Sozaboy - Saro-Wiwa, Ken

Ken Saro-Wiwa 

Sozaboy

Roman. Mit e. Nachw. v. Gerhard Grotjahn-Pape

Übersetzer: Grotjahn-Pape, Gerhard
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Sozaboy

Ein junger Afrikaner im Bürgerkrieg: Voll naiver Lebemslust und Energie meldet er sich als Soldat und wird von der verwirrenden und schrecklichen Realität des Krieges überwältigt


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 1997
  • 1997.
  • Seitenzahl: 268
  • dtv Taschenbücher Bd.12418
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 120mm x 18mm
  • Gewicht: 225g
  • ISBN-13: 9783423124188
  • ISBN-10: 3423124180
  • Best.Nr.: 07030878
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.01.1998

Das Radio brüllt wie noch nie
Eine Kampfschrift: Ken Saro-Wiwas eindringlicher "Sozaboy"

Es gehört zum Vokabular des Beschreibens von Romanen, von Helden zu sprechen, die also durch ihr Leben ziehen wie durch eine Schlacht. Diese der Sage entlehnte Ausdrucksweise wurde schon vom ersten großen Roman persifliert: Don Quijote suchte Schlachten da, wo keine zu schlagen waren, war ein Ritter ohne Mission. Wenn sich das Genre des Romans aber dem eigentlichen Habitat der Helden zuwendet, dem Krieg, werden diese Kreaturen rar; von Grimmelshausen bis Remarque und Hasek sind die Werke, die diese Gattung definiert haben, von Antihelden bevölkert, von Menschen, die im allgemeinen in Schlachten nichts Heroisches sehen können und daher versuchen, sich einen eigenen Lebensraum inmitten des Todes zu schaffen.

Eine afrikanische Addition zu diesem Kanon ist Ken Saro-Wiwas 1985 in Nigeria publizierter Roman "Sozaboy", der jetzt auf deutsch vorliegt. Die Lektüre im europäischen Kontext ist legitim, denn Saro-Wiwa, als Intellektueller in einer ehemaligen britischen Kolonie, hat für sein politisches Engagement eine europäische Form, den Roman, und eine …

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Ken Saro-Wiwa wurde am 10. Oktober 1941 in Nigeria geboren. Er war Universitätsdozent und Regierungsbeamter und setzte sich als Bürgerrechtler in seiner Heimat für Umweltschutz und Menschenrechte ein. Mit der "Bewegung für das Überleben des Ogoni-Volkes" machte er auf die Katastrophe aufmerksam, die die 30jährige Ausbeutung der Ölvorkommen (v.a. durch Shell) in Nigeria angerichtet hatte.
Ken Saro-Wiwa erhielt 1994 den Alternativen Nobelpreis und wurde für den Friedensnobelpreis 1996 nominiert. Im Oktober 1995 wurde er von einem Sondergericht der Militärdiktatur Nigerias gemeinsam mit acht Mitstreitern zum Tode verurteilt und trotz internationaler Proteste am 10. November 1995 hingerichtet. Auf deutsch sind außerdem erschienen: "Die Sterne dort unten", "Sozaboy".

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