Das Straßenkinderprojekt als Organisation - Schmid, Anna K.

Anna K. Schmid 

Das Straßenkinderprojekt als Organisation

Strukturen, Prozesse und Qualität am Beispiel eines Heims in Brasilien

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Das Straßenkinderprojekt als Organisation

Strukturen, Prozesse und Qualität am Beispiel eines Heims in Brasilien

Mittels eines organisationspsychologischen Ansatzes untersucht Anna Katharina Schmid die Organisation und Qualität einer von der Organisationslehre bisher nicht untersuchten Art von Organisation, einer residentiellen (stationären) Institution für Kinder und Jugendliche am Beispiel eines Straßenkinderprojektes in Brasilien. Im Rahmen einer umfassenden Organisationsanalyse rekonstruiert sie das Projekt von "innen" heraus aufgrund des Praxiswissens seiner Mitglieder als Organisation. Die Autorin erkennt Zusammenhänge zwischen dem pädagogischen Konzept und der Organisationsgestaltung. Darüber hinaus zeigt sie, dass die Rekonstruktion einer Organisation aufgrund von Praxiswissen der Beteiligten möglich ist, und dass dabei nicht nur diejenigen Schwerpunkte der Organisation auftauchen, die man aus der - vorwiegend aus Wirtschaftsbetrieben stammenden - Organisationslehre kennt, sondern auch solche, die als spezifisch für diese Art von sozialer Institution angesehen werden können.

Das Buch wendet sich an Dozierende und Studierende der Organisationslehre/Organisationspsychologie sowie an MitarbeiterInnen im Sozialmanagement, der Sozialen Arbeit, der Kinder- und Jugendhilfe, der Entwicklungshilfe und von Straßenkinderprojekten.


Produktinformation

  • Verlag: Vs Verlag
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 296 S. m. 9 Abb., 15 Tab.
  • Seitenzahl: 328
  • VS Research
  • Best.Nr. des Verlages: 85042656
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 151mm x 22mm
  • Gewicht: 435g
  • ISBN-13: 9783531174181
  • ISBN-10: 3531174185
  • Best.Nr.: 28244851
"Die Studie ist ein innovatives Beispiel für die Organisationsanalyse und qualitätsorientierte Gestaltung in einem basisdemokratisch organisierten Heim in Brasilien. Die Autorin analysiert diese Organisation auf der Basis des Praxiswissens ihrer Beteiligten und zeigt Zusammenhänge zwischen Organisationsgestaltung und pädagogischem Prozess auf. Die Studie ist somit ein wertvoller Beitrag für Theorie und Praxis residentieller Settings." -- infostelle - Online-Plattform für das Sozialwesen (www.infostelle.ch), 25.10.2010

"Die Studie ist ein innovatives Beispiel für die Organisationsanalyse und qualitätsorientierte Gestaltung in einem basisdemokratisch organisierten Heim in Brasilien. Die Autorin analysiert diese Organisation auf der Basis des Praxiswissens ihrer Beteiligten und zeigt Zusammenhänge zwischen Organisationsgestaltung und pädagogischem Prozess auf. Die Studie ist somit ein wertvoller Beitrag für Theorie und Praxis residentieller Settings." infostelle - Online-Plattform für das Sozialwesen (www.infostelle.ch), 25.10.2010

"Die Studie ist ein innovatives Beispiel für die Organisationsanalyse und qualitätsorientierte Gestaltung in einem basisdemokratisch organisierten Heim in Brasilien. Die Autorin analysiert diese Organisation auf der Basis des Praxiswissens ihrer Beteiligten und zeigt Zusammenhänge zwischen Organisationsgestaltung und pädagogischem Prozess auf. Die Studie ist somit ein wertvoller Beitrag für Theorie und Praxis residentieller Settings." infostelle - Online-Plattform für das Sozialwesen (www.infostelle.ch), 25.10.2010
Anna Schmid promovierte an der Universität Zürich und ist Dozentin im Departement Soziale Arbeit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW mit Fokus Sozialmanagement und Forschungstätigkeit zur Qualität in der stationären Kinder- und Jugendhilfe.

Leseprobe zu "Das Straßenkinderprojekt als Organisation"

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Inhaltsangabe

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Leseprobe zu "Das Straßenkinderprojekt als Organisation"

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6 Gute residentielle Projekte für Kinder und Jugendliche der Strasse in Brasilien: Von den Forschungserkenntnissen zum Organisationsleitfaden (S. 287-288)

6.1 Generalisierbarkeit und Anwendbarkeit der Forschungserkenntnisse

Mit der Organisation Chácara wurde ein Einzelfall untersucht. Die Theorien der Kontingenz und der Systemhaftigkeit von Organisationen weisen darauf hin, dass Organisationen nur beschränkt vergleichbar sind, weil sie situativ und in ständiger Bewegung begriffen sind. Aus den zahlreichen Aussagen von Mitgliedern und Beteiligten der Chácara, welche hier untersucht worden sind, lässt sich denn auch eine ganz spezifische Organisation – fast möchte man sagen Organisationspersönlichkeit – erkennen.

Entsprechend ergab die empirische Untersuchung sehr spezifische Einblicke in die Chácara selbst, welche nun von dieser genützt werden können. Von besonderer Bedeutung für Wissenschaft und Praxis ist jedoch, dass ein Grossteil der vielfältigen und reichhaltigen Merkmale organisatorischer Gestaltung, welche aus dem Datenmaterial hervorgegangen sind, auf ein Niveau der Abstraktion und Formulierung geführt werden konnten, auf dem sie nach Erachten der Autorin sowohl für weitere residentielle Projekte und Institutionen sowie für die Chácara in künftigen Phasen der Organisation generalisierbar sind. Wie die vorangegangenen Kapitel 4 (und vor allem 4.6) und 5 aufzeigen, war dies durch eine reflektive Inbezugsetzung der Phänographie der Organisation Chácara mit einfachen, allgemeinen Rahmenmodellen der Organisation und des Organisationsentwicklungszyklus möglich. Daraus resultieren Aspekte der Organisation und Organisationsgestaltung, welche als spezifische Erweiterung und Präzisierung dieser Rahmenmodelle für residentielle Institutionen für Kinder und Jugendliche der Strasse in Brasilien gelten können.

Ein Erzieher der Chácara – selbst ehemaliger Junge der Gemeindearbeit in der Vila Lindóia, Mitglied der Strassenarbeit der ersten Jahre und Gründungsmitglied der Chácara, also seit über 20 Jahren involviert – betont, dass es schliesslich kein (Detail-) Rezept oder Modell für eine solche Organisation gebe, sondern, dass ein ständiger Lernprozess nötig sei: [Die Chácara] ist eine Herausforderung für uns, etwas, wofür wir nie ein Rezept aus der Schublade ziehen können.

Es gibt nie das perfekte Modell: „Schau, genau so müsste es sein!“, sondern du entdeckst während des Tages ständig, dass derjenige Schritt, den du gestern für richtig hieltest, doch nicht ganz gut war, und dass er [noch] verbessert werden kann. Das ist für mich der zentrale Punkt. (Interview, April 2004) Eine Transferleistung wird in jedem Fall nötig sein, um die vorliegenden Erkenntnisse auf die Chácara oder auf weitere residentielle Institutionen für Kinder und Jugendliche der Strasse anzuwenden.

In dieser Transferleistung liegt jedoch nach Erachten der Autorin grosser Wert. Da, wie in der Studie dargelegt, Lern- und Adaptationsprozesse für die Überlebensfähigkeit und Qualität von Organisationen von grösster Bedeutung sind, ergibt sich mit der Notwendigkeit einer Transferleistung die Verantwortung, aber auch die Chance, den Lernprozess und die Lernfähigkeit der Organisation zu nützen und zu stärken und damit einen Beitrag von fundamentaler Bedeutung an die Qualität der Organisation zu leisten.

Inhaltsangabe

- Straßenkinderprojekte in Brasilien

- Qualität, Nachhaltigkeit und Entwicklung der Organisation

- Anforderungen, Grenzen und Möglichkeiten der untersuchten Organisation

- Die Phänographie der Organisation Chacara

- Organisation, Qualität und Nachhaltigkeit: Erkenntnisse und Empfehlungen

- Gute residentielle Projekte für Kinder und Jugendliche der Straße in Brasilien: Von den Forschungserkenntnissen zum Organisationsleitfaden
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