The Amazing Spider-Man
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The Amazing Spider-Man

Xbox 360
 
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The Amazing Spider-Man

In atemberaubenden Manövern können sich die Spieler quer durch New York schwingen. Das Actionspiel erzählt eine eigenständige Geschichte, die nach den Ereignissen des Kinofilms angesiedelt ist. Der Superheld muss erneut Manhattan vor verschiedenen Verbrechern schützen. Außerdem dürfen sich die Spieler über spannende Innovationen im Navigations- und Kampfsystem freuen.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Lieber gut kopiert, als schlecht selber gemacht. So schien das Motto der Entwickler von "The Amazing Spider-Man" gewesen zu sein, denn das kanadische Beenox-Studio bedient sich bei Superhelden-Adaptionen wie "Batman: Arkham City" und "inFamous". Weil das aber hervorragende Spiele sind, ist daran nichts auszusetzen, denn so wird aus der Spinnenmann-Versoftung ein ordentliches Open-World-Spiel. Wie der Dark Knight kann auch Spider- Man in Gebäuden Gegner per "Stealth-Takedown" lautlos von der Decke ausschalten, oder er prügelt sich im Nahkampf. Im Freien steht Spielern ganz Manhattan mit Hauptund Nebenmissionen zum Entdecken frei. Wobei Spider-Man sich natürlich fliegend per Spinnenseil durch die Häuserschluchten bewegt.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Systemvoraussetzungen

Xbox 360


Produktinformation

  • USK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Erscheinungstermin: 29.06.2012
  • EAN: 5030917107658
  • Best.Nr.: 34873614
Das geht leicht von der Hand und ist stellenweise so rasant, dass einem flau im Magen wird. Wirklich gelungen ist die "Web Rush"-Funktion, mit der man jederzeit pausieren kann, um Angriffsaktionen oder Bewegungen zu planen, die dann per Knopfdruck automatisch ausgeführt werden. So haben Spieler bei aller Action stets das Gefühl, die Situation im Griff zu haben oder sich eine kurze Verschnaufpause zu gönnen. Insgesamt wird "The Amazing Spider- Man" zwar keine Innovationspreise gewinnen, überzeugt aber als durchweg ordentlicher, spaßiger Lizenztitel - und das ist bei Spielen zu Kinofilmen weiß Gott keine Selbstverständlichkeit. Auch wenn die Entwickler stets betonen, keine detailgetreue Umsetzung des gleichnamigen Spielfilms zu sein, so ist das Releasedatum in der Woche des Kinostarts sehr clever gewählt. Aber auch Nichtkinogänger werden am Open-World-Spiel Spaß haben. Kunden sollten sich langsam, aber sicher von dem Gedanken verabschieden, Lizenzsoftware sei per se Lizenzschrott.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Ich muss gestehen, dass es für mich immer nur einen wahren Superhelden gab: Batman. Der war aus Fleisch und Blut, der war einfach nur durchtrainiert und hatte ein paar nette, technische Gimmicks im Gepäck und verließ sich nicht auf irgendeine genetische Mutation in seinem Körper. Alle anderen Helden waren doch nur Typen mit irgendwelchen ausgedachten Superkräften, gegen Batman hatten sie keine Chance. Das galt und gilt auch für Spider-Man, die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft, zumal beim neuesten Spektakel The Amazing Spider-Man auch deutliche Parallelen zu den beiden Batman-Ablegern Arkham Asylum und Arkham City zu finden sind.

Was macht eigentlich so ein Superheld?

Die Frage stellt sich ja im Grunde genommen niemand, weil es ja klar ist: Jeder Held rettet die Welt, alle anderen sind Gartenzwerge. Gut, es kann auch mal kleiner zugehen, so wie bei Spidey, der nur den Stadtteil Manhattan von einer Seuche befreien muss. Natürlich ist mal wieder der ominöse Oscorp-Konzern beteiligt, weshalb das Spiel auch mit einer wirklich gut gemachten Werbekampagne der fiktiven Firma startet. Nett, wirklich nett. Beim anschließenden Hauptmenü wird schon deutlich, dass der Umfang nicht die Stärke des Spinnenmannes ist: Die Solo-Kampagne ist das Einzige, was der Titel zu bieten hat, wobei die wirklich gar nicht so schlecht ist. Weitere Herausforderungen suchen wir vergeblich, einzig die Möglichkeit, das Spiel auf drei Schwierigkeitsgraden zu bestreiten bietet den Hauch einer Abwechslung. Doch schon einmal vorweg: Der Wiederspielwert auf den höheren Stufen ist gering, da sich nach Abschluss der Geschichte alle Missionen noch einmal einzeln anwählen lassen - nicht im Hauptmenü, sondern im kleinen Menü der Kampagne.

Ein Wiedersehen mit zahlreichen Bösewichten und Weggefährten

Nach den missglückten Artenkreuzungen bei Oscorp bricht eine Seuche in Manhattan aus, die die Einwohner des gesamten Stadtteils zu infizieren droht. Während der verrückte Wissenschaftler - warum sind die eigentlich immer alle verrückt oder wahnsinnig? - Alistair Smythe auf seine Roboter setzt, die für Ordnung sorgen sollen, entscheidet sich die menschliche Spinne für einen anderen Weg. Kurzerhand soll Dr. Connors uns helfen, ein Gegenmittel zu erstellen. Eben jener Dr. Connors, der nach einem missglückten Experiment mal als Echse in Manhattan sein Unwesen trieb. Fans von Spider-Man wissen Bescheid, alle anderen machen einfach das, was uns befohlen wird. So prügeln, schwingen und schleichen wir uns durch elf Kapitel, erleben die Höhen und Tiefen des Superheldenlebens und haben nach gut sechs Stunden die Kampagne hinter uns. Wer sich mit den Nebenmissionen und kleinen Aufgaben in der Stadt vergnügen will, kann den Aufenthalt in Manhattan noch um einige Stunden erweitern - allerdings wird auch hier wie schon in der Kampagne die Abwechslung nicht gerade groß geschrieben.

Es gibt Verfolgungsjagden durch die Stadt an, in denen Spidey durch die Häuserschluchten schwingt und die Verbrecher stoppen muss, Bankräuber müssen aufgehalten werden, in den kleinen Gassen lauern Ganoven friedlichen Bürgern auf und dann gibt es ja auch noch die infizierten Bürger, die wir als freundliche Spinne in ein Krankenhaus bringen. Es sind auch zahlreiche Comic-Seiten in und über Manhattan verteilt: Wer sie einsammelt, schaltet Cover von alten Ausgaben frei. Nicht der Brüller, aber ganz nett. Außerdem werden durch die Nebenmissionen auch noch weiteren Upgrades für die Spinne freigeschaltet, sodass unser Held immer neue Tricks beherrscht, um die Gegner flachzulegen.

Das Gameplay - irgendwie cool, aber irgendwas fehlt doch

Die gut umgesetzten Flug- und Schwungeinlagen in Manhattan, die wirklich Lust und Laune machen und etwas Eigenständiges sind, sind der spielerische Höhepunkt. Zumal sich die Entwickler auch den 'Netz-Sprint' als Gameplay-Feature haben einfallen lassen. Bei gedrücktem rechten Button verlangsamt sich die Zeit extrem und wir können in aller Ruhe einen Landeplatz aussuchen. Doch das ist kein Fixpunkt: Wenn sich die Spinne im Flug befindet, können wir durch ein erneutes Drücken wieder einen anderen Punkt auswählen, sodass wir uns immer in Bewegung befinden, was wirklich Laune macht und sich gerade dann, wenn es Gegner mit Feuerwaffen auf uns abgesehen haben, hervorragend zur Flucht eignet. Aber mal abgesehen von diesen Flugeinlagen spielt sich Spider-Man wie ein Batman-Titel. Das liegt am Kampfsystem, das fast identisch umgesetzt wurde. Ein Superheld ist eben wie der andere - nur das Batman der Bessere ist. Denn während Bruce Wayne zahlreiche Kombos zur Verfügung standen, die mit unterschiedlichen Knopfdrücken für mehr Dynamik sorgten, wirkt Peter Parker im Kampf eher wie ein Film, bei dem man munter auf einem Knopf herumdrückt - meistens dem X-Button. Die Signature-Moves kommen dann mit dem B-Button hinzu und letztlich war es das dann auch schon, was uns in den Kämpfen weiterbringt. Und davon gibt es viele, die Gegner, die Spider-Man begegnen, reichen von simplen Infizierten über Schläger, Gatling-Truppen und kleine Kampfroboter bis hin zu großen Robo-Boliden und ausgewachsenen Riesen-Ratten, die nicht so einfach zu besiegen sind.

Aber gerade die Bosskämpfe zeigen auch die Schwachstellen des Titels auf: Sie laufen immer wieder gleich ab, Quicktime-Sequenzen wiederholen sich und an einigen Stellen hilft nur Trial&Error, was wiederum Frust zur Folge hat. Zugute halten muss man dem Spiel, das die Kämpfe trotzdem Spaß machen, auch wenn nicht immer alles stimmig wirkt. So werden zum Beispiel bei der Doppelattacke, die Spider-Man von der Decke aus auf zwei dicht zusammenstehenden Gegner macht, die beiden Feinde noch zurecht gerückt, damit es auch passt. Das sieht einfach dämlich aus. Dazu gesellen sich noch Clipping-Fehler und nicht immer ist klar, gegen welchen der zahlreichen Gegner wir denn jetzt nun den nächsten Tritt oder Schlag ausführen werden.

Für jeden erledigten Feind gibt es XP, für jeden vernichteten Roboter erhalten wir technische Teile. XP werden in Charakter-Upgrades investiert, sodass wir mehr Kugeln oder mehr Schläge aushalten können. Die anderen Teile werden für die technischen Upgrades benötigt, wobei nicht so ganz klar ist, was da der Unterschied zu den Charakter-Upgrades sein soll. Aber bitte, es gibt eine weitere Möglichkeit, den Spinnenmann aufzuwerten, da darf sich niemand beklagen.

Optik okay, Sprachausgabe ironisch bis humorvoll

Was die Grafik anbelangt, so kann das Spiel phasenweise überzeugen, in anderen Situationen präsentiert es sich aber enttäuschend. So sind die Zwischensequenzen wirklich nicht immer ansehnlich, wenn es matschige Texturen und Botox-Mimik gibt. Dafür ist es eine Freude, mit Spider-Man durch die Stadt zu schwingen, die engen Häuserschluchten zu passieren, mal wieder hoch in der Luft zu schweben und einfach nur den Ausblick zu genießen. Netterweise ist auch das Fußvolk und der Straßenverkehr animiert, sodass tatsächlich das Gefühl einer belebten Stadt aufkommt. Klar, es gibt in dieser Hinsicht bessere Spiele, aber so schlecht schneidet der Spinnenmann im Vergleich dann auch nicht ab. Auch bei den Animationen kann der Titel punkten, wenngleich einiges arg geskriptet ist und etwas unbeholfen wirkt - gerade dann, wenn aus dem Gameplay heraus in die Quicktime-Events geschaltet wird.

Bei der Sprachausgabe möchte ich vom typischen Humor des Spider-Man sprechen. Ironisch und immer mit einer Prise Humor garniert, gern auch mal sich selbst oder das Spiel auf die Schippe nehmen. So krabbelt Spidey zum wiederholten mal durch einen Luftschacht und murmelt: 'Warum müssen es eigentlich immer Luftschächte sein?' Auch die flapsigen Kommentare während der Kämpfe sind ganz nett, wiederholen sich aber gern.

Fazit: Der unglaubliche Spider-Man passt am besten in meine Kategorie 'Spiele mit verschenkten Möglichkeiten'. Denn der Ansatz von The Amazing Spider-Man ist löblich, wenn auch vieles von den Batman-Titeln abgekupfert wurde, doch die Ausführung ist unvollendet. Eine ausufernde Kampagne, Herausforderungen wie zum Beispiel die Missionen unter Zeitdruck auszuführen oder auch so etwas wie Highscore-Listen fehlen leider. Klar, der Titel funktioniert auch so, kommt aber über gehobenes Mittelmaß nicht hinaus.

Es bleibt ein Hauch Enttäuschung darüber, dass dies ein wirklich gutes Spider-Man Spiel hätte werden können. Aber es beweist eben auch, dass zumindest in meiner Welt niemand an Batman vorbeikommt.

Wertung: 75 von 100 Punkten (Armin Sengbusch/GameCaptain.de)
Quelle/Copyright: Captain-Fantastic-Besprechung

Videoclip zu "The Amazing Spider-Man"

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