Sturz ins Chaos - Rashid, Ahmed

Ahmed Rashid 

Sturz ins Chaos

Afghanistan, Pakistan und die Rückkehr der Taliban

Übersetzer: Hoff, Henning; Steffes, Alexandra
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Sturz ins Chaos

In "Sturz ins Chaos" beschreibt der pakistanische Journalist Ahmed Rashid, warum Afghanistan nach der vermeintlichen Niederlage der Taliban im Herbst 2001 bis heute nicht zur Ruhe gekommen ist, und sich die Lage dort und in Zentralasien sogar stetig verschlimmert hat - eine packende "Geschichte der Gegenwart", geschildert von einem der renommiertesten Experten der Region.

"Sturz ins Chaos" ist das wichtigste Buch, das bislang zu Afghanistan erschienen ist. Der pakistanische Journalist Ahmed Rashid, der auf zentralasiatischen Kriegsschauplätzen ebenso zu Hause ist wie in den Korridoren der Macht in den Hauptstädten des Westens, schildert detail- und kenntnisreich, warum sich die Lage in den vergangenen neun Jahren stetig verschlimmert hat. In einem beeindruckenden Panorama beschreibt Rashid die komplexen Hintergründe des Konflikts, das doppelte Spiel Pakistans und das Versagen des Westens. Längst steht nicht nur Afghanistan, sondern die ganze Region auf dem Spiel - und die Sicherheit der Welt.


Produktinformation

  • Verlag: Leske Verlag
  • 2010
  • 3. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 340 S. m. 3 Ktn.
  • Seitenzahl: 340
  • Edition Weltkiosk
  • Deutsch
  • Abmessung: 199mm x 131mm x 32mm
  • Gewicht: 410g
  • ISBN-13: 9783942377003
  • ISBN-10: 3942377004
  • Best.Nr.: 29883099
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.10.2010

Am Abgrund
Der pakistanische Journalist Rashid bietet aufschlussreiche Hintergründe über die Krisenregion Afghanistan

Deutsche Soldaten stehen in Afghanistan erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg in einem Kampfeinsatz. Trotz ausführlicher Berichterstattung fällt auf, dass es über Hintergründe und Ziele der ISAF-Operationen oft nur vage Kenntnisse gibt. Wer sind eigentlich die Taliban, wie steht der Kampf gegen die Al Qaida, welche Ziele verfolgen die unterschiedlichen Parteien am Hindukusch, welche Rolle spielt Pakistan, wie lange wird der Einsatz noch dauern - und mit welchem Ergebnis wird er enden? Der pakistanische Journalist Ahmed Rashid gibt in zwei Studien Antworten darauf. Sein im Jahr 2000 erstmals erschienenes Buch zu Entstehungsgeschichte und Machtübernahme sowie zu den Zielen und der Führungs- und Organisationsstruktur der Taliban (Koranschüler) wurde jetzt um ein die jüngste Entwicklung erfassendes Kapitel erweitert.

Rashid schildert die Entstehung der Taliban während des Dschihad gegen die sowjetische Besetzung (1979 bis 1989) in afghanischen und pakistanischen Flüchtlingslagern und den 1994 beginnenden unaufhaltsamen …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Rezensent Jörn Schulz würdigt Ahmed Rashids Buch "Sturz ins Chaos" als die "wohl beste Darstellung des Afghanistankriegs", die es derzeit gibt. Er schätzt den pakistanischen Journalisten als einen der besten Kenner der Taliban und der Konflikte in Afghanistan. Der Autor zeigt für ihn überzeugend die desaströse Entwicklung in Afghanistan auf und verdeutlicht, dass der Afghanistan-Krieg von Anfang an auch ein Pakistan-Krieg war. Er unterstreicht, dass Rashid den Dschihadismus nicht als Produkt westlicher Intervention darstellt, aber andererseits Interessen und Versäumnisse ausländischer Mächte, die den Aufstieg der Taliban begünstigten, nicht verschweigt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.09.2010

Einladung an die Taliban
Ahmed Rashid über Fehler der US-Politik in Afghanistan
Der Anruf am Abend des 11. September kam nicht überraschend. Beide Gesprächspartner wussten, dass sich ihre Welt vor wenigen Stunden verändert hatte, nachdem zwei Passagierflugzeuge in die New Yorker Zwillingstürme geflogen waren. Am einen Ende der Telefonleitung sprach Hamid Karsai, ein Paschtune aus dem Süden Afghanistans, der 1994 vor den Taliban nach Pakistan geflohen war und den Islamisten den Mord an seinem Vater vorwarf. Er telefonierte mit seinem Freund Ahmed Rashid, dem wohl besten Kenner des Extremismus in Zentralasien. Vom Ausgang des Gesprächs berichtet Rashid nicht. Auf jeden Fall stieg Karsai wenige Tage später auf ein Motorrad, um nach Afghanistan zu fahren und bei der Rückeroberung des Landes zu helfen, dessen Präsident er bald werden sollte.
Ahmed Rashid publizierte im Jahr 2000 das Buch „Taliban“ , das nach den Anschlägen in New York zum Standardwerk wurde und nun in aktualisierter Fassung erschienen ist. Nach dem 11. September 2001 besuchte er die neuen Verstecke der Taliban, er traf sich weiterhin mit Karsai und wurde einmal von US-Präsident …

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Ahmed Rashid, geb. 1948, lebt als Journalist in Lahore, Pakistan. Seit Jahren berichtet er für die renommierte britische Tageszeitung Daily Telegraph und andere Medien aus der Region. Für seine kritische Berichterstattung erhielt er im Frühjahr 2001 den Nisar Osamani Award der pakistanischen Menschenrechtsgesellschaft.

Blick ins Buch "Sturz ins Chaos"


Leseprobe zu "Sturz ins Chaos" von Ahmed Rashid

"Die Liste der Vorbehalte, was die einzelnen NATO-Staaten in Afghanistan tun dürften und was nicht, nahm den Umfang eines Telefonbuchs an. Einige Truppen durften die Taliban nicht angreifen; sie waren nicht autorisiert, gegen Mohnanbau oder Drogenkonvois vorzugehen; sie durften nicht gegen Warlords kämpfen oder einschreiten, wenn zwei von ihnen aneinander gerieten, und sie konnten keine Hilfsorganisationen, Schulen, Regierungsgebäude oder große Infrastrukturprojekte schützen. Die Deutschen hatten die bizarrste Vorbehaltsliste. Ihre Verbände durften nicht nach Sonnenuntergang operieren; afghanische Soldaten durften nicht in deutschen Hubschraubern mitfliegen; eine Ambulanz musste jede Patrouille begleiten, was Fußpatrouillen im Gebirge unmöglich machte. Das erste Lager, das die Deutschen in Kunduz errichteten, lag in einem Mohnfeld, aber ihre Offiziere taten so, als sähen sie das nicht. Der Selbstschutz erreichte außerordentliche Ausmaße. Als sie ihr 70 Millionen Dollar teures Hauptquartier am Flughafen von Mazar-e-Sharif errichteten, um 1 500 Soldaten zu beherbergen, erbauten deutsche Ingenieure eine Militärstadt aus 75 000 Tonnen Stahl und 300 000 Tonnen Beton...."

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