Quelle/Copyright: Game-Captain-Besprechung
<strong>Halo</strong>. Ein Titel, der wie kaum ein anderer für beide Generationen der Xbox steht. Für mich war das damals auch der Einstieg in die Shooter auf der Konsole, weil Bungie vor zehn Jahren mit dem ersten Abenteuer des Masterchief zeigte, dass das funktionieren kann. Und um ganz ehrlich zu sein: Die beiden folgenden Teile dienten doch nur noch dem Ausbau des Multiplayer-Modus, was die Geschichte in der Kampagne anbelangt, so wurden im ersten Teil ein Meilenstein gesetzt, der später nicht mehr erreicht wurde. Allein dafür lohnt es sich deshalb schon, in <strong>Halo Combat Evolved Anniversary</strong><br/><br/>Stunden zu investieren, weil der erste Teil der Trilogie zeitlos und gut ist und von 343 passend überarbeitet wurde.<br/><br/><strong>Mach's noch einmal, Mark V</strong><br/><br/>Endlich bin ich wieder da, wo alles begann, endlich darf ich die Geschichte um den gesichtslosen Masterchief, mit dem ich titelübergreifend Tage und Wochen verbrachte, wieder auf seinem ersten Abenteuer begleiten. Und das in zeitgemäßer Grafik auf einem HD-Fernseher, nicht auf einer Röhrenkiste. Dabei hatte ich damals nie das Gefühl, dass Halo bei seinem ersten Auftritt irgendwie schwach ausgesehen hätte, aber ich werde eines besseren belehrt, als ich im Grafikmenü auf das Original umschalte. Gute Güte und heilige Allianz, ist das wirklich optisch so grausam gewesen? Klar, denn Halo lief noch auf der ersten Xbox und sieht in der Originalversion dementsprechend spartanisch aus.<br/><br/>Die neue Fassung ist nun auch kein Meilenstein für die Augen, aber die Optik hat den Sprung durch die Zeit geschafft und fällt nicht negativ aus. Es ist schon erstaunlich, was sie Grafiker aus dem Original herausgeholt haben. Auch wenn es hier und da mit einem Ruckeln erkauft wird, das nicht zu übersehen ist. Doch das ist gerade für einen Nostalgiker wie mich durchaus zu verschmerzen, schließlich ist das Erlebnis das, was wirklich zählt. Wer bereits die anderen beiden Teile gespielt hat, für den ist der erste Teil so etwas wie eine Offenbarung, zumal alle Lücken geschlossen werden. Wer jetzt erst in das Halo-Universum einsteigt, der wird wie alle anderen Spieler damals mit vielen Fragezeichen im Kopf zurückbleiben, aber die Genugtuung im Kopf haben, den zweiten und dritten Teil sofort spielen zu können.<br/><br/><strong>Hier und da etwas aufpoliert</strong><br/><br/>Neben der Grafik gibt es allerdings auch einen kleinen Pferdefuß, weil die deutsche Synchronisation schwankend umgesetzt wurde. Im Klartext: Manchmal sind einige Sätze nicht so gut zu verstehen, manchmal ist die Intensität der Sprecher auch nicht dem englischen Original entsprechend. Das lässt sich leicht überprüfen, denn die englische Tonspur kann angewählt werden und sorgt somit gleich für ein Atmosphäre-Plus. Ebenfalls positiv: Es wurden in den einzelnen Spielabschnitten - die Ladezeiten sind auch deutlich geringer als noch in der Original-Version - Konsolen eingebaut, die der Masterchief aktivieren muss und über die wir Zugang zu Mini-Filmen und somit weiteren Hintergrundinformationen zur Geschichte um Halo und die Flood und alles Drumherum bekommen. Ganz sicher ist das ein Muss für jeden Halo-Jünger, das ich für wesentlich wertvoller bewerte als das Büchlein, das dem dritten Teil der Limited Edition beilag.<br/><br/>An der Spielmechanik wurde nicht weiter gefeilt, das Ganze spielt sich noch so, wie ich es in Erinnerung hatte. Allein das Cruisen mit dem Warthog ist ein Erlebnis, das gute, alte Gefühle weckt - genauso wie der fantastische Soundtrack, der unvergessen bleibt. Halo Anniversary ist ein Titel, der zwar nur aufgewärmt ist, bei dem sich die Mühe aber auch lohnt. Es findet sich sogar die Sprachsteuerung von Kinect im neuen, alten Titel wieder, mit der sich einige Buttons durch Kommandos ersetzen lassen - und wir können Objekte scannen, um weitere Informationen zu sammeln. Dieses Scannen funktioniert allerdings nur mit Kinect, wer das nicht besitzt, guckt in die Röhre. Zudem sind die Kommandos im Eifer des Gefechts nicht schnell genug in der Umsetzung, sodass Hardcore-Gamer wohl weiterhin bei den Buttons bleiben werden.<br/><br/><strong>Multiplayer, der große Wahn im kleinen Stil</strong><br/><br/>Schließlich gibt es ja auch noch das, was Halo groß gemacht hat: den Multiplayer-Modus. Auch hier wurde ein wenig gefeilt, ohne aber alles zu revolutionieren. Warum auch, wenn die Sache funktioniert. Zum einen gibt es den Koop-Modus, mit dem Online oder im Splitscreen die Kampagne gespielt werden kann - eine feine Sache. Online können wir uns mit bis zu 15 anderen Spielern messen und das auf verschiedenen Karten aus vergangenen Spielen, die sowohl in ursprünglichen als auch in der überarbeiteten Fassung vorliegen. Das Ranking-System und die umfangreichen Möglichkeiten, den Charakter zu personalisieren, runden das Online-Erlebnis ab - im Original konnte man ja nur im System Link spielen. Und auch wenn ich im ersten Moment dachte, dass der Online-Modus bei Halo Anniversary nur ein Abklatsch von <strong>Halo: Reach</strong> ist, so macht er deswegen dennoch Spaß.<br/><br/><strong>Fazit</strong>: Klar, das ist keine neue Show, die hier stattfindet, es ist nur ein Remake, mehr nicht. Für einen Award wird das nicht langen, aber für eine klare Kaufempfehlung. Da das Spiel aber schon jetzt für einen adäquaten Preis (rund 35 Euro) angeboten wird, sollten zumindest all die, die den ersten Teil noch nicht kennen, einfach mal zuschlagen. Zum einen erfahren sie, wie alles begann und zum anderen erleben sie so auch den besten Teil der Halo-Geschichte.<br/><br/>Kritik-Punkte, die sich auf den Multiplayer-Modus beziehen, lassen sich nachvollziehen: Er ist nicht so umfangreich und erfindet auch hier das Rad nicht neu, aber darum geht es bei diesem Titel auch nicht. Es geht um die Auffrischung des Originals und das ist hervorragend gelungen. Selbst Veteranen, die schon auf der alten, schwarzen Xbox unzählige Stunden investiert haben, können durchaus eine erneute Anschaffung in Erwägung ziehen.<br/><br/><strong>Wertung</strong>: 83 von 100 Punkten (Armin Sengbusch/GameCaptain.de)
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