Big Chiefs - Mwangi, Meja

Meja Mwangi 

Big Chiefs

Roman

Aus d. Engl. v. Thomas Brückner
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Big Chiefs

Vor den Toren einer afrikanischen Großstadt, in einer Grube, die für den Müll ausgehoben wurde, leben die Aussortierten der Gesellschaft in Hunger und Elend. In einer Hütte sitzt ein blinder Alter, der sich erinnert, wie alles begann. Der alles gesehen und gehört hat. Das Machtspiel der "Big Chiefs", von denen er selbst einer war. Die Verschwörung, das Schleifen der Macheten, das Morden. Der Alte spricht und singt davon, Tag und Nacht. Der Junge, der die Hütte mit ihm teilt, klagt den Alten an, weil der nichts verhindert hat. In ihm wächst die Wut.
Eines Nachts verlässt er die Grube, um einen lang gehegten Plan auszuführen. Um seinetwillen, um des Alten willen. Und um des Mädchens willen, das wie er in der Grube lebt und seine Kinder mit bitteren Pflanzen am Leben hält. Inmitten eines apokalyptischen Szenarios entspinnt sich eine hochmoralische Geschichte.
Meja Mwangi gibt seiner Stadt und seinen Protagonisten keine Namen. Er wählt für seinen Roman die Form der Parabel, denn was er erzählt, scheint erschreckend wiederholbar. Es trifft die Ereignisse in Ruanda, findet Parallelen in Somalia, in Zimbabwe und in der jüngsten Geschichte Kenias.


Produktinformation

  • Verlag: Hammer
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 272 S.
  • Seitenzahl: 272
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 134mm x 29mm
  • Gewicht: 450g
  • ISBN-13: 9783779502319
  • ISBN-10: 3779502313
  • Best.Nr.: 25680168

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Ein neue Übersetzung aus dem bereits 1998 gestarteten Projekt "Rwanda - ecrire par devoir de memoire" hat Angela Schader gesichtet. Den Versuch, den Genozid dem Vergessen zu entreißen, findet sie so wichtig wie schwierig. Deutlich erkennt sie, wie sehr der Schock des in Ruanda Geschehenen den Autor "paralysiert". Meja Mwangis literarisches Können, namentlich sein Humor, so gibt uns Schader zu verstehen, tritt in diesem Buch hinter das Grauen zurück, das der Autor nur mittels "schematischer" Figuren und pauschalisierender Formulierungen überhaupt zu fassen vermag. Schader hält das für bedauerlich, weil die spezifische Tragödie Ruandas so im Allgemeinen afrikanischer Missstände untergeht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.07.2009

Das Elend und die Wut
Meja Mwangis Parabel über den Völkermord in Ruanda

Über den Völkermord einen Roman zu schreiben ist ein heikles Unterfangen. Welches Einzelschicksal soll man denn erzählen, um darin das namenlose Leiden einer Unzahl anderer darzustellen? Welche Perspektive muss man finden, um das ganze Grauen überhaupt zu fassen? Und was für eine Sprache kann das alles ausdrücken? Der kenianische Autor Meja Mwangi, Jahrgang 1948, versucht es mit einer Parabel, einer düsteren, fast statischen Erzählung von zeichenhafter Holzschnittartigkeit, in der alle Charaktere zu eindimensionalen Typen werden und alle Dialoge zum Austausch repräsentativer Standpunkte.

Schauplatz ist ein Slumbezirk am Rande irgendeiner afrikanischen Großstadt, kaum mehr als eine Müllhalde voll Elend, Not und Wut. Dort sammeln sich die Ausgestoßenen und die Verdammten jener schönen neuen Welt, die von der postkolonialen Moderne eigentlich errichtet werden sollte und die schon bald im Morden einer wütenden Elite unterging. Sämtliche Orte und Figuren bleiben namenlos, doch die Zeichen, die der Text an vielen Stellen setzt, weisen ganz klar auf Ruanda als …

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Meja Mwangi, geboren 1948 in Nanyuki, Kenya, ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Autoren Kenias.
Nach dem Abitur entschied er sich trotz Zulassung zum Studium, als technischer Angestellter in Nairobi zu arbeiten. Seit dem Erfolg des Romans 'Kill me quick' (1973), der mit dem Jomo Kenyatta-Award ausgezeichnet wurde, arbeitet er als freier Schriftsteller. Seine Romane und Kinderbücher sind in zehn Sprachen übersetzt worden. Zahlreiche internationale Auszeichnungen erhielt er seit Mitte der 80er Jahre, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis 1992 für 'Kariuki'. Er hat zahlreiche Literaturpreise in Großbritannien und Kenia erhalten. 1992 wurde'Kariuki' mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

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