Soziologie und Sozialkritik - Boltanski, Luc

Soziologie und Sozialkritik

Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2008

Luc Boltanski 

Aus d. Französ. v. Bernd Schwibs u. Achim Russer
Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
20 ebmiles sammeln
EUR 19,80
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Soziologie und Sozialkritik

Luc Boltanski behandelt in seinen Frankfurter Adorno-Vorlesungen eine Frage, die vor allem die erste Generation der Frankfurter Schule umtrieb, die derzeit aber in der französischen Sozialtheorie sehr viel nachdrücklicher gestellt wird als hierzulande: Wie verhält sich das Wissen des kritischen Theoretikers zu den alltäglichen Urteilen der Akteure, in deren Namen er seine Kritik formuliert? Dabei bleibt Boltanski dem Grundmotiv treu, das ihn im Laufe der achtziger Jahre in immer deutlichere Distanz zu seinem Lehrer Pierre Bourdieu brachte. Er unterläuft die klassische Trennung zwischen den Perspektiven des soziologisch geschulten Kritikers und der in ihrer Alltagswelt befangenen Gesellschaftsmitglieder, insistiert auf der kritischen Kompetenz der "normalen" Akteure und weist der Soziologie die Aufgabe zu, jene Praktiken der Rechtfertigung zu beschreiben und theoretisch nutzbar zu machen, die wir alltäglich auch ohne wissenschaftliche Nachhilfe vollziehen.
In seinen Vorlesungen erläutert er die Konsequenzen einer pragmatischen Wende in der Soziologie und gibt einen weit gespannten Überblick über den derzeitigen Stand seiner Soziologie der Kritik. Konsequent baut er den theoretischen Rahmen aus, den er in seinen Analysen zur gesellschaftlichen Urteilskraft und zum "neuen Geist des Kapitalismus" entwickelte und formuliert erstmals eine umfassende Analyse der Herrschaft, die die Errungenschaften der pragmatischen Wende mit den Stärken der traditionellen kritischen Sozialwissenschaft verbindet.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 230 S. 203 mm
  • Seitenzahl: 230
  • Best.Nr. des Verlages: 58546
  • Deutsch
  • Abmessung: 204mm x 124mm x 23mm
  • Gewicht: 318g
  • ISBN-13: 9783518585467
  • ISBN-10: 3518585460
  • Best.Nr.: 27962623
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.12.2010

Man kritisiert den Chef anders als den betrügerischen Händler
Herrschaft ist kein Gegenstand datengestützter Gesellschaftsbeobachtung: Luc Boltanski verpflichtet die Soziologie auf das Gebot der Neutralität
Niemand würde von einem Physiker, der Elementarteilchen untersucht, erwarten, dass er seine Wissenschaft betreibt, um Ereignisse in der subatomaren Natur zu kritisieren. Im Gegensatz dazu gehört es sehr wohl zum Selbstverständnis ernstzunehmender Soziologen, dass ihre Gesellschaftsbeobachtung zur wissenschaftlichen Analyse und Kritik sozialer Phänomene beiträgt. Aber lassen sich die Kriterien einer solchen Kritik objektivieren? Angesichts dieser Frage hat gerade die Soziologie, die sich als kritische Sozialwissenschaft versteht, schon vor Jahrzehnten eine Krise der Gesellschaftskritik festgestellt. So steht das Problem im Raum, ob eine soziologische Gesellschaftskritik möglich ist, ohne dass die Soziologie ihren Anspruch preisgibt, Wissenschaft von der Gesellschaft zu sein.
In diese Kontroverse hat der französische Soziologe Luc Boltanski mit einer raffinierten Intervention eingegriffen. Er schlug ein neues soziologisches Forschungsprogramm vor: Anstatt …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Ein "programmatischen Werk", das auf eine Erneuerung der kritischen Soziologie zielt, erblickt Rezensent Urs Hafner in Luc Boltanski neuem Buch "Soziologie und Sozialkritik". Ausführlich rekapituliert er die Herrschaftstheorie des französischen Soziologen und Bourdieu-Schülers und geht insbesondere auf dessen Ausführungen über Kritik und Institutionen ein, die als sich gegenseitig bedingende Pole einer Gesellschaft anzusehen sind. Während die Institutionen - also Regierungen, Gerichte, Polizei, aber auch offizielle Prüfungen, Rituale, Nationalhymnen usw. - darauf zielten, die Realität der bestehenden Ordnung zu zementieren, suche die Kritik zu zeigen, dass Realität immer konstruiert und veränderbar sei. Außerdem unterstreicht Hafner die Analyse der Schwierigkeiten, in den liberal-kapitalistischen Demokratien des Westens Kritik zu artikulieren. Er schätzt Boltanskis "Mut zur Vereinfachung", aber auch den manchmal "hohen Abstraktionsgrad" des Buchs. Besonders gefallen hat ihm die bissige Charakterisierung der "Verantwortungsträger" in Politik und Wirtschaft, die er als "humoristisches Glanzstück" lobt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Luc Boltanski wurde 1940 als Kind eines jüdischen Arztes und einer katholischen Mutter in Paris geboren. Zunächst Schüler von Pierre Bourdieu, etablierte er dann eine eigene Soziologie der Kritik. 1984 gründete er die Groupe de Sociologie Politique et Morale an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Kürzlich wurden seine Adorno-Vorlesungen aus dem Jahre 2008 veröffentlicht

3 Marktplatz-Angebote für "Soziologie und Sozialkritik" ab EUR 14,95

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
gebraucht; sehr gut 14,95 1,70 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), PayPal, offene Rechnung Bücherdackel 99,9% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 15,00 0,95 Banküberweisung Versandhandel Pannier 98,7% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 20,19 2,50 Banküberweisung, offene Rechnung, PayPal, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Modanti/Buchlan da.de 98,9% ansehen
Mehr von