Kriegsbraut - Kurbjuweit, Dirk

Dirk Kurbjuweit 

Kriegsbraut

Roman

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Kriegsbraut

"In Dirk Kurbjuweit hat Deutschland einen Erzähler allerersten Ranges." -- Der Tagesspiegel

Die junge Esther beschließt, Soldatin zu werden, um ihrem bislang ziellosen Leben Halt zu geben. Bald wird sie nach Afghanistan geschickt. Staub, betäubende Hitze und eine trügerische Langeweile, in der stets Anschläge drohen, bestimmen die Tage im Bundeswehrcamp. Als Esther die Chance bekommt, Patrouillenfahrten in die Berge zu machen, lernt sie ein wildes, schönes, aber unnahbares Land kennen - und trifft auf den rätselhaften Schulleiter Mehsud. Zögerlich verlieben die beiden sich und beginnen eine zarte, riskante Beziehung gegen alle Regeln, die militärischen wie die afghanischen. Schnell werden ihre Treffen zur Gefahr, und Esther steht vor einer Entscheidung: Was muss sie tun, damit die unwägbare Liebe zu Mehsud eine Zukunft hat? Ebenso bildhaft wie realistisch schildert Dirk Kurbjuweit die ferne, fremde Welt Afghanistans, in der Esther erstmals begreift, wie der Krieg sich in die Herzen der Menschen frisst - und in der sie sich endlich ihrem eigenen Leben stellen muss. Ein kraftvoller, spannungsreicher Roman, der vor packendem zeitgeschichtlichen Hintergrund die Frage stellt, was wirklich zählt.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Berlin
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 336 S. 205 mm
  • Seitenzahl: 336
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 136mm x 30mm
  • Gewicht: 426g
  • ISBN-13: 9783871346613
  • ISBN-10: 3871346616
  • Best.Nr.: 32469742
"In Dirk Kurbjuweit hat Deutschland einen Erzähler allerersten Ranges." (Der Tagesspiegel).

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.03.2011

Blut an den Händen

Dirk Kurbjuweit hat den ersten Roman über das Engagement der Bundeswehr am Hindukusch geschrieben.

Von Kolja Mensing

Eine Liebe ist zu Ende gegangen. Esther Dieffenbach ist auf der Suche nach einem neuen Leben. Als sie sich auf dem Arbeitsamt in Berlin nach einer Umschulung erkundigt, entdeckt sie auf dem Flur ein Plakat der Bundeswehr: "Eine Frau, die sympathisch lächelte, blickte unter einem Stahlhelm hervor." Esther notiert die Nummer, und kurz darauf beginnt ihre Grundausbildung: Stubendurchgang, Nachtmärsche, Schießbahn. Sie kommt zur Fernmeldetruppe. Nach zwei Jahren in einer Kaserne in Münster wird ihre Einheit nach Afghanistan verlegt. Im 21. Jahrhundert ist der Weg vom Jobcenter ins Feldlager kurz: Im Frühjahr 2006 steigt Esther als Leutnant Dieffenbach in Kundus aus einer Transall der Luftwaffe. Eine junge Frau zieht in den Krieg.

Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan ist politisch heftig umstritten. Niemand weiß das besser als der Schriftsteller und Journalist Dirk Kurbjuweit, der das Berliner Büro des "Spiegel" leitet. Mit "Kriegsbraut", seinem sechsten Roman, wagt er sich weit vor ins verminte …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Durchwachsen scheint Rezensentin Sibylle Saxer dieser Roman Dirk Kurbjuweits um eine junge deutsche Soldatin, die sich bei ihren Auslandseinsatz in Afghanistan in einen einheimischen Schuldirektor verliebt. Sicher, der Autor, Leiter der Berliner Redaktion des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", kenne sich mit der Materie gut aus und beschreibe die Realität des Bundeswehreinsatz gekonnt. Zudem bescheinigt ihm die Rezensentin, ohne moralischen Zeigefinger wichtige Fragen nach Krieg, der Rolle der Frau, dem Kampf der Kulturen zu thematisieren. Allerdings überzeugt sie das Buch in erzählerischer Hinsicht nicht, die Liebesgeschichte wirkt auf sie unplausibel, die Erzählweise wie auf eine Kriegsreportage "aufgepfropft". Dennoch findet sie das Buch durchaus fesselnd, unterhaltsam und zum Nachdenken anregend.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.03.2011

Die Frau, die sich traut
In seinem Roman „Die Kriegsbraut“ erkundet der Journalist Dirk Kurbjuweit das moralische Dilemma der deutschen Soldaten in Afghanistan
Keine politische Entscheidung der letzten Jahre, nicht einmal Hartz IV, ist bei den Deutschen so unbeliebt wie der Einsatz in Afghanistan. Doch der überwältigenden Ablehnung in den Umfragen – regelmäßig um die zwei Drittel der Befragten – entspricht bisher kein Straßenbild: Anders als bei früheren Kriegen, Vietnam, Irak, anders als bei der Nachrüstung von 1983, fehlen die protestierenden Massen. Und der Verteidigungsminister, der sich zu diesem „Krieg“ offensiv bekannt hat wie keiner seiner Vorgänger, wurde zum beliebtesten Politiker dieser Jahre.
Solche Beobachtungen sammelte im letzten Sommer ein bis in die Antike ausgreifender Essay des Spiegel -Redakteurs Dirk Kurbjuweit über Krieg und Demokratie, der den deutschen Einsatz am Hindukusch verteidigte. Kurbjuweit machte es sich nicht leicht. Er entwickelte zunächst das unumgängliche Gewalttabu, auf das gerade die kämpferische Staatsform Demokratie angewiesen ist, die den Streit braucht, ihn aber zivilisatorisch einhegen …

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Dirk Kurbjuweit, geb. 1962 in Wiesbaden, war Redakteur der 'Zeit', seit 1999 arbeitet er für den 'Spiegel'. Er hat hochgelobte Romane geschrieben, drei davon wurden fürs Kino verfilmt, darunter 'Schussangst' und 'Zweier ohne'. Für seine Reportagen erhielt Dirk Kurbjuweit 1998 und 2002 den Egon-Erwin-Kisch-Preis sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen.

Kundenbewertungen zu "Kriegsbraut" von "Dirk Kurbjuweit"

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Bewertung von Ruth Justen aus Leipzig am 25.11.2011 ***** sehr gut
Was treibt Menschen in eine Armee? Warum ziehen Frauen zunehmend Uniformen an? Ich weiß es nicht - ehrlich nicht. Das Buch "Kriegsbraut" lässt mich in dieser Frage ratlos zurück.
Kurbjuweits beschreibt in seinem jüngsten Roman den Weg einer jungen Frau - Esther - zur Bundeswehr. Von Berlin nach Afghanistan folgt der Leser ihren Spuren. Von Einsamkeit zur Kameradschaft könnte man sagen.

Zum Bundeswehreinsatz gehört aber nicht nur Kameradschaft und der Einsatz für die Einhaltung der Menschenrechte. Vor allem gehört die Angst vor den Taliban dazu. Die Angst, nicht zu wissen, wer der "Feind" ist. Jeder Kochtopf am Rande eines Feldes wird zur tatsächlichen oder möglichen Bedrohung.

Und dann folgt die Liebe. Eine "unmögliche" Liebe ist es wohlgemerkt. Sie wird gestört durch die blutige Spuren, die die Taliban und die westlichen Armeen durch das Land ziehen.

Mit jeder Lektüreseite wächst die Beklemmung. Am liebsten würde man Esther zurufen: "Schmeiß den Kram hin". Treffend lässt Kurbjuweit seine afghanische Hauptfigur Mesud sagen, dass wer immer das Land betritt, sich schuldig macht. Aber, wer immer das Land verlässt, macht sich auch schuldig am Elend in der Region.

Kriegsbraut ist ein ganz starkes Buch. Es fesselt auch nicht primär an politischen Fragen interessierte Leser.

Rowohlt Berlin 2011

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