Hadschi Halef Omar - Kastner, Jörg

Jörg Kastner 

Hadschi Halef Omar

Die Vorgeschichte zu Karl Mays Reiseerzählung durch die Wüste

.
Buch mit Leinen-Einband
 
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Hadschi Halef Omar

Kaum legt sein Schiff im Hafen von Algier an, befindet sich Kara Ben Nemsi in einem aufregenden Abenteuer, das ihn von den engen, verschlungenen Gassen der Kasbah hinaus in die Glut der Sahara führt. Auf der Suche nach einem verschollenen Franzosen und einer von Legenden umrankten Oase trifft der deutsche Weltenbummler auf wilde Beduinen, gefährliche Bestien, zu allem entschlossene Fremdenlegionäre - und auf den kleinen, redegewandten Hadschi Halef Omar.

Das erste Zusammentreffen zwischen Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar, der Beginn einer großen Freundschaft!


Produktinformation

  • Verlag: Karl-May-Verlag
  • 2010
  • Überarb. u. erw. Neuausg.
  • Ausstattung/Bilder: Überarb. u. erw. Neuausg. 2010. 440 S
  • Seitenzahl: 440
  • Best.Nr. des Verlages: 190
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 118mm x 28mm
  • Gewicht: 345g
  • ISBN-13: 9783780201904
  • ISBN-10: 3780201909
  • Best.Nr.: 30020341
Jörg Kastner wurde 1962 in Minden an der Weser geboren. Er studierte Rechtswissenschaften mit der Befähigung zum Richteramt, entschied sich aber, freier Schriftsteller zu werden. Er machte sich mit fantastischen Erzählungen und historischen Romanen einen Namen. Seine Bücher zeichnen sich durch genaue Recherche und packende Erzählkunst aus.


Leseprobe zu "Hadschi Halef Omar" von Jörg Kastner

17. Bruder gegen Bruder (S. 300-301)

Ich war alles andere als glücklich über die Wendung, die Annur es Siddiq der Beratung über das Schicksal der drei Deserteure gegeben hatte. Ein Zweikampf gegen Kamal Ben Baschar Rustem würde es mir schwierig machen, mei- nen Plan, kein Blut zur vergießen, in die Tat umzusetzen. Darauf, dass er mich schonen würde, weil ich den Seinen in höchster Gefahr bereits mehrmals beigestanden hatte, durfte ich nicht ho en.

Es wäre gegen seine Ehre als Krieger gewe- sen und gegen den Willen Allahs, der durch diesen Kampf erforscht werden sollte. Hier nicht ehrlich zu kämpfen, hät- te für den Sohn des Scheiks bedeutet, Allah zu betrügen. Kurz berichtete ich Yussuf, was die Beratung ergeben hatte, und überließ es dann ihm, die drei Gefangenen da- von in Kenntnis zu setzen. Mir war nicht nach Gesprächen und menschlicher Gesellschaft. Mit raschen Schritten ver- ließ ich das Lager der Beni Hammada. Ein kleiner Platz im Norden, von steilen Felsen umgeben, schien mir die er- wünschte Abgeschiedenheit zu bieten und ich ließ mich im Schatten einiger Palmen nieder, um meinen alles andere als erfreulichen Gedanken nachzuhängen. Noch immer sann ich über das geeignete Mittel nach, den Zweikampf unblutig zu beenden.

Vielleicht hatte eine höhere Macht beschlossen, dass es für mich nicht gut war, in brütende Gedanken zu verfal- len, denn schon bald hörte ich eilige Schritte, die sich mir näherten, und zwischen den Felsen tauchte ein schmales Gesicht mit einem mächtigen Turban darüber auf. „Halef !“ Als er meiner angesichtig wurde, blieb der Hadschi stehen und schlug seine Hände mit einem klatschenden Geräusch ineinander. „Hamdullilah, hier nde ich dich endlich, Sihdi!“ „Du hast nach mir gesucht?“ Er trat näher und sagte: „Aber gewiss, Sihdi. Ich wollte doch aus deinem eigenen Mund hören, dass es nicht wahr ist.“

„Dass was nicht wahr ist?“ „Das, worüber alle im Duar reden. Das, was so unglaub- lich klingt, dass es einfach nicht wahr sein kann. Nicht, Sihdi, es ist nur ein grober Scherz?“ „Aber, Halef, wovon sprichst du?“ „Davon, dass du morgen gegen Kamal Ben Baschar Rustem auf Leben und Tod kämpfen sollst! Wie kannst du das nur fragen, Sihdi? Wie sollte ich von etwas anderem sprechen, wenn niemand sonst im ganzen Bilad el Aswad es tut? Jeder Krieger, jeder Greis, jeder Knabe und jede Frau sprechen von nichts anderem. O Sihdi, nun musst du ihnen aber endlich sagen, dass es nur ein Spaß ist!“

Seine Stimme und sein Blick waren ein einziges Flehen. Hatte mein frischgebackener Diener Angst, seinen neuen Herrn morgen schon wieder zu verlieren und dann ohne Aussicht auf ein Auskommen dazustehen? Nein, ich schalt mich selbst für diesen niederen Gedanken. Ich kannte Halef inzwischen gut genug, um zu wissen, dass er sich ernsthaft um mich sorgte. „Ich spaße nicht mit dem Tod“, sagte ich ruhig. „Was man sich erzählt, ist wahr. Ich werde morgen gegen meinen Bruder Kamal im Zweikampf antreten, um die drei gefan- genen Frandsch zu retten.“ Halef schlug die Hände über dem Kopf zusammen und seufzte:

Kundenbewertungen zu "Hadschi Halef Omar" von "Jörg Kastner"

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Bewertung von Annemarie am 16.09.2010 ***** sehr gut
"Hadschi Halef Omar" ist eine überarbeitete und erweiterte Ausgabe Kastners Romans "Die Oase des Scheitans" aus dem Jahre 2000. Vom Autoren selbst, nicht von dritter Hand. Weniger überarbeitet als mehr erweitert. Und das ist gut so. Hat doch die "Oase" selbst bei May - Fans einen guten Eindruck hinterlassen, der überstürzte Schluß wollte aber nicht so recht gefallen. Das Buch selbst ist die Vorgeschichte zu May's Orientzyklus, es geht um das Kennenlernen Kara Ben Nemsis und Hadschi Halef Omars, die Entwicklung Ihrer Freundschaft, welche uns der "Mayster" unterschlagen hat. Spannend, amüsant, aber auch teilweise nachdenklich machend (Fremdenlegion). Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, welches Nicht - May - Lesern Lust auf's Weiterlesen machen könnte. Und natürlich, wie in solchen Fällen üblich, polarisieren wird. Jörg Kastner ist nicht Karl May, und er erweckt auch nicht den Eindruck, es seien zu wollen. Auch wenn der eine oder andere Gralshüter "Blasphemie" schreien und den Text verreisen wird. Für mich ein sehr gelungenes und lesenswertes Buch (doch das ist nun wieder MEIN subjektives Empfinden, trotz weit über 200 "echten" May's im Regal).

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