auch aktuelle Judikatur
berücksichtigt und wird auf diesbezügliche Entwicklungslinien
hingewiesen. Um eine konzentrierte Darstellungweise
sicherzustellen, sind nur die sachlich wesentlichen Auszüge der
Einzelentscheidungen wiedergegeben und erforderlichenfalls
zusätzliche Sachverhaltszusammenfassungen vorangestellt. Der
besseren Übersichtlichkeit halber wurde eine systematische
Gliederung zugrundegelegt, die weitgehend dem Aufbau des
EG-Vertrags entspricht. Schließlich beginnt jede Entscheidung mit
einer dogmatischen Einordnung und endet mit Kontrollfragen, die im
Schlußteil dieser Darstellung beantwortet werden.