Syndicate (PS3)
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Syndicate (PS3)

PlayStation 3
 
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Syndicate (PS3)

Die Neuauflage des Klassikers "Syndicate" handelt von einer düsteren Welt, in der Syndikate um die uneingeschränkte Herrschaft streiten. Die Welt im Jahr 2069 ist digital vernetzt. Die Macht der Spieler beschränkt sich dadurch nicht nur auf die Waffen in ihren Händen. Dank eines eingepflanzten Chips kann man in digitale Umgebungen eindringen und Kontrahenten als Hacker ausschalten.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Systemvoraussetzungen

PlayStation 3


Produktinformation

  • Hersteller: Electronic Arts
  • Artikeltyp: Software
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: Xbox 360
  • Erscheinungstermin: 23.02.2012
  • EAN: 5030932099655
  • Best.Nr.: 34446729
Quelle/Copyright: Game-Captain-Besprechung
Erinnert sich noch wer an <strong>Syndicate</strong> von Bullfrog aus dem Jahre 1993? Man muss schon zur älteren Zockergeneration gehören, um mit dem Namen etwas anfangen zu können. Man spielte in einer dystopischen Cyberpunk-Zukunft bis zu vier Agenten, die im Auftrag eines Megakonzerns Sabotageakte, Attentate und Entführungen vornahmen, um den anderen konkurrierenden Konzernen zu schaden und dem eigenen Unternehmen zur Weltherrschaft zu verhelfen. Syndicate war ein Taktikspiel mit isometrischer Vogelperspektive, in dem man umsichtig planen musste und welches bockschwer war, zumindest für mich. Taktik war einfach nie mein Fall, weshalb Syndicate ziemlich an mir vorbeigegangen ist. (Wer mehr wissen will, liest unseren Retrotest) Nun bringen die Starbreeze Studios (u.a. verantwortlich für die beiden <strong>Riddick</strong>-Spiele) ihre Vision einer zeitgemäßen Neuauflage, die ebenfalls schlicht und einfach wieder 'Syndicate' heißt.<br/><br/><strong>Feindliche Übernahme</strong><br/><br/>Der Titel und das Cyberpunkszenario sind bei der Neuauflage dann aber auch alles, was noch an den Vorgänger erinnert. Statt eines Taktikspiels kredenzt uns Starbreeze hier einen reinrassigen Egoshooter mit ein paar Hackingmechaniken.<br/><br/>Im Jahre 2063 haben Regierungen nichts mehr zu melden. Stattdessen geben Megakonzerne den Ton an, die natürlich allesamt die Weltherrschaft anstreben und zum Erreichen dieses Ziels Privatarmeen unterhalten, die sich munter untereinander bekriegen. Jeder der es sich leisten kann hat einen Biochip implantiert, ohne den in dieser düsteren Zukunft so gut wie nichts mehr geht. Der ungechipte Teil der Bevölkerung muss in heruntergekommen Slums dahinvegetieren, während die mit Chip im Kopf hoch oben in supermodernen Wolkenkratzern leben.<br/><br/>Wir spielen den lederbemantelten, per Cyberimplantat aufgemotzten Agenten Miles Kilo, der für den Eurocorp-Konzern arbeitet. Agenten sind die Speerspitze einer jeden Konzerntruppe: bestens ausgebildet, stets mit der neuesten Technik ausgerüstet und absolut skrupellos. Miles gehört jedoch zu einer neuen Generation von Agenten, denn er hat den DART-6 Chipprototyp implantiert bekommen, mit dem er ältere Chips problemlos hacken kann. Und die stecken wiederum in so ziemlich allen gegnerischen Soldaten.<br/><br/><strong>Agentenalltag</strong><br/><br/>Unsere erste Mission führt uns in einer Undercovermission in einen konkurrierenden Konzern, wo wir einen gestohlenen Chipprototypen wiederbeschaffen sollen. Was zunächst nach einem Schleicheinsatz klingt und sich in den ersten paar Minuten auch ein bisschen so spielt wie ein <strong>Deus Ex</strong>-Ableger, entpuppt sich schnell als handfeste Egoshooteraction, wie auch der ganze Rest des Spiels. Die strikt linearen Level führen uns stets entweder durch verregnete Großstadtslums oder architektonisch imposante Hightech-Wolkenkratzer, in denen hinter jeder Ecke feindliche Soldaten lauern.<br/><br/>Die Gefechte machen Spaß, da die KI definitiv zu den besseren gehört. Die Gegner werfen Granaten, wenn wir uns verschanzen, und versuchen uns auch in den Rücken zu fallen, sofern die meist enge Levelarchitektur das denn mal zulässt. Neben einer Handvoll futuristischer Sturmgewehre, Schrotflinten und Pistolen (u.a. auch eines das um die Ecke schießen kann) stehen Kilo drei mächtige Hackingtricks zur Verfügung. So kann er z.B. den Chip eines Gegners in seinem Kopf explodieren lassen oder ihn dazu bringen, eine Weile auf seiner Seite zu kämpfen (und sich anschließend selbst zu richten). Etwas harmloser ist der 'Fehlfeuer'-Hack, der gegnerische Kugeln in deren Läufen zur Explosion bringt, was sie für einen kurzen Moment kampfunfähig und verwundbar macht. Zusätzlich kann Kilo für kurze Zeit den 'Rausch' aktivieren, eine Art Bullettime in der Kilo mehr Schaden verursacht und schneller reagieren kann (sprich: das Spielgeschehen verlangsamt sich). Außerdem verändert sich die Sicht: die Umgebung wird schwarz-weiss dargestellt und Gegner (auch solche, die hinter Hindernissen in Deckung gegangen sind) werden farblich hervorgehoben.<br/><br/><strong>Rätselkost light</strong><br/><br/>Das Hacken funktioniert aber nicht nur bei Gegnern, sondern auch bei vielen anderen elektrischen Geräten. Einerseits kann man z.B. auch Selbstschussanlagen umprogrammieren, damit sie auf die Gegner feuern oder auch Schutzschilde an manchen Stellen aus- bzw. einfahren lassen. Andererseits müssen auf diese Art auch öfters einfache Rätsel gelöst werden, wobei die Betonung hier wirklich auf 'einfach' liegt. Auch das Hacken selbst funktioniert immer auf dieselbe, einfache Weise: im Grunde braucht man das zu hackende Objekt nur anzuschauen, bis ein entsprechendes Symbol erscheint. Dann drückt man eine Taste, wartet kurz und schon ist der entsprechende Gegenstand gehackt. Wenn das in Wirklichkeit mal so einfach wäre, ich würde sofort den nächsten Bankautomaten aufsuchen.<br/><br/>Ein spielerisches Highlight sind in Syndicate aber sicherlich die knackigen Bosskämpfe, die meistens eine besondere Strategie erfordern, so z.B. wenn man mit einem anderen Superagenten 'Raketen-Ping-Pong' spielen muss. Nach jedem gewonnenen Bosskampf entfernt Kilo dem feindlichen Agenten dann noch mit einer speziellen Apparatur seinen Biochip, um ihn zu scannen. Das bringt uns dann ein paar Fähigkeitspunkte, die wir im Anschluss darauf verwenden können einige Spezialfähigkeiten wie z.B. höhere Munitionskapazität freizuschalten. Die Wahl will wohl überlegt sein, denn wenn man nebeneinanderliegende Perks freischaltet (welche in einer Art Raster angeordnet sind) gibt es neben der Fähigkeit noch zusätzliche Lebensenergie. Nach Healthpacks muss man indes trotzdem nicht suchen. Agent Kilo verfügt wie alle neumodischen Shooterhelden über eine Autohealfunktion und regeneriert sich, wenn er kurze Zeit in Deckung geht. Die zusätzliche Lebensenergie bewirkt einfach, dass Kilo einen Augenblick länger dem Kugelhagel standhalten kann.<br/><br/>Nach etwa 6-7 Stunden und einigen recht absehbaren Storytwists ist man mit der Solokampagne dann auch durch.<br/><br/><strong>Blendende Grafik</strong><br/><br/>Grafisch ist Syndicate bisweilen schick anzusehen: die bereits erwähnte, sehenswerte Architektur und die beeindruckenden Skylines der Hightechmetropolen lassen einen öfters mal innehalten und beim Charakterdesign hat man sich offensichtlich sehr von der Matrixästhetik inspirieren lassen, auch wenn die Mimik und Bewegungen der Figuren bisweilen etwas hölzern wirken. Demgegenüber stehen oft übertrieben starke Überblend- und Lichteffekte, die einen denken lassen man hätte was am Auge. Ganz cool wiederum ist, dass in den Spielumgebungen häufig Zivilisten anzutreffen sind, die sich bei unserem Anblick sofort verängstigt zu Boden werfen. Da fühlt man sich so richtig schön Badass-mäßig. Allerdings haben die Zivis auch allen Grund dazu, denn unser Agentenkollege Merit, der uns in einigen Missionen begleitet, erschießt an vielen Stellen ohne mit der Wimper zu zucken mehrere Zivilisten ohne ersichtlichen Grund. Das wird den Jugendschützern nicht gefallen und hinterlässt auch bei abgeklärten Spielern ein mulmiges Gefühl. Vielleicht soll das einfach nur die Skrupellosigkeit der Konzerne verdeutlichen oder es ging den Entwicklern einfach um einen Skandaleffekt a la <strong>Modern Warfare 2</strong>. Man weiß es nicht. Kein Wunder jedenfalls, dass bislang eine USK-Einstufung fehlt.<br/><br/>Positiv fallen wiederum die knackigen Waffensounds und kompetenten Sprecher auf. Freunde elektronischer Musik werden wohl auch am Soundtrack ihre Freude haben, der sogar einen stimmigen Remix der Original Titelmusik im Programm hat.<br/><br/>Nach dem Durchspielen der Kampagne kann man sich noch am Koopmodus versuchen, in dem man mit bis zu drei weiteren Spielern eigens designte Level absolvieren muss. Teamplay ist zwar dabei nicht zwingend erforderlich, aber zumindest hilfreich, da sich die Teammitglieder gegenseitig wiederbeleben können. Auch eine gewisse Absprache bei der Wahl der verfügbaren Sonderfähigkeiten kann dabei nicht schaden. Leider sind die Level für die Koopkampagne nicht so ansehnlich gestaltet und eher trist. Spaß macht's trotzdem ne Weile. Schade nur, dass man keine weiteren bewährten Multiplayermodi wie Deathmatch mit eingebaut hat.<br/><br/><strong>Fazit</strong>: Wer auf ein "altes" Syndicate mit zeitgemäßer Grafik gehofft hat, wird enttäuscht sein. Mit dem Syndicate von 1993 hat die Neuauflage - abgesehen vom Szenario - nicht mehr viel zu tun. Syndicate ist ein solider, etwas kurz geratener Egoshooter mit gewöhnungsbedürftigen Lichteffekten und einem netten Koopmodus als Dreingabe.<br/><br/>Wer ein Faible für Cyberpunk und First-Person-Action hat, wird an dem Titel durchaus seinen Spaß haben. Ein Must-Have ist es aber nicht.<br/><br/><strong>Wertung</strong>: 76 von 100 Punkten (Denny Vitzthum/GameCaptain.de)