Der frisch der Trickfilmwelt entwichene Superbösewicht "Der
Furchtlose" hat das amerikanische Kabelfernsehnetz unter seine
Kontrolle gebracht und droht mit hirnlosen Sendungen Amerikas
Bevölkerung in seelenlose Zombies zu verwandeln. Die letzte
Hoffnung von Geheimdienst und Präsident liegt in jenen zwei
Personen, die bereits in der Vergangenheit dem Furchtlosen
wiederholt Paroli boten: Den seit 1964 pensionierten
Zeichentrickhelden Rocky und Bullwinkle. Robert De Niro, Rene
Russo, Randy Quaid und "Seinfelds" Jason Alexander sind
nur einige der illustren Stars, die für diese Hommage an eine
nunmehr klassische Cartoon-Serie der 60er einem dummen Elch bzw.
smarten Eichhörnchen Stichworte liefern. Neben großen Namen und
dazugehörigen In-Jokes (Co-Produzent De Niro z.B. zitiert
"Taxi Driver") erwartet den geneigten Comedy-Freund eine
clevere und rasante Kombination aus Animation und Realfilm nach
bestem "Roger Rabbit"-Muster. Mit stattlicher Promi-Riege
Top 20 möglich.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Rocky, das fliegende Eichhörnchen, und der Elch Bullwinkle, waren
die Helden ihrer eigenen Zeichentrick-Show in den 60er Jahren. Mehr
als einmal haben sie damals die Welt vor den bösen Pottsylvanischen
Schurken "Der Furchtlose" (Robert De Niro), Natasha
Fatale (René Russo) und Boris Bedanov (Jason Alexander) gerettet.
Doch eines Tages sanken ihre Einschaltquoten, neue Helden
bevölkerten den Bildschirm und die "Rocky & Bullwinkle
Show" wurde abgesetzt. Seitdem fristen die Beiden ihr Leben in
ihrer zweidimensionalen Welt und trauern alten Zeiten nach. Ganz im
Gegensatz zu dem Furchtlosen und seinen Helfern, die ihren Plan zur
Erlangung der Weltherrschaft nie aufgegeben haben. Durch einen
Trick schaffen sie es, aus dem Trickfilmuniversum in die reale Welt
zu wechseln. Der neue Plan des Furchtlosen ist so einfach wie
genial: durch den Aufbau eines eigenen Fernsehkabelnetzes
"RBTV" (Richtig Blödes TV) will der Schuft erst die ganze
amerikanische Nation hypnotisieren und dann den Rest der Welt. Da
das FBI leider keine Ahnung hat, wie man mit Trickfilmschurken
fertig werden soll, gibt es nur eine Chance: Rocky und Bullwinkle
müssen reaktiviert werden. Die Agentin Karen Sympathie (Piper
Perabo) wird auf den Fall angesetzt, schafft es, die beiden aus
ihrer Trickfilmwelt herauszuholen und macht sich gemeinsam mit
ihnen auf den Weg nach New York, um das Schlimmste zu verhindern.
Doch nicht nur, das ein Eichhörnchen, das vielleicht doch nicht so
gut fliegen kann wie erwartet, und ein 200 Kilo schwerer Elch, der
nicht gerade der Klügste ist, in der wirklichen Welt jede Menge
Aufmerksamkeit von der jungen Agentin fordern, das ungewöhnliche
Dreierteam hat auch nur noch knapp 24 Stunden Zeit, die Welt zu
retten und das Ganze mit Natasha, Boris und einer Kiste fieser
Tricks auf den Fersen...
Bonusmaterial
Produktionsnotizen, Filmografien: Schauspieler, Regisseur, Am Drehort, Web-Trailer, DVD-ROM-Teil
Nach "George - Der aus dem Dschungel kam" und "Dudley-Do-Right" wurde nun ein dritter nostalgischer Zeichentrickklassiker von Jay Ward für die Leinwand adaptiert. Im Stil von "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" wurden die beiden Cartoonhelden - der leicht beschränkte Elch Bullwinkle und sein Sidekick, das fliegende Eichhörnchen Rocky - digital in Liveaction mit so illustren Stars wie Robert De Niro und Rene Russo eingefügt. Das Interesse des US-Publikums an dem satirischen 70-Mio.-Dollar-Nostalgiespaß, der von De Niros Produktionsfirma Tribeca produziert wurde, hielt sich in Grenzen, und das Startwochendeinspiel belief sich auf enttäuschende 6.6 Mio. Dollar.
Die Originalfernsehserie wurde in den auslaufenden fünziger und frühen sechziger Jahren gesendet und geistert seither in einer endlosen Wiederholungsschlaufe durch die Sender, was in dem Film des Theater-Cracks Des McAnuff ("Cousine Bette") in einem der zahlreichen augenzwinkernd-selbstironischen Momente erwähnt wird. Während das simple Plotgerüst von "Reine Nervensache"-Skripter Kenneth Lonergan auf die kleinsten Zuschauer zugeschnitten ist, bewegen sich etliche Gags auf Erwachsenenniveau, so wenn De Niro eine berühmte Dialogzeile aus "GoodFellas" zitiert. Er übernimmt die Rolle des Bösewichts Fearless Leader, während ihm Rene Russo und Jason Alexander als seine russischen Handlanger Boris und Natascha zur Seite stehen. Das Trio heftet sich buchstäblich an einen Developmentdeal mit Studioproduzentin Minnie Mogul (Janeane Garofalo) und gelangt so in die Realwelt. Fearless Leader plant das amerikanische Volk mit dem nervtötenden Fernsehprogramm seines Senders RBTV ("Really Bad Television") einer Gehirnwäsche zu unterziehen und es in dahin vegetierende Zombies zu verwandeln. Als Gegenmaßnahme rekrutiert das FBI mit Hilfe der Agentin Karen Sympathy (Newcomerin Piper Perabo, die demnächst in Jerry Bruckheimers Barkeeperinnen-Spektakel "Coyote Ugly" in engen Lederjeans auf den Tresen hauen wird) die Helden Rocky und Bullwinkle. In guter Roadmovie-Tradition fahren sie von Hollywood nach New York und werden dabei pausenlos von Boris und Natascha verfolgt, was einigen Jadgen zu Auto und Hubschrauber Vorschub leistet. In Nebenhandlungen geht es noch um die psychologischen Hürden, die es für Agentin Sympathy (sie muss beginnen, wieder auf ihr inneres kleines Mädchen zu hören) und Rocky (er muss seine innere Flugblockierung überwinden) zu nehmen gilt. Die technische Umsetzung des Familienabenteuers demonstriert einmal mehr die unaufhaltsame Perfektionierung von digital erzeugten Bildeffekten, die es den Titelhelden ermöglichen, sich nahtlos ins Geschehen einzufügen. Das Produktionsdesign versucht erfolgreich, eine cartoonhafte Umgebung zu kreieren. De Niro macht sich sichtbar einen Spaß daraus, als überzeichnetes Ekelpaket zu chargieren wie seit "Wir sind keine Engel" nicht mehr. Es bleibt der Wunsch, beim Drehbuch hätte man ähnlich viel Energie verwandt. Denn so sind "Rocky und Bullwinkle" zwar beinahe dreidimensional real, die Geschichte aber flach. ara.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
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