Die biopsychosozialen Voraussetzungen der Dissoziativen Identitätsstörung als Ansatzpunkte präventiver Sozialarbeit
Vordiplomarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Sozialpädagogik /
Sozialarbeit, Note: 1,3, Fachhochschule
Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Standort Emden, Sprache:
Deutsch, Abstract: Im Rahmen meines Studiums habe ich über ein Jahr
einen Tag in der Woche in der Tagesstätte für Menschen mit
seelischen Behinderungen in Norden gearbeitet. Diese
Praxistätigkeit habe ich im Rahmen eines Projektstudiums
absolviert. Während dieser Zeit wurde eine neue Klientin zur
Besucherin der Tagesstätte. Die Klientin befindet sich im mittleren
Erwachsenenalter und leidet an der psychischen Krankheit der
Dissoziativen Identitätsstörung. Diese Diagnose bedeutete für die
Mitarbeiter der Einrichtung eine neue Herausforderung. Der größte
Teil der Besucher leidet an Psychosen, die häufig daraus entstanden
waren, dass Drogen, Alkohol oder Medikamente missbraucht wurden.
Bei anderen lagen Depressionen vor, die vielfach auf der Basis
chronischer Schmerzen entstanden waren. Menschen mit Dissoziativer
Identitätsstörung waren bisher nicht Besucher der Tagesstätte. Für
mich wurde das Projektstudium gerade mit diesem Neuzugang sehr
spannend. Mich hat die Klientin sehr fasziniert, da es sich um eine
sehr intelligente und kreative Persönlichkeit handelt, die sich
ihrer verschiedenen Persönlichkeiten bewusst ist und offen damit
umgeht. Mit Hilfe ihrer Therapeutin hatte sie bereits die
Persönlichkeiten kennen gelernt, mit denen sie ihren Körper teilen
muss und konnte so auch über die Wechsel und Gründe für das
Wechseln der Persönlichkeiten Auskunft geben. Darüber hinaus kannte
sie deren Funktion im System der Persönlichkeiten und wusste über
deren Eigenschaften Bescheid.Das erste Erleben eines solchen
Wechsels ergab sich für mich in einem anderen Zusammenhang. Ich
arbeite in der Einrichtung Tomtes Hof e.V., einem Hof, der sich
darauf spezialisiert hat für Menschen in allen Lebenslagen einen
Raum zu schaffen, in dem die Begegnung mit Tier und Natur
ermöglicht wird. Eine Gruppe der Tagesstätte besucht regelmäßig
diese Einrichtung und wird von mir dort betreut. Eines Tages war
auch die Klientin mit der Dissoziativen Identitätsstörung für einen
dieser Besuche auf dem Hof eingeplant. Ihr selbst, den Betreuern
und auch mir war bewusst, dass sich gerade in diesem Zusammenhang
einige ihrer Kind-Persönlichkeiten nicht nehmen lassen würden, zum
Vorschein zu kommen, um auch etwas von diesem Besuch haben zu
können. Im Vorfeld wurde deshalb mit der Klientin besprochen, wie
wir im Falle des Persönlichkeitswechsels zu reagieren haben. Sie
erklärte uns, dass sie mit ihrer Therapeutin eine Möglichkeit
erarbeitet habe, mit ihren Persönlichkeiten zu kommunizieren. [...]
Im Rahmen meines Studiums habe ich über ein Jahr einen Tag in der
Woche in der Tagesstätte für Menschen mit seelischen Behinderungen
in Norden gearbeitet. Diese Praxistätigkeit habe ich im Rahmen
eines Projektstudiums absolviert.
Während dieser Zeit wurde eine neue Klientin zur Besucherin der
Tagesstätte. Die Klientin befindet sich im mittleren
Erwachsenenalter und leidet an der psychischen Krankheit der
Dissoziativen Identitätsstörung. Diese Diagnose bedeutete für die
Mitarbeiter der Einrichtung eine neue Herausforderung. Der größte
Teil der Besucher leidet an Psychosen, die häufig daraus entstanden
waren, dass Drogen, Alkohol oder Medikamente missbraucht wurden.
Bei anderen lagen Depressionen vor, die vielfach auf der Basis
chronischer Schmerzen entstanden waren. Menschen mit Dissoziativer
Identitätsstörung waren bisher nicht Besucher der
Tagesstätte.
Für mich wurde das Projektstudium gerade mit diesem Neuzugang sehr
spannend. Mich hat die Klientin sehr fasziniert, da es sichum eine
sehr intelligente und kreative Persönlichkeit handelt, die sich
ihrer verschiedenen Persönlichkeiten bewusst ist und offen damit
umgeht. Mit Hilfe ihrer Therapeutin hatte sie bereits die
Persönlichkeiten kennen gelernt, mit denen sie ihren Körper teilen
muss und konnte so auch über die Wechsel und Gründe für das
Wechseln der Persönlichkeiten Auskunft geben. Darüber hinaus kannte
sie deren Funktion im System der Persönlichkeiten und wusste über
deren Eigenschaften Bescheid.
Das erste Erleben eines solchen Wechsels ergab sich für mich in
einem anderen Zusammenhang. Ich arbeite in der Einrichtung Tomtes
Hof e.V., einem Hof, der sich darauf spezialisiert hat für Menschen
in allen Lebenslagen einen Raum zu schaffen, in dem die Begegnung
mit Tier und Natur ermöglicht wird. Eine Gruppe der Tagesstätte
besucht regelmäßig diese Einrichtung und wird von mir dort
betreut.
Eines Tages war auch die Klientin mit der Dissoziativen
Identitätsstörung für einen dieser Besuche auf dem Hof eingeplant.
Ihr selbst, den Betreuern und auch mir war bewusst, dass sich
gerade in diesem Zusammenhang einige ihrer Kind-Persönlichkeiten
nicht nehmen lassen würden, zum Vorschein zu kommen, um auch etwas
von diesem Besuch haben zu können. Im Vorfeld wurde deshalb mit der
Klientin besprochen, wie wir im Falle des Persönlichkeitswechsels
zu reagieren haben. Sie erklärte uns, dass sie mit ihrer
Therapeutin eine Möglichkeit erarbeitet habe, mit ihren
Persönlichkeiten zu kommunizieren. [...]