Das Buch der Träume - Machfus, Nagib

Nagib Machfus 

Das Buch der Träume

Aus d. Arab. v. Doris Kilias
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Das Buch der Träume

Nagib Machfus wagt in seinem letzten zu Lebzeiten erschienenen Buch noch einmal etwas radikal Neues.
Schwerelos, halluzinatorisch steigen in seinen Träumen Geschichten an die Oberfläche des Bewusstseins: Bruchstücke aus seiner Kindheit, Erinnerungen an Frauen, die er geliebt hat, Episoden mit alten Weggefährten, geschichtliche Umwälzungen. Nagib Machfus folgt den Spuren der Erinnerung, er gewährt uns Einblick in seine innere Welt und wirft gleichzeitig Schlaglichter auf ein ganzes ägyptisches Jahrhundert.
Als Nagib Machfus 1994 von religiösen Fanatikern attackiert wurde, war auch die rechte Hand verletzt, und er musste erst mühsam wieder schreiben lernen. Ein Weg dazu führte über das Aufzeichnen seiner Träume, die er ab 1999 regelmäßig in der ägyptischen Frauenzeitschrift »Nisf al-Dunya« (»Die Hälfte der Welt«) veröffentlichte. In den letzten Lebensjahren entstand so ein Traumtagebuch, in dem Nagib Machfus mit höchst verdichteten Texten noch einmal etwas für die arabische Literatur Neues wagt.


Produktinformation

  • Verlag: Unionsverlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 191 S.
  • Seitenzahl: 191
  • UT Nr.464
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 115mm x 20mm
  • Gewicht: 202g
  • ISBN-13: 9783293204645
  • ISBN-10: 3293204643
  • Best.Nr.: 26396243
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.01.2008

Körperlose Welt
Unerklärlich: Ein Traumbuch von Nagib Machfus

Das letzte zu Lebzeiten veröffentlichte Werk des ägyptischen Literaturnobelpreisträgers Nagib Machfus trägt den assoziationsreichen Titel eines Buchs der Träume. Wer aber symbolische Traumdeutungen erwartet, wie sie seit dem antiken Artemidoros von Daldis geschrieben werden, psychologische Selbstanalysen in freudscher Tradition oder etwa eine kulturhistorische Sammlung wie das Buch der Träume des Jorge Luis Borges, wird enttäuscht. Der im Sommer 2006 verstorbene Machfus meint es ganz wörtlich mit den Träumen; bei seinem Buch handelt es sich um eine Sammlung oft sehr schlichter Traumnotate in knapper, kurzer Form. Von dem, was andere mit solchen Traumprotokollen verbinden, wenig: kaum kausale Erklärungsversuche, wenig sinnstiftende Bezüge zur Realität, keine Interpretationen. Machfus schreibt realistische Träume auf, mit all ihren Diskontinuitäten und wilden Unerklärlichkeiten, ihrem Mangel an Logik und sinnhaftem Zusammenhang.

Allein schon dieser Beschreibungsweise ist es geschuldet, dass viele Träume eher wie Albträume wirken; das Fehlen von erklärbaren …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

"Rezensentin Angela Schader behandelt das nun auf Deutsch vorliegende "Buch der Träume" von Nagib Machfus als kostbaren Fund, der für die Leser, die den 2006 verstorbenen ägyptischen Autor nur als Schriftsteller der großen Form und als Nobelpreisträger kennen, eine "Überraschung" darstellen wird, wie sie versichert. Das Buch, in dem Machfus seine Träume aufgezeichnet hat, ist in einer Zeit entstanden, in der sich der Autor vom Attentat eines religiösen Fanatikers erholte, und ist maßgeblich von dieser traumatischen Erfahrung geprägt, erklärt die Rezensentin. Beeindruckt zeigt sich Schader von den in ihrer Kürze äußerst dichten Texten, die die Rätselhaftigkeit der Traumsprache nicht aufzulösen oder zu erklären versuchten. Sie erlauben einen tiefen Einblick in die Persönlichkeit des Romanciers und fügen seinem Werk eine neue, unbekannte Facette hinzu, schreibt die Rezensentin, die besonders die Träume, in denen Machfus Verstorbenen wieder begegnet, einfach "wunderbar" findet.

© Perlentaucher Medien GmbH"
Nagib Machfus, geb. am 11.12.1911 als Sohn einer Kleinbürgerfamilie in Kairo, entschied sich schon bald nach dem Studium für das Schreiben. Er hat alle Elemente der volkstümlichen Erzählkunst in seine Werke aufgenommen und ist der eigentliche 'Vater des ägyptischen Romans'. Sein Lebenswerk, das an die vierzig Romane, Kurzgeschichten und Novellen umfasst, gehört längst zur Weltliteratur. 1988 wurde ihm als einem der bedeutendsten arabischen Autoren der Gegenwart der Nobelpreis für Literatur verliehen. Er starb 2006.

Blick ins Buch "Das Buch der Träume"

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