Die Innere Medizin - Gerok, Wolfgang / Huber, Christoph / Meinertz, Thomas / Zeidler, Henning (Hgg.)

Wolfgang Gerok / Christoph Huber / Thomas Meinertz / Henning Zeidler (Hgg.) 

Die Innere Medizin

Referenzwerk für den Facharzt

Hrsg. v. Wolfgang Gerok, Christoph Huber, Thomas Meinertz u. a.
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Die Innere Medizin

Internistisch up to date - mit Schattauers Innerer Medizin:
-Hochaktuell: zugeschnitten auf die gemeinsame Facharztweiterbildung Allgemeinmedizin / Innere Medizin nach der neuen Weiterbildungsordnung
- Symptomorientierte Zugänge und praxisrelevanter Inhalt
- Novum:"Leitsymptome und Differenzialdiagnosen"mit aussagekräftigen Flussdiagrammen
-"Fazit für die Praxis": Merksätze zu klinisch relevanten Punkten am Kapitelende
- Schier unerschöpfliches Nachschlagewerk zu allen Fragen und Problemen der Inneren Medizin
- Durchdachte Didaktik im zeitgemäßen und hochwertigen Design

Mit den geänderten Anforderungen der neuen Weiterbildungsordnung für Fachärzte hat sich auch das bewährte Standardwerk"Die Innere Medizin"einem strukturellen, thematischen und personellen Wandel unterzogen.
Zugeschnitten auf die gemeinsame Basisweiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und für Allgemeinmedizin ("common trunk") sowie auf den Praxis- und Klinikalltag hat das Herausgeberteam mit hoher fachlicher und didaktischer Kompetenz ein aktuelles Handbuch geschaffen, das seinesgleichen sucht.
Die völlig neu bearbeiteten Kapitel befassen sich klinisch orientiert, detailliert und dennoch übersichtlich mit allen (u.a. auch für die Facharztprüfung relevanten) Themengebieten.
Auch die neu hinzugekommenen Kapitel"Leitsymptome und Differenzialdiagnosen"folgen der klinischen Ausrichtung des gesamten Buches und erleichtern so den Weg durch das Labyrinth der internistischen Symptome.
Die hochwertige Ausstattung und das benutzerfreundliche Layout tragen dazu bei, dass die"Innere Medizin"einen neuen Standard definiert.
Das Werk ist für Fachärzte der Inneren und Allgemeinmedizin bzw. für Internisten mit Schwerpunktbezeichnung konzipiert, die nach der neuen Weiterbildungsordnung eine gemeinsame Basisweiterbildung absolvieren. Aber auch praktizierende Internisten, Ärzte aus den Nachbardisziplinen und besonders motivierte Medizinstudenten werden die neue Auflage der"Inneren Medizin"zu schätzen wissen. Entstanden ist ein ebenso anspruchsvoller wie unentbehrlicher Wegbegleiter, der zum einen das komplexe Wissen didaktisch durchdacht vermittelt und zum anderen den optimalen Überblick über das gesamte Fachgebiet ermöglicht.


Produktinformation

  • Verlag: Schattauer
  • 2007
  • 11., neubearb. u. erw. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: XVI, 1663 S. m. 1070 z. Tl. farb. Abb.
  • Seitenzahl: 1680
  • Deutsch
  • Abmessung: 310mm x 238mm x 70mm
  • Gewicht: 4220g
  • ISBN-13: 9783794522224
  • ISBN-10: 3794522222
  • Best.Nr.: 20856487

Leseprobe zu "Die Innere Medizin"

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Leseprobe zu "Die Innere Medizin"

18 Vergiftungen (S. 1473-1474)

Allgemeine Aspekte

Epidemiologie

Die Behandlung von Patienten mit akuten exogenen Intoxikationen ist von notfallmedizinischer Relevanz und stellt nach wie vor einen großen Anteil der Arbeit medizinischer Kliniken dar, wobei aber der Anteil intensivtherapiebedürftiger Intoxikationen rückläufig ist. Dies ist Ausdruck einer besseren Selektion schwerster Fälle, bei denen aufwändige intensivmedizinische Verfahren, wie Beatmung oder extrakorporale Eliminationen, indiziert sind. Analysen der Vergiftungen zeigen, dass weniger die neurologische Symptomatik als vielmehr schwerste hämodynamische und metabolische Entgleisungen Bild und Therapiekonsequenzen der Intoxikationen prägen. Da es keine Meldepflicht gibt, ist die Gesamtzahl akuter Vergiftungsfälle in Deutschland nicht ausreichend bekannt. Schätzungen belaufen sich auf 150 000–200 000 Vergiftungen pro Jahr.

Hierunter fallen sowohl akzidenzielle als auch Vergiftungen in suizidaler Absicht, wobei Letztere im Erwachsenenalter dominieren. Betrachtet man die Häufigkeitsverteilung verschiedener Noxen am Vergiftungsaufkommen, so ergibt sich folgendes Bild: Arzneimittel dominieren, gefolgt von Pflanzenschutzmitteln, Reizgasen sowie gewerblichen und chemischen Noxen. Schlüsselt man den großen Anteil peroraler Arzneimittelvergiftungen weiter auf, so ergibt sich folgendes Ursachenspektrum für stationär behandelte Intoxikationen: Hypnotika dominieren, gefolgt von Psychopharmaka, es folgen Analgetika und eine Reihe sonstiger Arzneimittel, wobei â-Blocker- und Herzglykosidvergiftungen hier zahlenmäßig den größten Anteil stellen.

Die Aufgliederung von Vergiftungen und deren klinische Beurteilung wird dadurch kompliziert, dass Kombinationsvergiftungen – durch gleichzeitige Einnahme verschiedener Noxen – häufig sind. In mindestens 50 % der klinisch behandelten Vergiftungsfälle ist mit einer Kombinationsvergiftung zu rechnen. Die gleichzeitige Einnahme einer Überdosis von Arzneimitteln und Alkohol in einer das Vergiftungsbild mitbestimmenden Dosis ist bei mindestens 20 % der Fälle nachweisbar. Die präklinische und klinische Bedeutung der Intoxikationen hinsichtlich Differenzialdiagnose und Differenzialtherapie wird deutlich, wenn der Anteil bewusstloser, intoxikierter Patienten an der Gesamtzahl der Komata nichttraumatischer, unklarer Genese erfasst wird. Unabhängig von regionalen Gegebenheiten zeigt sich, dass Intoxikationen sowohl klinisch als auch präklinisch an erster Stelle stehen.

Suizidale und parasuizidale Handlungen

Während die Suizidrate relativ stabil ist, nimmt die Zahl der suizidalen und parasuizidalen Handlungen zu und liegt um ein Vielfaches über der Suizidrate. In der Suizidforschung gilt das Interesse sowohl dem perisuizidalem Verhalten als auch der Wahl der verwendeten Mittel. Ab den 1960er Jahren ist die Verwendung überwiegend »weicher Mittel«, wie Hypnotika oder Psychopharmaka, zusammen mit Alkohol bei Suizidversuchen auf 80 % angestiegen.

Die »har ten Methoden«, wie Schnitte, Ertränken, Erhängen, Erschießen und Stürze, sind zurückgegangen, stehen aber nach wie vor bei den Suiziden an erster Stelle. In engem Zusammenhang mit dem gewählten Mittel ist die Frage des Risikos zu sehen. Hier muss das subjektive von dem objektiven Risiko unterschieden werden. Vom medizinischen Standpunkt aus kann eine Intoxikation objektiv harmlos sein, der intoxikierte Patient war jedoch bei der Suizidhandlung subjektiv von der Gefährlichkeit des Medikaments überzeugt. Suizid und Suizidversuch gehören nicht unbedingt und direkt zusammen. Manche Autoren belegen den als »cry for help« bezeichneten Suizidversuch auch mit dem Terminus Parasuizid.

Die Trennung hinsichtlich des psychodynamischen Stellenwertes in Suizid, Suizidhandlung (bzw. Selbsttötung und Selbsttötungsversuch) und Parasuizid ist nicht unbedenklich, da es fließende Übergänge zwischen diesen Verhaltensweisen gibt. Prinzipiell vollzieht sich die Einteilung der suizidalen Entwicklung in drei Stadien:
1. Erwägung
2. Ambivalenz
3. Entschluss

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