ICO / Shadow Of The Colossus
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PlayStation 3
 
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ICO / Shadow Of The Colossus

ICO und Shadow of the Colossus werden weithin als zwei der besten Spiele angesehen, die je für PlayStation 2 erschienen sind. Jetzt werden diese beiden unangefochtenen Klassiker erstmals auf einer Blu-ray Disc nur für PS3 zusammengeführt, um auf PS3 eine ganz neue Fan-Generation zu finden. Im Mittelpunkt von ICO steht ein kleiner gleichnamiger Junge, der, weil zwei lange Hörner seine Stirn zieren, von seiner Famile in eine Festung gesperrt wird. ICO handelt von Icos rätselhafter Reise zusammen mit dem von Geistern heimgesuchten Mädchen Yorda durch monströse Bauten und lichtdurchflutete Wälder - immer auf der Suche nach einem Ausweg. Shadow of the Colossus erzählt die Geschichte von Wanda, der, um ein unbekanntes Mädchen zurück ins Leben zu holen, sechzehn uralte Kolosse töten muss. Doch während die Kolosse sterbend ihren Mörder aus traurigen, uralten Augen anschauen, fragt man sich mehr als einmal: Warum musste ich das tun? Denn weshalb das Schicksal des Mädchens mit den Kolossen
verbunden ist, weiß man während des Abenteuers nicht.

Systemvoraussetzungen

PlayStation 3


Produktinformation

  • USK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Erscheinungstermin: 30.09.2011
  • EAN: 0711719135494
  • Best.Nr.: 33985291
Uncharted hin oder her - lohnende Exklusivtitel sind auf der PS3 spürbar rarer gesät als noch in der letzten Generation. Schon aus diesem Grund ist es recht praktisch, dass die Classics HD-Reihe Perlen dieser guten alten Zeit neues Leben einhaucht. Im Zuge der technisch aufpolierten Neuauflagen gibt es nun auch ein Rundumsorglos-Paket für alle Freunde stimmungsvoller Action-Adventures der künstlerisch wertvollen Art.

Als willkommener Kontrast zum lauten Getöse vieler Videospiele kommen beide Teile der Collection mit wenigen Worten aus und behandeln auf ihre ganz eigene, ruhige Art große Themen wie Freundschaft und Anderssein.

Ico (Test)

...wurde mit Hörnern auf dem Kopf geboren und ist, den Gesetzen der Dorfgemeinschaft folgend, deshalb dazu verdammt, im Inneren einer menschenleeren Festung eingesperrt zu werden. Durch glückliche Umstände entkommt der Junge seinem engen Gefängnis und muss jetzt 'nur noch' den Weg in die Freiheit finden. Schon bald trifft er auf das Mädchen Yorda, eine geisterhaft leuchtende Erscheinung von fremdartiger Schönheit.

Die Hallen des Schlosses scheinen nicht für Menschen gebaut worden zu sein und angesichts dieser Dimensionen wirken die Hauptfiguren nicht selten wie winzige Insekten. Einer allein müsste sich da schrecklich verloren fühlen, wie gut dass die beiden einander haben. Zumal die Bedrohung durch Schattenwesen erheblich verstärkt wird. Die wabernden Wichte versuchen, die hilflose Yorda in ihre schwarzen Portale zu verschleppen, nur der tapfere Begleiter kann dies durch beherzten Stock-Einsatz verhindern. Ansonsten gilt es das Mädchen durch Rufe an die gewünschten Stellen zu lotsen, an die Hand zu nehmen oder auf höhergelegene Ebenen zu hieven.

Ico selbst zeichnet sich durch weit mehr Agilität aus, hüpft, hangelt schmale Simse entlang, und schwingt an Ketten durch die Gegend. So ist es das Hauptproblem, der wartenden Yorda einen bequemeren Weg zu ebnen. Zu diesem Zweck müssen allerhand Schalter bedient oder Objekte verschoben werden. Die Levels überzeugen durch interessante Hindernisse, atmosphärische Beleuchtung und die erwähnte überdimensionale Architektur, was viel zur besonderen Stimmung beiträgt.

Klar muss aber auf jeden Fall sein, dass man hier kein Spiel für Actionfans vor sich hat - abseits der gelegentlichen Kämpfe zeigt sich das Abenteuer schön gemächlich, Entschleunigung pur für entspannte Feierabende.

Shadow of the Colossus (Test)

...präsentiert uns seinen Beitrag zum Thema Fremdartigkeit in Gestalt gigantischer Monstren, die Held Wanda zur Strecke bringen soll. Zwar für einen guten Zweck (die Wiedererweckung seiner verstorbenen Geliebten), doch die Mission bleibt nicht ohne faden Beigeschmack. Ist man als Vernichter dieser majestätischen Wesen wirklich im Recht? Nicht nur diese Frage bringt Philosophie ins Spiel, während man schier endlos scheinende Ebenen durchstreift.

Freund und treuer Begleiter ist hier ein Pferd. Hengst Agro kommt auf Zuruf angetrabt, um seinen Menschenkumpel an abgelegene Orte zu befördern. Der lebensecht animierte Vierbeiner erlaubt es seinem Reiter sogar, während des Ritts mit dem Bogen zu hantieren. Wo Agro nicht durchkommt, muss Wanda selbst aktiv werden, um etwa Felswände zu erklimmen und vor allem die Schwachstellen der trampelnden, fliegenden oder schwimmenden Monsterbrut zu erreichen. So sind die Kolosse beispielsweise mit moosartigem Fell bewachsen, an das sich der Hauptdarsteller klammern kann, solange es seine Ausdauer-Anzeige zulässt. Zwischendurch sollte er dann ebenere Plätzchen für Ruhepausen nutzen, bevor die aberwitzigen Kletterpartien weitergehen. Ehe der Aufstieg überhaupt beginnen kann, muss man außerdem oft List und Tücke walten lassen bzw. die Verhaltensmuster der Giganten ausnutzen, um etwa eine der Kreaturen von herausschießendem Geysir-Wasser umwerfen zu lassen. Das Bezwingen der Kolosse macht richtig Spaß, man muss sich allerdings erstmal ein wenig an die eher haklige Steuerung gewöhnen.

Der minimalistische Stil mit viel freien Flächen, eckigen Formen und wenig Lebewesen auf weiter Flur wird außerdem nicht jedermanns Sache sein, doch geduldige Spieler erleben hier eine nach wie vor faszinierende Reise, die man selbst gesehen haben muss, um ihren Reiz wirklich zu verstehen.

Extras

Schon zur Zeit der Erstveröffentlichungen war Grafikpracht nicht unbedingt das Markenzeichen der Klassiker, woran sich durch die dezente Aufpolierung kaum etwas geändert hat. Kantige Figuren, verwaschene Zwischensequenzen und andere PS2-Relikte stechen heutzutage natürlich entsprechend noch mehr ins Auge, werden aber durch Details wie das Spiel von Licht und Schatten zumindest ein bisschen ausgeglichen. Dazu kommen orchestrale Musikstücke, das nahezu zeitlose Gameplay und eben die besondere Atmosphäre in beiden Fällen.

Neben der üblichen Trophäen-Unterstützung und einer 3D-Funktion bringt die Collection als Extra auch noch einen Code fürs PSN mit, der den Download von Themes und Videos zu beiden Spielen ermöglicht.

Fazit: Die vorliegende Collection haucht zwei weiteren Highlights der PlayStation-Geschichte neues Leben ein und gibt der PS3-Generation die Möglichkeit, deren außergewöhnliche Atmosphäre selbst zu erleben.

Absolute Grafik-Fetischisten oder hektische Action-Anhänger sollten angesichts der leicht angestaubten Optik, der teils störrischen Steuerung und der ruhigen Grundstimmung lieber etwas Vorsicht walten lassen, bei allen anderen wächst die Vorfreude auf The Last Guardian, den nächsten Streich der Entwickler, gleich weiter.

Wertung: 87 von 100 Punkten (Christina Schmitt/GameCaptain.de)
Quelle/Copyright: Captain-Fantastic-Besprechung