Das Erotische - Marion, Jean-Luc

Jean-Luc Marion 

Das Erotische

Ein Phänomen

Übersetzer: Letzkus, Alwin
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Das Erotische

Wir reden oft über die Liebe, erfahren sie in den unterschiedlichsten Formen - Eros und Agape, reine Lustempfindung und abstrakte Nächstenliebe, Pornographie und Sentimentalität -, aber wir verstehen nichts von ihr, oder fast nichts. Und wenn die Philosophie über sie spricht, droht sie sie verächtlich zu machen und zu verraten. Sie wird ausgehend vom Selbstbewusstsein zu einer Passion" erniedrigt, die als krankhaft, irrational und damit immer auch als fragwürdige Erscheinung gilt.
Marion bestreitet dieses Urteil, denn der Mensch definiere sich nicht durch das Bewusstsein (Descartes), und auch nicht durch das Sein in ihm (Heidegger), sondern durch das, was er liebt. Und selbst die Philosophie, als Liebe zur Weisheit", muss zuerst das lieben, was sie zu wissen vorgibt". Ausgehend von Phänomenen, wie sie sich von sich selbst her zeigen - Begehren, Versprechen, Lust, Hingabe, Eifersucht, Lüge, Tod -, schreitet Marion in sechs Meditationen den Horizont dessen ab, was sich als der verborgenste Kontinent eines jeden Menschen erweist: die Liebe als erotisches Phänomen". Und er kommt zu dem Schluss: Die Liebe entfaltet sich auf dieselbe logische Weise wie die strengsten Begriffe."


Produktinformation

  • Verlag: Alber
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 319 S.
  • Seitenzahl: 320
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 135mm x 25mm
  • Gewicht: 439g
  • ISBN-13: 9783495483664
  • ISBN-10: 3495483667
  • Best.Nr.: 28002108

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Wer mit dem Werk des französischen Phänomenologen und Religionsphilosophen Jean-Luc Marion vertraut ist, wird sich vom Titel nicht auf Abwege führen lassen sondern wissen, dass es auch beim Erotische nicht zuletzt um "Gott und die Welt" geht, meint Thomas Groß. Bei Marion ist die wahrhaftige körperliche Liebe ein wechselseitiges Genießen, das, wenn es zum Benutzen wird, die Grenzen zur Pornografie überschreitet. Der Rezensent sieht beim Autor einige Anleihen an die christliche Sexualethik, stellt aber fest, dass der realen Beziehungspraxis mit wechselnden Partnern Rechnung getragen wird. Obwohl aber doch mitunter "Ideal und Leben" in diesem "subtilen und erstaunlich ausführlichen" Buch ziemlich auseinander zu klaffen scheinen, lässt sich der Rezensenten schlussendlich von der psychologischen Plausibilität, die er darin erkennt,  überzeugen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.09.2011

Zur Sexualität gehört der Schwur der Liebenden
Aber gegen serielle Monogamie ist kein Kraut gewachsen: Der Philosoph Jean-Luc Marion erkundet das Erotische

Angesichts des Titels "Das Erotische" wird man vielleicht eher Zupackendes erwarten. Wenn indessen der französische Phänomenologe und Religionsphilosoph Jean-Luc Marion ein Buch dieses Titels publiziert, nimmt die Untersuchung absehbar einen anderen Gang, denn der 1946 geborene, nicht zuletzt auch von Emmanuel Levinas inspirierte Schüler Jacques Derridas, der in Paris und Chicago lehrt und unlängst mit dem Heidelberger Karl-Jaspers-Preis geehrt wurde, bezieht buchstäblich Gott und die Welt mit ein, wenn es ihm um eine besondere Sache geht. In diesen Tagen erscheint die exzellente deutsche Übersetzung von Alwin Letzkus bei Alber.

Der abendländischen Philosophie hält Marion vor, das Phänomen der Liebe, ob als Eros oder als Agape, vernachlässigt zu haben. Wer den Menschen, wie seit Descartes gängig, vom Bewusstsein her oder auch mit Heidegger vom Sein her definiere, der verkenne, dass er sich vor allem durch dasjenige selbst verstehe, was er liebt. Auch die Philosophie müsse als …

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Jean-Luc Marion, geb. 1946, ist Professor für Philosophie an der Sorbonne (Paris IV) und Professor für Religionsphilosophie und Theologie an der University of Chicago. 2008 wurde er mit dem Karl-Jaspers-Preis ausgezeichnet und als Mitglied in die Académie française gewählt. Marion gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Philosophen Frankreichs.

Leseprobe zu "Das Erotische" von Jean-Luc Marion

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