Die goldene Sandale, die ein Adler vor dem Pharao zu Boden fallen
lässt, verwirrt ihn. Ob die Besitzerin so schön und elegant ist wie
ihr Schuh? Die Sandale gehört keiner geringeren als der Kurtisane
Radubis, deren weißer Palast auf einer Insel im Nil den Mittelpunkt
des gesellschaftlichen Lebens bildet.
Der Pharao beschließt, die Sandale höchstpersönlich
zurückzubringen, und ahnt nicht, dass er damit sein eigenes
Schicksal besiegelt. Denn während er und Radubis sich rücksichtslos
ihren Leidenschaften hingeben, brodelt es im Volk, die Höflinge
planen Intrigen und die Priester wollen den Machthunger des Pharao
nicht länger hinnehmen.
Nagib Machfus, geb. am 11.12.1911 als Sohn einer Kleinbürgerfamilie in Kairo, entschied sich schon bald nach dem Studium für das Schreiben. Er hat alle Elemente der volkstümlichen Erzählkunst in seine Werke aufgenommen und ist der eigentliche 'Vater des ägyptischen Romans'. Sein Lebenswerk, das an die vierzig Romane, Kurzgeschichten und Novellen umfasst, gehört längst zur Weltliteratur. 1988 wurde ihm als einem der bedeutendsten arabischen Autoren der Gegenwart der Nobelpreis für Literatur verliehen. Er starb 2006.
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