Quelle/Copyright: Game-Captain-Besprechung
Äh, das wievielte Assassin's Creed ist denn das jetzt eigentlich? Gut, es gibt jetzt den Zusatz 'Relevations', aber ist danach auch wirklich Schluss? Zieht der Spielspaß noch einmal an? Gibt es wirklich bahnbrechende neue Funktionen? Und ist die Geschichte gut und stimmig? Ich denke noch einmal kurz zurück an das erste Abenteuer mit Altair, auf das ich mich so sehr gefreut hatte, um dann doch etwas enttäuscht zu sein. Und ich kann mir nicht helfen, ich freue mich auch auf <strong>Assassins Creed: Relevations</strong> (ACR) - oder besser: Ich habe mich darauf gefreut und jetzt freue ich mich darüber, dass Ubisoft das Rad zwar nicht neu erfunden hat, aber genug daran gefeilt hat, um es rund laufen zu lassen.<br/><br/><strong>Ezio, alte Rinde, du auch hier?</strong><br/><br/>Verflixt, was ist denn mit dem Animus los? Alles ist anders beim Start von ACR und irgendwie auch gleich: Desmond kämpft mit dem Koma und sein Geist steckt im Animus, der auf diese Weise etwas anders daher kommt, als in einem schlichten Weiß zu erscheinen. Um sich selbst zu wecken, macht sich Desmond nun in der Vergangenheit als Ezio auf die Reise, um das Rätsel zu lüften, an dem er nun schon lange genug knabbert. Der gute Ezio hingegen ist deutlich gealtert - so sehr, dass er kaum wiederzuerkennen ist. Und freundlicherweise hat Ubisoft jetzt auch dem Charakter von Desmond mehr Tiefe eingehaucht, weil wir in dessen Vergangenheit reisen dürfen und endlich mehr über den Mann erfahren, der uns schließlich seit Anbeginn durch das Spiel geleitet. Mit den zwei bekannten Gesichtern ist das Spielen für Kenner der Serie sofort vertraut, für Neueinsteiger bleibt der Titel sehr gut spielbar, lässt aber aufgrund der umfangreichen Vorgeschichte aus den drei vorangegangenen Teilen einige Fragen offen.<br/><br/>Steigen wir also durch Desmond in den Körper von Ezio und begeben uns nach Konstantinopel, wo wir die letzten Fragen der Ezio-Saga klären sollen, um das Ganze endlich zu einem Abschluss zu bringen. Dabei wird der Assassine in eine Erbschaftsgeschichte hineingezogen, was den Teppich für die Geschichte bildet, die wirklich spannend erzählt wird.<br/><br/>Schließlich noch eine angenehme Nachricht: Ja, es gibt wieder einen Kopierschutz, der ist aber nur einmal zu Beginn der Installation gefordert, anschließend dürfen wir spielen, wie wir wollen, und können sogar gefahrlos offline gehen. Na also, es geht doch.<br/><br/>Was gibt es denn nun wirklich Neues?<br/><br/>Spiels du Assassin's Creed einmal, kennst du alle. Ja, das trifft zu, auch auf den ACR, das Spielgefühl ist sofort wieder da. Mit Maus und Tastatur lässt sich das Ganze gut spielen, geht dann aber nicht so flüssig von der Hand wie mit dem Gamepad. Da fühlt man sich gleich wieder heimisch, weil sich an der Steuerung nichts geändert hat. Warum auch, das war alles prima und perfekt. So suchen wir dann auch mit der Lupe nach Neuerungen, die sich am deutlichsten in den Bomben zeigen, die wir selbst basteln dürfen. Wirklich zwingend notwendig sind sie nicht, aber sie öffnen neue Wege, neue Herangehensweisen an die Aufträge. Ebenfalls neu ist der Greifhaken, der nicht nur beim Klettern des gealterten Assassinen hilft, sondern auch sehr dienlich ist, um an Seilen herunterzurutschen und auf diese Weise den Wachen zu entkommen.<br/><br/>Dafür gibt es allerdings auch nur einen Schwierigkeitsgrad, der im Verlauf des Spiels stetig ansteigt - so richtig unfair wird es aber nie, für jeden Normal-Zocker ist alles lösbar, zumal die Kämpfe weiterhin einerseits sehr episch aufgezogen wurden, andererseits aber auch noch immer einen Tick zu leicht ausgefallen sind.<br/><br/>Neben der packenden Handlung gibt es auch wieder zahlreiche Nebenschauplätze, unter anderem dürfen auch wieder Nachwuchskräfte rekrutiert und trainiert werden. Wer wie ich ein Faible für Tower-Defense-Spiele hat, der kommt bei der Verteidigung seiner Stützpunkte voll auf seine Kosten. Eine nette Idee, um für Abwechslung zu sorgen. Das 'Open-World-Gefühl' reicht schon fast an <strong>Grand Theft Auto IV</strong> heran, so viel ist in Konstantinopel los, so viel passiert um uns herum. Das ist ein Gefühl von Freiheit, das gerade im ersten Teil schnell verloren ging.<br/><br/><strong>-... und beim Multiplayer?</strong><br/><br/>Auch im Multiplay-Modus hat Ubisoft nicht viel verändert, sondern nur hier und da ein wenig gefeilt. Wie schon beim Vorgänger geht es darum, sich mit acht Assassinen zu messen, jeder ist hier Jäger und gleichzeitig auch Gejagter. Was bei <strong>AC Brotherhood</strong> funktionierte, klappt demnach auch bei ACR: Insgesamt warten zehn Spielmodi und auf die geneigten Online-Gamer, die sich dann auf neun Karten miteinander messen dürfen, was im Vergleich zum Vorgänger schon mal eine Steigerung ist. Eine Trainingsmöglichkeit erleichtert den Einstieg, es gibt ein Rangsystem und jede Menge Statistiken, was den Meuchel-Multplayer-Modus deutlich von seinen Shooter-Kollegen abhebt.<br/><br/><strong>Gute Sprecher und eine Optik aus der Vergangenheit</strong><br/><br/>Im kommenden Jahr soll es den Schlusspunkt geben, die Auflösung um all das, was die Geschichte der Templer und Assassinen verbindet und trennt. Bis dahin sollte Ubisoft aber noch einmal an der Grafik arbeiten, denn so stark beim Erstling auch die Optik war, sie hat mit der Zeit gelitten. Sie sieht immer noch gut aus, vor allem dann, wenn man einen potenten Rechner unter dem Tisch stehen hat, aber für ein großes Finale wäre eine verbesserte Optik auf jeden Fall vonnöten, um noch einmal alle Register zu ziehen. Gerade bei den Texturen wäre ein Überarbeiten wichtig, die Gesichter wirken im Vergleich zu anderen Genregrößen blass und detailarm. Und ebenfalls eine Frage der Optik: Einige Gebäude wurden geklont, was leider schon auf den ersten Blick auffällt.<br/><br/>Dafür gibt es aber akustisch wieder mal wenig zu meckern - klar, es wiederholen sich einige Sprüche, was sich niemals ausschließen lässt und hier und da kann schon mal so etwas wie ein Nervfaktor aufkommen, aber unterm Strich glänzen Ezio und Desmond und der Rest der Welt mit guten Sprechern. Dazu kommen noch die guten Geräusche rund um die Kämpfe und anderen Aktionen, sodass ein stimmiges, atmosphärisches Bild gezeichnet wird. Letztlich ist es auch das, was den Reiz des vierten Ablegers ausmacht: Die Geschichte und die Welt, die durch sie erschaffen wird.<br/><br/><strong>Fazit</strong>: Ich mag Assassin's Creed: Revelations. Nicht, weil es den Attentäter neu erfindet, sondern weil die Geschichte weitergeführt wird und ich mit Desmond und Ezio auf eine Reise gehen kann, die faszinierend bleibt.<br/><br/>Gut, es gibt wenig Neuerungen: Der Greifhaken und das Bauen von Bomben sind hinzugekommen, das meiste andere für Fans und Kenner ein alter Hut. Aber das passt alles stimmungsvoll zusammen und sorgt für eine großartige Atmosphäre. Und dafür und für die gut erzählte Geschichte gibt es eben auch den Award.<br/><br/>Wenn im kommenden Jahr der Schlussstrich gezogen wird, dann kann Ubisoft stolz auf die Saga sein, die sie aufgebaut haben. Allerdings ist es bis zum Finale noch ein weiter Weg, denn bis dahin muss noch einmal an der Optik geschraubt werden, um den letzten Teil zu einem Höhepunkt werden zu lassen.<br/><br/><strong>Wertung</strong>: 86 von 100 Punkten (Armin Sengbusch/GameCaptain.de)
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Am eigentlichen Spielprinzip hat sich wie erwartet nur wenig verändert. Noch immer klettert Ezio trotz seines fortgeschrittenen Alters wieselflink jede noch so hohe Wand hoch und nimmt es im bewährten Kampfsystem mit den Templern auf. Einige gelungene Neuerungen gibt es dennoch: Dank Hakenklinge erreicht der Meisterassassine noch weiter entfernt gelegene Vorsprünge. Zudem darf man nun auch aus mehreren zutaten verschiedenste Bomben basteln. Völlig neu ist ein Minispiel, in dem Ezio in bester Tower-Defense- Manier seine Mitstreiter aus dem Assassinenorden startegisch aufstellt sowie Barrikaden errichtet, um mehrere Wellen an anrückenden Templern zurück zu schlagen. An Abwechslung herrscht in "Revelations" dank der zahlreichen, unterschiedlichen Aufgaben eh kein Mangel. Dennoch stellt sich mit dem dritten Spiel aus der Reihe in drei Jahren eine gewisse Ermüdungserscheinung ein.Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
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