Kraft - Menke, Christoph

Christoph Menke 

Kraft

Ein Grundbegriff ästhetischer Anthropologie

Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
15 ebmiles sammeln
EUR 15,00
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Kraft

Als im 18. Jahrhundert die Ästhetik als eigenständige philosophische Disziplin entstand, war das nicht nur der Beginn einer neuen Denkungsart über das Schöne bzw. Erhabene und die Künste. Die Ästhetik löste sich auch von der reinen Kunstbetrachtung und begann, traditionelle philosophische Grundbegriffe wie Sinnlichkeit, Fähigkeit und Tätigkeit neu zu bestimmen. Das "Ästhetische" wurde von nun an als eine Kategorie begriffen, die den menschlichen Geist im ganzen betrifft. Wie genau dieser Perspektivenwechsel zu denken ist, war allerdings von Beginn an strittig. Während der Gründervater der philosophischen Ästhetik, Alexander Gottlieb Baumgarten, sie als ein Denken des Subjekts und seiner praktisch erworbenen Vermögen versteht, entwickelt Johann Gottfried Herder sein einflußreiches Modell von der Ästhetik als ein Denken der Kraft: der Kraft in Differenz zum Vermögen, des Spiels in Differenz zur Praxis, des Lebens in Differenz zum Handeln. Ist für Baumgarten die Ästhetik Modell und zugleich Instrument der Subjektivierung, so versteht Herder sie als Anthropologie von einem ästhetischen Standpunkt, als ein Denken des Menschen bzw. des Subjekts in Differenz zu sich selbst.
In seiner historischen wie systematischen Rekonstruktion der ästhetischen Debatten des 18. Jahrhunderts und ihrer Ausläufer tritt Christoph Menke einen Schritt zurück, um den Blick zu schärfen für den höchst produktiven Streit zwischen "Vermögen" und "Kraft". Diesen Streit liest er zugleich als die Matrix entscheidender Frontstellungen in der gegenwärtigen Philosophie, zu deren Aufklärung nicht Überwindung! er mit diesem Buch beitragen möchte.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 155 S.
  • Seitenzahl: 155
  • Best.Nr. des Verlages: 58509
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 124mm x 16mm
  • Gewicht: 224g
  • ISBN-13: 9783518585092
  • ISBN-10: 3518585096
  • Best.Nr.: 23845135

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Interessiert hat Rezensent Christian Schlüter dieses Buch über den Begriff der Kraft gelesen, das der Philosoph Christoph Menke vorgelegt hat. Das Ziel des Autors, menschliche Freiheit "aus dem Geiste der Kunst" zu begründen, scheint ihm ein durchaus anspruchsvolles Vorhaben. Er unterstreicht Menkes Abgrenzung des Kraft-Begriffs von praktischen Vermögen, mechanischen Gesetzen und biologischen Zwecken. Das Wesen der Kunst bestehe darin, sich freizumachen für das spielerische Wirken schöpferischer Kräfte. Eingehend vollzieht Schlüter die Gedanken des Autors nach. Kritisch scheint ihm indes die etwas "schematische Abgrenzung" zu Alexander Gottlieb Baumgarten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.12.2008

Dadurch wird der Gegenstand schön
„Kraft” ist ein sehr deutsches Wort. Der Philosoph Christoph Menke versucht sich an einer Rehabilitierung dieses Begriffes in der Ästhetik
„Kraft” ist ein sehr deutsches Wort. So deutsch ist es, dass es sich der Übersetzung nahezu entzieht. Im Englischen scheint sich vielleicht „strength” anzubieten, doch das meint eher Stärke, das Gegenteil von Schwäche; sodann „power”, aber das bedeutet eher Macht; schließlich „force”, was indes eher in die Richtung von Gewalt, manchmal auch Zwang, weist. Mit französisch „vigueur” oder „puissance” oder „pouvoir” oder „force” geht es einem ähnlich.
Eine Philosophie der Kraft kann es, wie sich die Sache ausnimmt, nur unter Deutschen geben; denn „craft”, das alte germanische Wort, das im Englischen übrig blieb, wanderte ab zu anderem Sinn: Handwerk, Kunst oder manchmal auch List – „crafty” heißt nicht kraftvoll, sondern schlau.
Was genau ist Kraft? Entspricht diesem deutschen Wort etwas, das nicht in Stärke, Macht, Vermögen, Fähigkeit, Gewalt aufginge? Oder ist Kraft am Ende nur ein Figment germanischen Nationalcharakters und seines …

Weiter lesen

"Letztlich geht es Menke um ein erweitertes Bild des Menschen, das auf dem Widerspiel von unkontrollierbaren Kräften und eigenmächtiger Gestaltung beruht. Im ästhetischen Zugang zur Praxis wird der Mensch sich seiner Freiheit bewusst, aus den Verhältnissen das zu machen, was seinem besonderen Selbstverständnis entspricht. Man könnte diese von Menke klug und elegant entwickelte Haltung als ethischen Vitalismus bezeichnen: Erst die Belebung durch natürliche Kräfte führt den Menschen dazu, eine für ihn bedeutungsvolle soziale Praxis zu entwickeln. Dass diese Praxis keine Allgemeingültigkeit kennt, macht ihren ästhetischen Reiz, aber auch ihre politische Unbestimmtheit aus." Ludger Heidbrink Neue Zürcher Zeitung

»Christoph Menke verbindet in seinem Buch Kraft /em>beide philosophischen Teilbereiche, den praktischen und den ästhetischen, allerdings vermeidet er jeden spaßkulturellen Anklang. Ratgeberhaft will er an keiner Stelle sein. Dem Potsdamer Philosophen geht es mit der Kraft vielmehr um einen »Grundbegriff der ästhetischen Anthropologie« und damit, so das erklärte Ziel seines Buches, um die Begründung der menschlichen Freiheit aus dem Geiste der Kunst, respektive der künstlerischen Tätigkeit.«
Christoph Menke ist Professor für Philosophie an der Universität Potsdam und Kodirektor des dortigen Menschen-Rechts- Zentrums.

2 Marktplatz-Angebote für "Kraft" ab EUR 12,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
gebraucht; sehr gut 12,00 2,00 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, offene Rechnung, Banküberweisung Fundus-Online GbR Borkert/ Schwarz/ Zerf 99,4% ansehen
wie neu 14,40 1,50 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Buchversand Zorneding 97,3% ansehen
Mehr von