Fandango - Members Only
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Fandango - Members Only

Regie: Glasner, Matthias; Darsteller: Bleibtreu, Moritz; Hahn, Christian; Campbell, Carol; Hsu, Dixon; Hörbiger, Mavie; Harfouch, Corinna; Krebitz, Nicolette; Müller, Richy; Ill-Young, Kim; Rudolph, Lars; Spengler, Volker; Begemann, Bernd; Schefé, Victor; Münster, Sebastian; Musik: Fetisch & Meister; Buch: Glasner, Matthias; Bielefeldt von Kunowski, Jens; Wilhelm, Uwe;
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Fandango - Members Only

Im nächtlichen Schein der Neonschuppen treffen sie per Zufall aufeinander: die schöne Shirley Maus, die für ihren Traum, Model zu werden, einfach viel zu klein ist, der Star-DJ Sunny Sunshine, der vorgibt, erblindet zu sein, nur um sich vor den Zudringlichkeiten der Menge zu schützen, und der Club-Besitzer Lupo, ein ehemaliger Türsteher, der sich in gefährliche Drogengeschäfte verwickeln lässt. Ein Koffer voller Rauschgift ist es, der das Trio eine wüste Odyssee durch die Nacht erleben lässt, in der Liebe und Tod Weggefährten sind. Mit dieser Gangster-Ballade hat Regisseur Matthias Glasner ("Sexy Sadie") versucht, die verschachtelte Erzähltechnik eines Quentin Tarantino mit der kompromisslosen Gesellschaftskritik eines Abel Ferrara zu paaren. Obwohl ihm mit Moritz Bleibtreu, Nicolette Krebitz, Richy Müller und anderen die Crème de la Crème des deutschen Films zu Verfügung standen, ist das Experiment stilistisch wie inhaltlich nicht ganz aufgegangen. Im Kino ein Flop, könnten die gute Besetzung und das hippe Thema auf Video für einen Achtungserfolg sorgen.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

'Welcome to Clubland' – zur ewigen Party, zum Rave in unwirkliche Welten. Hier tanzen die Menschen im Rhythmus der abgefahrensten Musik, und Pillen spenden für ein paar Stunden Glückseligkeit. Dies ist das Zuhause der durchgeknallten Shirley Maus, die von einer Karriere als Model träumt, obwohl sie dafür nicht groß genug ist. Ihr Freund Lupo ist Chef des besten Clubs der Stadt, eiskalt und berechnend, nur Shirley kann ihn richtig aus der Fassung bringen. Sunny Sunshine, noch vor kurzem angesagtester DJ in Town, hat sich aus diesem synthetischen Nightclub-Wahnsinn ausgeklinkt. Er hat eigentlich genug von all dem, als ihm Shirley völlig aufgelöst in die Arme läuft. Er ahnt noch nichts von Duke, bei dem Lupo und Shirley noch eine offene Rechnung zu begleichen haben, und er weiß vor allem noch nicht, wie nah er schon dran ist am totalen Fandango ...

Bonusmaterial

DVD-Ausstattung / Bonusmaterial: - Kinotrailer - Trailer von anderen Filmen - Kapitel- / Szenenanwahl


Produktinformation

  • Hersteller: EuroVideo
  • EAN: 4009750296486
  • Best.Nr.: 20119059
  • Artikeltyp: Film
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 8. April 2004
  • Sprachen: Deutsch
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:2, 35/16:9
  • Tonformat: Dolby Surround
  • Gesamtlaufzeit: 90 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.02.2000

Die Kölner Schmach
Berlin-Filme?"Zurück auf Los" und "Fandango" im Panorama

Berlin-Film: Allein diese Genrebezeichnung ist schon merkwürdig. Würde man etwa einen Film, der zum Beispiel in Frankfurt spielt, als Frankfurt-Film bezeichnen? Es muss wohl daran liegen, dass sich Berlin, sobald es ins Blickfeld einer Kamera gerät, einfach nicht zurückhalten kann. Aufdringlich rückt es seine Siegessäulen, Gedächtniskirchen und Gendarmenmärkte ins Bild, bis auch der letzte Kritiker nicht widerstehen kann, zu behaupten, "die eigentliche Hauptdarstellerin in diesem Film aber ist die Stadt Berlin". Im klassischen Berlin-Film müssen die Schauspieler mindestens einmal durchs Brandenburger Tor fahren, als wären sie von fern angereiste Staatsgäste. Der so genannte "andere" Berlin-Film hingegen möchte uns eine andere Seite der Stadt zeigen, was zumeist bedeutet, dass man junge Leute sieht, die zu Technomusik tanzen. Erst früh morgens, wenn die Party vorbei ist, fahren dann auch sie durchs Brandenburger Tor.

Dass noch niemand genau weiß, wie oder was Berlin momentan ist oder bald sein wird, bedeutet für Filmregisseure freilich einen erheblichen …

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Tief ins Herz der von deutschen Filmemachern weitgehend missachteten DJ- und Clubszene dringt Matthias Glasner ("Sexy Sadie") mit seinem visuell bestechenden dritten Kinofilm ein. Was sich zunächst vordergründig als mit Richy Müller, Moritz Bleibtreu und Nicolette Krebitz hochkarätig besetzte Mischung aus Dreiecks-Lovestory und Tarantinoeskem Krimi präsentiert, entpuppt sich beim genauen Hinsehen als durchaus tiefgründige, todtraurige Popballade über drei verlorene Seelen, die die Fun-Generation und ihre inhaltlichen Leere am Ende der Neunziger für bankrott erklärt.

Nur vordergründig geht die Party in der grotesk übersteigerten Dauerdisco von Glasners Antwort auf Brett Easton Ellis' "Glamorama" ohne Unterlass immer weiter. Für die drei Hauptfiguren nämlich ist der absolute Stillstand erreicht, lassen sich die mit immer neuen Feten übertünchten Brüche im Leben nicht mehr länger kaschieren. Shirley Maus will Model werden, blitzt aber überall ab, weil sie zu klein ist, und doch gibt sie ihren hoffnungslosen Traum nicht auf. Lupo ist ein knallharter Typ, der nur bei Shirley schwach wird und sie am liebsten heiraten würde. Und DJ Sunny mimt den Blinden, weil er sich aus jeder Verantwortung heraushalten will, seit sein bester Kumpel Akira von der Polizei hopps genommen wurde. In einem 40-minütigen Feuerwerk der Ideen, perfekt durchgestylt im hyperrealistischen Fashionlook, als blätterte man sich durch eine Ausgabe der Zeitgeistbibel "The Face", werden die drei Protagonisten aus ständig wechselnder Perspektive vorgestellt, kreuzen sich ihre Wege, ohne dass sie je zusammenfänden. Aufregender und moderner kann Film kaum sein als diese Exposition, die den Zuschauer im prickelnden Downloadstil von "Fight Club" förmlich in ihre kühle Kunstwelt hineinsaugt - an einen Ort, an dem die Realität längst von popkultureller Ikonografie und der ewigen Dauerberieselung hohler Werbebilder überholt wurde. Entsprechend hilflos kämpft sich das Trio durch seine Existenz aus Bits und Beats (letztere atemberaubend beigesteuert von Fetish und Meister von dem DJ-Kollektiv Terranova). Ein Koffer voller Drogen für den diabolischen Duke (meisterhaftes Overacting: Corinna Harfouch als kahlrasierter Satan im Latexgewand) lässt die Drei schließlich buchstäblich mit einem Knall zusammenkommen und die Geschichte ins Rollen kommen.
Tatsächlich beginnen hier auch die Probleme des Films, der sich bis zum halluzinatorischen Showdown im höllischen Amüsierzimmer des Duke nie so recht entscheiden kann, ob es ihm auf die langsam aufkeimende Liebesgeschichte von Shirley und Sunny oder seine stilisierte Designer-Krimihandlung, eine Art "Der Eisbär" auf Amphetaminen ankommt. Ein überraschend holpriger Schnitt und fasriger Rhythmus in diesen Passagen mag belegen, dass auch Matthias Glasner hin- und hergerissen war. Tatsächlich macht so manche Imperfektion Sinn, wenn man den Regisseur als vierten Protagonisten betrachtet, der mit seinem Filmmaterial offensichtlich nicht weniger gekämpft hat als es seine Protagonisten im Film mit ihrer Existenz tun. Und trotz mancher Abstriche bleibt ein Film, der zwar das "totale Fandango" (Zitat Lupo) sein mag, aber immer wieder mit einer Vision (Sonderlob an Kamerafrau Sonja Rom!) und inhaltlichen Wehmut begeistert, die an Wong Kar-Wai erinnert, gleichzeitig aber nicht zuletzt aufgrund der prächtig anzusehenden Moritz Bleibtreu (als Null-Bock-Knuddelhippie), Richy Müller (als deutscher Harvey Keitel) und Nicolette Krebitz (als Szenegirl jenseits des Nervenzusammenbruchs) auch kommerziell für Überraschungen gut ist. ts.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

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