Gold der Tundra - Rytchëu, Juri

Juri Rytchëu 

Gold der Tundra

Aus d. Russ. v. Kristiane Lichtenfeld
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Gold der Tundra

Zwei Generationen nach »Traum im Polarnebel« brechen zwei Amerikaner auf, die verlorene Welt ihres Großvaters zu suchen. Aber die Tschukotka hat sich dramatisch verändert. Eine unerklärliche Faszination verbindet Robert und Susan Carpenter seit ihrer Kindheit mit dem so nahen, aber unzugänglichen Land der Tschuktschen am anderen Ufer der Bering-Straße. Dort hatte ihr Großvater als Händler gelebt bis die Revolution kam. Ihre tschuktschische Großmutter, die ebenfalls nach Alaska emigriert war, erzählte ihnen tausend Geschichten vom Leben in der Jaranga und in der Tundra. Und was hat es mit der rätselhaften Zeichnung auf sich, die der Großvater hinterließ? Susan ist sicher, dass sie ein Hinweis auf einen Goldschatz ist, den der Großvater bei seiner überstürzten Abreise zurückließ und nicht mehr bergen konnte. Als die Perestroika beginnt, machen sie sich auf die Reise, um das Land ihrer Ahnen kennen zu lernen, aber auch um den Schatz zu finden. Sie geraten mitten in die Wirren eines verlorenen, vergessenen Landes, in dem nichts mehr ist, wie es früher war.


Produktinformation

  • Verlag: Unionsverlag
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 311 S.
  • Seitenzahl: 272
  • UT Nr.429
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 115mm x 25mm
  • Gewicht: 313g
  • ISBN-13: 9783293204294
  • ISBN-10: 3293204295
  • Best.Nr.: 23875441
"Flaschenpost vom Rand der Welt." (Der Standard, Wien)<br/><br/>"Ein Roman, der uns wie die Melodie eines Liedes umfängt. Rytchëu zeigt ein Land im Umbruch und ein Volk, das sich darauf einstellen muss. Ein richtig gutes Buch!" (Lausitzer Rundschau)

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensentin Sabine Berking sieht in Juri Rytcheu die "einzige Stimme" der kleinen Völker im Nordosten Russlands, die auch im Westen gehört werden kann. Die Romane und Erzählungen des 1930 geborenen, tschuktschischen Autors würdigt sie als "einzigartiges Dokument der Agonie, aber auch der Widerstandskraft" der uralten Kultur Tschukotkas. Der schleichende Untergang dieser Kultur, die Ausbeutung des an Öl, Gas und Gold reichen Landes durch Moskau, die herrschende Korruption sind Themen, die auch in "Gold der Tundra" eine tragende Rolle spielen. Der Roman handelt von der Spurensuche eines amerikanischen Geschwisterpaars in Tschukotka nach dem Zusammenbruch des Kommunismus 1991, doch statt des Goldschatzes ihres Großvaters finden die beiden ein Land in Chaos und Apathie vor. Bisweilen scheint Berking die Sicht des Autors auf Tschukotka freilich zu negativ. Auch seine Einschätzung, die tschuktschische Bevölkerung habe, anders als die indigene Bevölkerung Alaskas, ihren Stolz verloren, betrachtet sie zurückhaltend, bietet der Roman doch zahlreiche Details, die diesem Eindruck widersprechen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.01.2007

Femme fatale auf tschuktschisch
Putins vergessene Untertanen: Juri Rytchëu erzählt vom Norden

Der Gouverneur von Tschukotka, einer Halbinsel im äußersten Nordosten Russlands, verbringt die meiste Zeit bekanntlich in London, wo dem Multimilliardär unter anderem ein Fußballklub gehört. Der Tausende von Kilometern vom Wohnsitz des Gouverneurs entfernte Regierungsbezirk ist doppelt so groß wie Deutschland und reich an Öl, Gas und Gold. Weniger als 50 000 Menschen leben hier. Das Amt hatte Putin dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch höchstpersönlich angetragen, es verschafft strafrechtliche Immunität.

Tschukotka ist nur ein Beispiel dafür, worum es im Machtpoker des neuen Russlands geht. Worum es nicht geht, davon erzählt der 1930 als Sohn eines Jägers in einer Siedlung auf Tschukotka geborene Juri Rytchëu. Der heute in Sankt Petersburg lebende Autor ist die einzige Stimme der kleinen Völker des russischen Nordens, die auch im Westen gehört werden kann. Dem Zürcher Unionsverlag ist zu danken, dass er sich immer wieder um Literaturen kleiner Völker aus fernen Regionen bemüht, die, wenn wir den Blick von ihnen ganz abwenden, …

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"Flaschenpost vom Rand der Welt." (Der Standard, Wien)<br/><br/>"Ein Roman, der uns wie die Melodie eines Liedes umfängt. Rytchëu zeigt ein Land im Umbruch und ein Volk, das sich darauf einstellen muss. Ein richtig gutes Buch!" (Lausitzer Rundschau)
Juri Rytchëu wurde 1930 als Sohn eines Jägers in der Siedlung Uëlen auf der Tschuktschenhalbinsel im äußersten Nordosten Sibiriens geboren. Der erste Schriftsteller dieses Volkes mit zwölftausend Menschen wurde mit seinen Romanen und Erzählungen zu einem berufenen Zeugen einer bedrohten Kultur und eines vergessenen Volkes. Juri Rytchëu starb 2008 in St. Petersburg.

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