Der Friseur von Harare - Huchu, Tendai

Tendai Huchu 

Der Friseur von Harare

Roman

Aus d. Engl. v. Himmelreich, Jutta
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Der Friseur von Harare

Arbeit, Liebe, Homosexualität in einer afrikanischen Metropole im 21. Jahrhundert - eine witzige und hoch spannende Geschichte rund um den berühmtesten Friseursalon in Zimbabwes Hauptstadt Harare.

Für die junge Frisörin Vimbai läuft es gut in ihrem Salon. Erstens arbeitet
sie nicht in irgendeinem, sondern in dem Salon von Harare. Zweitens ist sie
die Talentierteste in ihrem Team. Die großen Damen der Stadt sogar die
Ministerin wollen allein von ihr frisiert werden, denn nur sie weiß mit ihnen
umzugehen.
Doch dann kommt eines Tages Dumisani, ein neuer Kollege in den Salon und
alles wird anders. An den außergewöhnlich begabten und charmanten jungen
Mann verliert Vimbai schon bald ihre besten Kundinnen. Vollends aus dem
Gleichgewicht gerät ihr Leben aber, als Dumi plötzlich ohne Bleibe ist und in
dieser Notlage bei ihr einzieht.
Vimbai erzählt ihre spannende Geschichte mit Witz und einer guten Portion
Zynismus. Bevölkert mit lebensvollen Figuren aus allen Schichten zeigt sie
die Stadt Harare als einen vitalen Ort, doch entgehen ihrem unbestechlichen
Blick nicht die Zeichen von Verzweiflung und Gewaltbereitschaft, die das
geschäftige Treiben durchziehen.
Tendai Huchu hat aus einer einfachen, aber emotional komplexen Situation
einen wunderbaren Roman gesponnen, der ein großes afrikanisches Tabuthema
aufgreift: die Homosexualität. Ein echtes Lesevergnügen und gleichzeitig
das authentische Bild einer geschundenen Stadt.


Produktinformation

  • Verlag: Hammer
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 299 S.
  • Seitenzahl: 299
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 134mm x 33mm
  • Gewicht: 465g
  • ISBN-13: 9783779503583
  • ISBN-10: 3779503581
  • Best.Nr.: 33374160

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Den simbabwischen Autor Tendai Huchu feiert der Rezensent schon als großes Versprechen, als afrikanischen Swift, als Autor, der die vielen drängenden Stimmen in seinem Kopf kaum bändigen kann. Erstaunlich ist Hans Hütts Jubel allerdings angesichts seiner eigenen Hilflosigkeit im Strom des vom Autor nach einem eher behutsamen Anfang so gekonnt entfesselten inneren Monologs. Episches postkoloniales Erzählen, meint Hütt, mündet in von einer höchst unsympathischen Erzählerin gesponnene abstruse Familiengeschichten. Eines aber muss Hütt uns erklären: Wie kann ein Happyend traurig sein?

© Perlentaucher Medien GmbH

"Wenn man wissen möchte, was ein Land und dessen Menschen beschäftigt, dann geht man dort am besten zum Friseur. Tendai Huchus Roman "Der Friseur von Harare" zeigt zwischen Waschen, Fönen und Zöpfe-Flechten, wie es ist, in Simbabwe zu leben - unter einer menschenverachtenden Regierung, mit einer Inflationsrate, die das Geld schneller an Wert verlieren lässt, als man es in backsteindicken Bündeln ausgeben kann." FRANKFURTER RUNDSCHAU

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.02.2012

Ein Land im Schatten des Parasiten

Der aus Simbabwe stammende Tendai Huchu hat mit "Der Friseur von Harare" einen Roman über Vorurteile und Moral geschrieben, in dem er ein Tabuthema Afrikas aufgreift: die Homosexualität. Ein witziges, kluges Debüt.

Vimbai ist ein Biest. Selbstgerecht, streitlustig, eitel, ein bisschen schlau, ein bisschen dumm. Als allein erziehende Mutter eines kleinen Mädchens ist sie eine Löwin. Ihre Familie hat sie aus Missgunst verstoßen. Sie verzeiht es ihr nicht, dass sie die Alleinerbin ihres früh im englischen Exil verstorbenen Lieblingsbruders wurde. Außerdem ist Vimbai Herrin einer Landpomeranze, die für sie als Dienstmädchen arbeitet.

Ihr Geld verdient sie als beste Kraft des Hauses in einem Friseursalon für weiße und schwarze Kundinnen. Denen macht sie die Haare glatt. Die Kundinnen sind ihr ergeben - bis zu dem Tag, an dem Dumi den Laden betritt und sogleich erobert, ein Junge voller Ideen, klug, schön, rücksichtsvoll, begabt, witzig. Ein Konkurrent, der Vimbais Leben auf den Kopf stellt, weil er die Kundinnen nun ebenfalls schön macht.

Der Debütroman von Tendai Huchu "Der Friseur von Harare" …

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Tendai Huchu, geboren 1982 in Bindura, Zimbabwe, besuchte die Churchill High School in Harare, bevor er an der University of Zimbabwe Bergbautechnik studierte. Heute lebt er als Podologe und Schriftsteller in Edinburgh/Schottland.

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