Mein Stifter - Stadler, Arnold

Arnold Stadler 

Mein Stifter

Porträt eines Selbstmörders in spe und fünf Photographien. Von der Darmstädter Jury als Buch des Monats April 2005 ausgezeichnet

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Mein Stifter

Arnold Stadlers neuer Blick auf einen großen Erzähler: Zum 200. Geburtstag von Adalbert Stifter.

Für Arnold Stadler war Adalbert Stifter prägend, seit er dreizehnjährig dessen Nachsommer las - beeindruckt von dem, was sich hinter den Beschreibungen heiler Welt verbarg. Seither ist ein Gefühl von Verwandtschaft geblieben, das nicht nur aus den Wurzeln im ländlichen Katholizismus herrührt. In dieser persönlichen Biographie nähert sich Arnold Stadler "seinem Stifter" auf ganz eigene Weise: als Leser, als Besucher von Stifters Orten, als Moderator der gerade von Schriftstellern mit Leidenschaft geführten Auseinandersetzungen um Stifters Werk, kurz - als Biograph einer mit stadlerscher Wucht vorgetragenen Lebensgeschichte. Aus dem Wiederlesen des Nachsommer entsteht eine Auseinandersetzung, die jederzeit vom Roman zum Autor springt. Sie umkreist die Frage, was für ein Leben es ist, das sich Adalbert Stifter in diesem autobiographischen Traum selbst zuschreibt. Ausgehend von fünf Fotografien Stifters entwirft Arnold Stadler das "Porträt eines Selbstmörders in spe", der am Ende mit dem Messer philosophiert und seinen Gedanken ein Ende setzt - als Sünde gegen die Welt, in der er lebt. So entsteht zum zweihundertsten Geburtstag des großen österreichischen Erzählers am 23. Oktober 2005 eine Annäherung, die nicht einfach Biographie ist, sondern zur Hinführung, Hommage und Vergegenwärtigung wird.


Produktinformation

  • Verlag: Dumont Buchverlag
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 195 S. m. 5 Fotos.
  • Seitenzahl: 195
  • Deutsch
  • Abmessung: 21, 5 cm
  • Gewicht: 416g
  • ISBN-13: 9783832179090
  • ISBN-10: 3832179097
  • Best.Nr.: 13381396

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Keine literaturwissenschaftliche Arbeit sondern eine persönliche Auseinandersetzung mit Adalbert Stifter habe Arnold Stadler schreiben wollen, hält Andreas Bernard dem Autor zugute. Im Mittelpunkt stehe hierbei der 1857 erschienene Roman "Nachsommer", den Stadler als "erträumte Autobiografie" lese, wie der Rezensent zitiert. Diese "fortwährende Überblendung von Leben und Werk" sei aufschlussreich und biete sich auch an, da der Roman wie ein Gegenentwurf zum unglücklichen Stifterschen Leben wirke. Allerdings, bemängelt der Rezensent, gehe die vergleichende biografische Lesart zu Lasten des Romans selbst. An dessen poetologisches Geheimnis, wie Kommasetzung, parataktischer Erzählstil oder Raum- und Zeiterfahrung, werde nicht gerührt. Wirklich überflüssig findet Andreas Bernard jedoch stilistische Wiederholungen im Text, der sich so wie eine Aneinanderreihung verschiedener Essays lese und die "geschwätzig wirkenden Ausbrüche" in Form von deplazierter Gesellschaftskritik.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.12.2005

Traum vom Meer
Zwischen Rosenhaus und Chillroom: Arnold Stadlers Hommage „Mein Stifter”
Ein junger Naturforscher bittet in einem abgelegenen, über und über mit Rosen bedeckten Landhaus um Unterschlupf vor einem drohenden Gewitter. Er wird von dem älteren Hausbesitzer freundlich aufgenommen, kehrt auf seinen Reisen immer wieder dorthin zurück und heiratet schließlich die Ziehtochter seines Gastfreundes. Mit diesen Sätzen wären die knapp 800 Seiten von Stifters „Nachsommer” schon so gut wie vollständig zusammengefasst. Dieser Roman kommt ohne alles aus, was man eine „Geschichte” nennen könnte; allein die Rundgänge beim ersten Besuch des Ich-Erzählers, auf denen der Hausbesitzer seinem Gast die verschiedenen Kunstsammlungen, den weitläufigen Garten und den Betrieb zur Restauration alter Möbel und Kunstwerke zeigt, nehmen nicht weniger als 110 Seiten ein. Die Handlungsarmut des Buches, seine ausschweifenden Beschreibungen haben von Anfang an spöttische Kritik hervorgerufen. Ebenso häufig aber wurde der „Nachsommer” von seinen Lesern - insbesondere von den Schriftstellern unter ihnen - als einer der schönsten Romane deutscher Sprache …

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Arnold Stadler wurde 1954 in der südbadischen Kleinstadt Meßkirch geboren und wuchs auf einem Bauernhof im Nachbardorf Rast auf. Er studierte katholische Theologie in München und Rom, anschließend Germanistik in Freiburg und Köln. Promotion 1986. Heute lebt er in Rast und in Berlin. Arnold Stadler ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt.

Kundenbewertungen zu "Mein Stifter" von "Arnold Stadler"

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Bewertung von MANHET aus Rodenbach am 25.04.2005 ***** sehr gut
Wer Adalbert Stifter mag und sein Hauptwerk "Nachsommer" bis zum Ende gelesen hat, für den ist die Lektüre Stadlers "Mein Stifter" ein großes Vergnügen.
Allerdings sind mir im Kapitel "Die Herkunft", gemeint ist die Stadlers, die Begriffe Mengele-Landmaschinen, Dachau und Ausschwitz rätselhaft und in dieser Stifter-Biographie völlig Fehl am Platze.
Dennoch ist dieses Buch allen Stifter-Freunden wärmstens zu empfehlen.
Ich habe es in einem Zug verschlungen.

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