Alpendöner - Spatz, Willibald

Willibald Spatz 

Alpendöner

Birnes erster Fall

Broschiertes Buch
 
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Alpendöner

Bier statt Kässpatzen - Kemptens neuer Krimiheld heißt 'Birne'! Ein junger Krimi von einem jungen Autor, mit liebenswerten Charakteren in aberwitzigen Situationen. Kultverdächtig!

Birne, Anfang 30, hat in Kempten gerade seinen neuen Job als Redakteur bei einem Verlag für Wanderführer angetreten, als seine Nachbarin, die alte Frau Zulauf, blutüberströmt aufgefunden wird. Mord inmitten beschaulicher Alpenidylle - so hatte Birne sich seinen Neuanfang im Allgäu nun wirklich nicht vorgestellt!
Ein türkischer Imbissbudenbesitzer, ein Motiv, ein Kebabmesser - die Polizei hat den mutmaßlichen Mörder der Frau schnell dingfest gemacht. Doch dann stolpert Birne in die Ermittlungen.


Produktinformation

  • Verlag: Gmeiner
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 322 S.
  • Seitenzahl: 322
  • Krimi im Gmeiner-Verlag
  • Best.Nr. des Verlages: 1028
  • Deutsch
  • Abmessung: 201mm x 121mm x 27mm
  • Gewicht: 340g
  • ISBN-13: 9783839210284
  • ISBN-10: 3839210283
  • Best.Nr.: 26391060
Willibald Spatz, Jahrgang 1977, hat in Würzburg Biologie und in München Kulturkritik studiert. Er lebt zurzeit in der Nähe seiner Heimatstadt Augsburg und schreibt als freier Autor u. a. für die Süddeutsche Zeitung (Münchner Kultur), die Zeitschrift Theater der Zeit und das Internet-Portal nachtkritik.de.

Leseprobe zu "Alpendöner"

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Leseprobe zu "Alpendöner" von Willibald Spatz

1. Tag (S. 9-10)

Man konnte nicht behaupten, dass er viel verlangte; streng genommen konnte man sogar behaupten, dass er überhaupt nichts mehr verlangte vom Leben. Abgesehen vom Funktionieren einiger Alltagsdinge. Den Frieden mit ihnen zu finden, wenn das schon mit den Mitmenschen nicht gelang. Letztere sollten ihn in Ruhe lassen, anstatt ihm die Zeitung aus dem Briefkasten zu klauen.

Es war einer seiner ersten Morgen hier am Fuß der Berge, und er wünschte sich aufrichtig, dass es nicht ein Morgen sein sollte, an dem alles anfing – sein Leben, sein neues, diese frisch gefundene Ungemütlichkeit, die er eben eingetauscht hatte. Er hatte seinen Wecker gestellt, etwas früher, als es hätte sein müssen, um einen Blick in seine Zeitung, das Wesentlichste, das er aus der großen Stadt hierher mitgenommen hatte, zu werfen. Und jetzt war sie ihm geklaut worden und sein Anfang hier, sein erster Bewährungsmorgen, damit versaut. Der Morgen, die Stadt – sie hatten sich zu bewähren wie er selbst und hatten schon versagt, doch anstatt zu fühlen, wie Druck von ihm wich, weil er jetzt weniger zu verlieren hatte, fluchte er auf diesen Tag und sein Leben, auf sein neues wie auf sein altes, das sich entschlossen hatte, dermaßen zu verkommen, dass er dieses neue hatte wählen müssen.

Das Messer fiel ihm das dritte Mal aus der Hand, fiel auf den Boden. Dieses dritte Mal, dachte Birne sich jetzt, anstatt zu fluchen, denn das hätte das Messer auch nicht wieder sauber gemacht, dieses dritte Mal wäre das Messer nicht auf den Boden gefallen, hätte ich nicht den Wecker früher gestellt wegen meiner Zeitung, die ich jetzt nicht lese. Genau diesen Frieden meinte er mit den Dingen, dass sie ihm nicht das dritte Mal aus der Hand fielen, weil er den Wecker früher gestellt hatte, und genau diese Ruhe meinte er, die seine Mitmenschen hätten respektieren sollen.

Jetzt fluchte er. Laut, denn es konnte ihn niemand hören. Außer vielleicht einer Person in diesem Haus, die jetzt, nur weil sie den Wecker auf eine frühere Stunde eingestellt hatte als Birne, gerade die Zeitung las. Birne musste zum ersten Mal ein bisschen schmunzeln beim Gedanken daran, dass er morgen seinen Wecker so stellen würde, dass ihm zwar das Messer womöglich ein viertes Mal entgleiten würde, aber er dafür Zeitung lesen konnte. Die Dinge und Feinde in diesem Haus würden so gegeneinander ausgespielt. Birne würde einen kleinen Triumph feiern, beim Rausgehen die Türschilder studieren und erste Verdächtigungen anstellen.

Birne zog sich an, fand beinahe ausschließlich nicht zusammenpassende Socken in seinem Schrank, hatte dann aber doch Glück, nahm sich für den frühen Abend vor, Ordnung zu schaffen in seiner Umgebung, überlegte kurz, ob er auf seinem Weg nach einem Zeitschriftenladen schauen sollte, beschloss aber, dass er diese Zeitung nun schon bezahlt und sich nicht auch noch strafen wollte, indem er sie noch mal kaufte und bis zum Schlafengehen sowieso keine Gelegenheit mehr finden würde, sie zu lesen.

Kundenbewertungen zu "Alpendöner" von "Willibald Spatz"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 2 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** weniger gut)
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***** gut
 
(1)
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(1)
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Bewertung von bonsai aus Dachau am 14.05.2010 ***** gut
Der Roman war nicht schlecht, aber Teilweise etwas zuviel drum herum. Manche Sachen die keinen interessieren, waren detailliert beschrieben

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: eBook

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Bewertung von Dine aus Eislingen am 07.08.2009 ***** schlecht
Meine Rezi:
Mich hat das Titelbild sofort angesprochen, was evtentuell an dem Signalrot der "Tischdecke" lag.
Autorenname und Titel sind leicht versetzt, untereinander in der Mitte platziert.
Der interessante Titel und der Klappentext hatten nun mein Interesse geweckt.

Durch die, für mich, gewöhnungsbedürftige Schreibweise, empfand ich den Anfang sehr langatmig. Der Krimi kam gar nicht richtig in Fahrt.
Nach den, ungefähr, ersten 50 Seiten, in denen es fast ausschließlich um die Zeitung des Protagonisten Birne ging, wurde der Schreibstil langsam flüssiger. Dennoch blieb er immer noch sehr ausführlich. Von einem Krimi keine Spur.
Trotz der Besserung der Ausdrucksweise, hatte ich Schwierigkeiten, eine Verbindung zum Protagonisten herzustellen.
Die Sätze waren teilweise so verschachtelt geschrieben, dass ich es gar nicht richtig mitbekam, wenn etwas passierte. So wurde auch der Mord anfangs nur am Rande, am Stammtisch, erwähnt. Auch weiterhin spielten sich die Ermittlungen zu dem Mord eher im Hintergrund ab.

Bei mir kam keine richtige Spannung auf. Hin und wieder gab es Ansätze, bei denen ich dachte, nun wird es dramatisch, aber dann flaute es wieder ab.
Auch wurden viele Nebensächlichkeiten viel zu arg in den Vordergrund gerückt und so in die Länge gezogen, dass ich teilweise richtig kämpfen musste, den Faden nicht zu verlieren. So wurden z.B. den Alltagsdingen, wie dem Essen eines Nutellabrotes, und ähnlichem viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt, was meiner Ansicht nach nicht wirklich hilfreich war, um Neugier zu erzeugen.
Erst auf den letzten Seiten wurde es kurzzeitig spannend, teilweise sogar richtig dramatisch, so dass ich wissen wollte, wie es endet.
Aber es wurde alles nur in kurzen Sätzen erklärt und das Ende kam mir zu schnell!
Was allerdings wiederum auf der letzten Seite passierte, ist in meinen Augen völlig unlogisch. Aber es macht neugierig auf den zweiten Fall.
So wie ich das nun im Nachhinein sehe, scheint dieser Roman eher eine Einführung geworden zu sein. Das lässt mich auf ein besseres zweites Buch hoffen!

Das Werk ist in der personellen Perspektive geschrieben. Abwechselnd wird aus der Sichtweise des Journalisten Birne und Kommissar Bruno Abraham berichtet.
Der Kommissar war mir von Anfang an unsympathisch. Als noch sein Sohn mit einbezogen wurde, konnte ich beide erst recht nicht mehr leiden. Was der Junge von sich gab, waren teilweise schon richtige Parolen gegen Türken. Es brachte so einen Touch Ausländerfeindlichkeit mit sich... Dass der Autor den Rechtsradikalismus so stark betont, hätte ich nicht gedacht.
Der Protagonist wird immer nur mit Nachnamen dargestellt und von ihm selbst darf man fast nichts erfahren.
Auch die Figuren um Birne herum wurden so gut wie gar nicht vorgestellt. Im Grunde wurden die Charaktere alle oberflächlich erklärt, so dass ich meiner Fantasie freien Lauf lassen musste. Das mag für andere schön sein, aber mich störte es, da ich mir im Hinterkopf immer Fragen zum Aussehen und Charakter stellte, weswegen sich das Buch für mich stockend lesen lies.
Die Kapitel sind in Form von Tagen eingeteilt und somit teils sehr lang.
Ebenfalls war durch das ganze Buch kein flüssiger Satzbau zu sehen, was die Geschichte, meiner Meinung nach, sehr beeinflusst.

Fazit:
Für mich war der Erzählstil so unberechenbar, dass ich von dem eigentlichen "Krimi" leider nichts spürte.
Auf der einen Seite möchte ich dem Autor noch eine Chance geben, aber auf der anderen Seite habe ich Bedenken, dass sich an dem Schreibstil nichts ändern wird.
Also lest und entscheidet am besten selbst!

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