Das Wetter in Afrika - Gellhorn, Martha

Martha Gellhorn 

Das Wetter in Afrika

Novellen

Übersetzung: Miriam Mandelkow
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Das Wetter in Afrika

"Das Wetter in Afrika" erzählt die Geschichte der nicht so glanzvollen Tochter einer Hoteliersfamilie im afrikanischen Hochland, die schließlich zur Glücksbringerin ihrer Eltern wird. Die Erzählung einer Afrika-Retterin, die einen scheinbar sinnlosen Tod findet und die Geschichte eines vom Krieg verstörten Engländers, der eine heruntergekommene Farm kauft und so in die schlimmsten aller Ehen hineingerät. Martha Gellhorn erzählt leidenschaftlich und unerbittlich.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 283 S. 190 mm
  • Seitenzahl: 288
  • Fischer Taschenbücher Bd.17984
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 125mm x 20mm
  • Gewicht: 225g
  • ISBN-13: 9783596179848
  • ISBN-10: 359617984X
  • Best.Nr.: 33371435

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

In Meike Fessmanns Augen ist Martha Gellhorn eine Schriftstellerin, deren Werk sich vor allem durch ihren Lebensweg erschließt. Als Reporterin, weiß die Rezensentin, bereiste Gellhorn über fünfzig Länder und gründete mehr als zwanzig Mal ein neues Zuhause. So erkennt Fessmann auch in den vorliegenden Novellen Seelenbilder von Menschen, die "aus allen Zusammenhängen herausgerissen" wurden. Doch richtig stark findet sie nur die mittlere der drei in diesem Band versammelten afrikanischen Erzählungen; in der Novelle "Am Meer", findet sie all die "kühle Bitterkeit", die sie an Gellhorn so schätzt, sowie ein geschicktes Spiel mit dem trügerischen Wohlbehagen. Die beiden anderen Novellen sind für Fessmanns Geschmack etwas "überfrachtet", so dass sie in ihnen die Skizzen für einen Roman vermutet, für den der Autorin letztlich der lange Atem fehlte. Extra-Lob geht an die "vorzügliche" Übersetzung Miriam Mandelkows.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.11.2008

Verwundet im Hochland

Martha Gellhorn ist die berühmteste Kriegsreporterin des zwanzigsten Jahrhunderts: Auch in ihren afrikanischen Novellen herrscht Krieg - aber hier ist die menschliche Psyche das Schlachtfeld.

Von Sandra Kegel

Als Martha Gellhorn 1998 mit neunundachtzig Jahren starb, war in allen Nachrufen die Rede von ihrer Ehe mit Ernest Hemingway. Das hätte der berühmten Kriegsberichterstatterin nicht gefallen. "Über Hemingway reden alle", sagte sie einmal spitz, "ich erlaube mir den Luxus, es nicht zu tun." Sie wollte mehr sein als "die Fußnote im Leben eines anderen". Dieses Ziel hatte Martha Gellhorn, die heute vor hundert Jahren in St. Louis/Missouri zur Welt kam, freilich schon zu Lebzeiten erreicht. In ihrer sechzig Jahre währenden Karriere, die 1930 als Korrespondentin in Paris begann, ließ sie bis ins hohe Alter keinen Kriegsschauplatz aus. Das "Desaster Girl", so ihr Spitzname, war im Spanischen Bürgerkrieg wie im Zweiten Weltkrieg, in Indochina, Vietnam, im Mittleren Osten und in Panama. Rastlos reiste sie von Land zu Land, von Krieg zu Krieg und begründete dabei eine Form des Erlebnisjournalismus, die uns heute vertraut …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.12.2008

Eine Sehnsucht nach Fürsorge
Martha Gellhorns Novellen „Das Wetter in Afrika”
Die Ruhe der afrikanischen Landschaft und das Farbenspiel eines unendlich weiten Horizonts schweben als schützender Dunst über diesen drei Novellen Martha Gellhorns. Während sie mit kühler Bitterkeit menschliche Abgründe in Augenschein nimmt, bildet sie zugleich kleine Hoffnungsinseln aus. Sie entstehen gerade dort, wo ihre Protagonisten alle Ambitionen fahren lassen und damit einverstanden sind, dass ihre Existenz aufs einfache Überdauern zusammenschrumpft. Und sie haben immer mit Kindern und Kindlichkeit zu tun, mit dem Glück von Fürsorge und Nähe und dessen Bedrohung durch die Brutalität des Todes und die erbarmungslosen Lebensverhältnisse Ostafrikas.
Die drei Novellen inszenieren auf unterschiedliche Weise das Problem „überzähliger Menschen”. Die erste und die dritte Novelle sind lose miteinander verbunden, die zweite, mit nüchterner Geradlinigkeit und rasanten Perspektivwechseln erzählt, bildet das Haupt- und Mittelstück des Triptychons. „Am Meer” erzählt von einer Amerikanerin, die sich an Weihnachten in einem kenianisches Luxushotel eingemietet hat. …

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Martha Gellhorn, 1908 geboren in St. Louis/Missouri begnete Hemingway 1936 in Key West; ab 1937 waren sie in Spanien, 1940 folgte die Heirat (Martha war seine dritte Ehefrau). Robert Capa hat die Hochzeit für das "Life"-Magazin verewigt. Martha Gellhorn war Kriegsreporterin: Spanien im Bürgerkrieg, Prag vor dem Einzug der Deutschen, Finnland beim Einmarsch der Roten Armee, das KZ Dachau kurz nach der Befreiung. Später erlebte sie die Gewaltorgien in Vietnam, im Nahen Osten, in Mittelamerika.

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