Die Serie verlässt erstmals die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs
und versetzt den Spieler in das vom Krieg zerrüttete Afghanistan.
Unter dem Kommando der nationalen Oberbefehlshaber agiert eine noch
unbekannte, handverlesene Einheit von Kämpfern - immer dann zur
Stelle, wenn eine Mission keinesfalls scheitern darf. Ihr Name ist
Tier 1.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Reboots etablierter Serien sind in der Filmbranche längst gang und
gäbe, und auch in den Gamesbereich halten sie immer mehr Einzug.
Neuestes Beispiel: Mit der schlicht "Medal Of Honor"
betitelten Neuauflage will Electronic Arts die altehrwürdige
Shooterreihe in die Neuzeit katapultieren. Als Schauplatz dient
nicht mehr der Zweite Weltkrieg, sondern der aktuelle Konflikt in
Afghanistan. Eine Entscheidung, die bereits im Vorfeld der
Veröffentlichung für Kontroversen gesorgt hat, und gleichzeitig
auch eine Parallele zu Activisions "Call Of Duty", das im
vergangenen Jahr mit dem berüchtigten Flughafenlevel Diskussionen
provozierte. Unter anderem hier wird deutlich, wo es mit
"Medal Of Honor" hingehen soll, denn vieles erinnert an
"Call Of Duty": modernes Szenario, geskriptete
Levelschläuche und mehrere Protagonisten, die in diesem Fall aber
komplett blass bleiben. Der Spieler schlüpft in die Rollen
verschiedener Tier-1-Soldaten, einer Eliteeinheit, die gegen die
Taliban in den Krieg ziehen.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Das Problem dabei: "Medal Of Honor" erreicht zu keiner Zeit die angestrebte Qualität, sowohl was die Inszenierung anbelangt als auch bei der Vielfalt der Missionen. Auch grafisch wäre deutlich mehr drin gewesen, kommt doch hier die Frostbite Engine zum Einsatz, die in diesem Frühjahr in "Bad Comapny 2" hervorragende Dienste leistete. Doch während damals die zerstörbare Umgebung begeistern konnte, sucht man dieses Feature in "Medal Of Honor" umsonst. Und auch der Multiplayer kann nicht vollständig überzeugen. Bahnbrechend neue Ideen gibt es hier nicht, genauso wenig Gründe, warum Mehrspieleranhänger von "Modern Warfare 2" oder "Bad Company 2" zu diesem Spiel wechseln sollten. Fazit: "Medal Of Honor" ist kein schlechtes Spiel; es macht manche Dinge solide, andere sogar recht gut. Aber ob das ausreicht, um das Franchise als ernst zu nehmenden Faktor im hart umkämpften Shootersegment zu etablieren, darf bezweifelt werden.