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Dieser Monat steht einmal mehr im Zeichen zweier lang erwarteter Shooter: <strong>Battlefield 3</strong> und <strong>Modern Warfare 3</strong>. Beide werden mit großem Werbetamtam in den Markt gedrückt. Maßlos gehyped legt Battlefield 3 zumindest schon mal einen etwas früheren Start hin als der Konkurrent. Reicht das aber trotz der fragwürdigen Origin-Plattform, um auch als Erster über die Ziellinie zu kommen?<br/><br/><strong>Ein großer Multiplayershooter kann es auch alleine</strong><br/><br/>Battlefield 3 bietet, im Gegensatz zu seinem direkten Vorgänger, diesmal auch einen vollwertigen Singleplayermodus. Daneben gibt es natürlich noch einen umfangreichen Multiplayerpart, auf dem bei Battlefield traditionsgemäß das Hauptaugenmerk liegt.<br/><br/>In der Singleplayerkampagne erlebt man die Geschichte hauptsächlich aus der Perspektive des US-Marines Blackburn, der sich im Zuge eines Verhörs an zurückliegende Einsätze erinnert, die wir dann sogleich nachspielen dürfen. Die Erzählweise bringt es dabei mit sich, dass wir im Laufe der Story auch in die Haut anderer Soldaten schlüpfen. Ein Konzept, das man schon bei Call of Duty regelmäßig einsetzt, um Variationen bei den Schauplätzen zu erlauben. So schlüpft man auch in die Haut eines Speznas-Soldaten, um in Paris einem Attentäter mit einer Miniatombombe hinterher zu jagen oder in die eines Panzerfahrers, der sich zu einer Truppe eingeschlossener Soldaten durchkämpfen muss. So kommt man viel herum: Paris, New York, Irak und Aserbaidschan sind einige der Schauplätze, an die es den Spieler im Laufe der Handlung verschlägt. Die Story um den Überterroristen, der mit tragbaren Miniatombomben Anschläge in großen Metropolen verüben will, ist zwar ganz nett, hebt sich aber kein Stück vom üblichen Terroristen-sind-böse Schema ab.<br/><br/>Die Missionen, in denen man als Fußsoldat unterwegs ist, sind relativ linear angelegt, bieten aber dennoch genug Freiraum für taktische Gefechte, auch wenn die KI dank ihrer mäßigen Intelligenz diese eigentlich kaum fordert. Dafür ist das Spielgeschehen stark gescriptet, was für ein cineastisches Spielerlebnis und einige nette Wow-Momente sorgt, aber das ganze eben auch in ein enges Gameplaykorsett schnürt. Das geht dann leider auch soweit, dass manche Missionen fast wie Filme ablaufen. Bestes Beispiel ist hier die Jet-Mission: Außer sich umschauen, Ziele markieren und Flares abwerfen hat man quasi nichts weiter zu tun. Der Jet wird vom Piloten geflogen und wir als Waffenoffizier sind zum simplen Knöpfchendrücken verdammt. Zwar fängt das Level die Stimmung und Dramatik eines Kampfpiloteneinsatzes sehr gut ein, spielerisch fand ich das aber spätestens beim zweiten Mal eher langweilig. Gerade die Sequenz, wo man in der Infrarotsicht Ziele am Boden bombardieren muss, hat man anderswo schon deutlich spaßiger und dynamischer gesehen.<br/><br/><strong>Ungeziefer nervt im Kampf</strong><br/><br/>Technisch ist die Kampagne sehr ausgereift, trotzdem traten im Testverlauf auch ein paar ärgerliche Bugs auf. So wurde in einem Level z.B. ein KI-Mitstreiter nicht geladen, was man beim ersten Mal nicht mal merkt, da man denkt, man wäre halt zu zweit unterwegs. Irgendwann ging es dann aber an einer Tür nicht weiter, sodass ich gewungen war, die Mission neu zu starten und siehe da: Plötzlich sitzt ein dritter Mitstreiter auf dem ehemals leeren Beifahrersitz im Auto, mit dem wir am Anfang der Mission zum Einsatzort heizen. Ähnliches passierte auch in einer Panzermission, wo ein Script nicht ausgelöst wurde. Von derlei Bugs wurde auch in den Battlefield-Foren schon berichtet. Hier sollte DICE nochmal nachbessern. Auch wenn solche Fehler nur sehr sporadisch auftreten: es gibt sie. Nach etwa sechs Stunden ist die Singleplayerkampagne dann auch vorbei. Derart trainiert kann man sich dann an den eigentlichen Kern des Spiels wagen, in den man sicher deutlich mehr Zeit investieren wird.<br/><br/><strong>Das Multiplayerschlachtfeld</strong><br/><br/>Bis zu 64 Spieler können sich auf neun großen Maps in vier Spielmodi austoben. Hauptsächlich werden dabei die Spielmodi Rush und Conquest gespielt. Letzteren kennen Battlefield-Veteranen bereits. Hier geht es darum, auf dem Spielfeld verteilte Flaggenpunkte zu erobern. Jedes Team hat dabei eine bestimmte Anzahl an Tickets, wobei jeder Wiedereinstieg eines Spielers ein Ticket kostet. Kontrolliert ein Team mehr als die Hälfte der Flaggen, verliert das andere Team fortlaufend Tickets.<br/><br/>In Rush geht es darum, als Angreifer jeweils zwei Funkstationen zu sprengen, die vom anderen Team verteidigt werden müssen. Das Verteidigerteam hat dabei unendlich Respawns zur Verfügung, die Angreifer hingegen nur eine begrenzte Anzahl, sodass die Verteidiger im Grunde nur lange genug durchhalten müssen, um zu gewinnen. Nachdem die beiden ersten Ziele gesprengt wurden, werden zwei neue auf der Karte freigeschaltet. Das geht dann so 3-4 Mal, bis entweder alle Ziele auf der Map gesprengt oder alle Tickets der Angreifer verbraten sind.<br/><br/>Team Deathmatch ist ein weiterer Modus, der wohl keiner Erklärung mehr bedarf, abgesehen von der Bemerkung, dass hier maximal 24 Mitspieler möglich sind und die Fahrzeuge fehlen, was diesen Modus ganz gut für Einsteiger macht. Team Rush ist dann letztendlich eine Mischung aus Team Deathmatch und Rush.<br/><br/>Die Karten decken dabei ein weites Spektrum an Schauplätzen ab, sind angenehm offen gestaltet und mit zahlreichen Vehikeln wie Panzern, Booten, Hubschraubern und Düsenjets versehen, mit denen man nach Herzenslust herumheizen kann. Als Fußsoldat sieht man das Ganze allerdings eher kritisch, da man zwar prinzipiell die Möglichkeit hat mit diversen Panzerfäusten die Fahrzeuge abzuschießen, allerdings braucht man dafür einfach zu viele Projektile, sodass einem meist nur die Option bleibt sich zu verstecken und zu hoffen, dass einen der feindliche Heli/Panzer/What ever nicht gesehen hat (hat er meistens dann doch ...) Besonders gut gefiel mir eine Karte im Rushmodus, wo man als Angreifer auf der Spitze eines Berges anfängt und sich (inklusive eines Fallschirmsprungs von einer Klippe) in ein Tal vorkämpfen muss, wo dann ein erbitterter Endkampf in einem Tunnel stattfindet.<br/><br/><strong>Klassen und Erfahrungssystem</strong><br/><br/>Als Spieler kann man aus vier unterschiedlichen Klassen wählen, die untereinander gut ausbalanciert sind. Als Sturmsoldat ist man der typische Allrounder, der in BF3 auch die Rolle des Sanitäters übernimmt und verwundete Mitspieler mit Medipacks versorgen und etwas später mittels Defibrillator auch wiederbeleben kann. Der Aufklärer ist hingegen die Klasse für Spieler, die lieber als Sniper oder Schleichspezi spielen. Er verfügt über eine Auswahl an Scharfschützengewehren, kann mittels Lasergerät feindliche Ziele markieren, eine fiese Fernlenkdrohne losschicken und verfügt über einen Bewegungsmelder, der ihn vor feindlichen Soldaten warnt.<br/><br/>Der Supporter ist eher der Mann fürs Grobe. Er kann auf die leichten MGs zurückgreifen, Munition an Kameraden verteilen, Minen legen und einen Mörser aufstellen, mit dem sich markierte Feinde effektiv bekämpfen lassen. Das Ding ist auf manchen Maps ziemlich verhasst, lässt sich aber auf Wunsch auch serverseitig deaktivieren. Der Ingenieur ist die richtige Wahl für Menschen, die sich ihre Erfahrungspunkte lieber mit etwas Konstruktivem statt nur Ballern verdienen wollen. Als wandelnde Werkstatt kann der Engineer Fahrzeuge reparieren und die vom Supporter gelegten Minen mit einem Minenräumgerät unschädlich machen.<br/><br/>Einen besonderen Motivationsfaktor stellt das Rangsystem dar, welches einen bei erfolgreichen Aktionen mit Erfahrungspunkten belohnt und im Rang aufsteigen lässt. Das schmeichelt nicht nur dem Ego, sondern erlaubt mit der Zeit den Zugriff auf immer mehr und bessere Waffen, neue Fähigkeiten und Zubehör wie z.B. Visieroptiken, Laserpointer und Vorderlaufgriffe, welche den Rückstoß mindern. Überhaupt bietet das Spiel eine sehr große Auswahl an Waffen und Modifikationen, sodass für jeden die passende Wumme dabei sein sollte.<br/><br/>Als letztes bietet Battlefield noch eine nette Dreingabe: den Co-Op Modus, der ein wenig an den Spec-Ops Modus aus <strong>Modern Warfare 2</strong> erinnert. Dabei müssen auf abgewandelten Singleplayerkarten immer stärker werdende Gegnerwellen abgewehrt werden. Respawns gibt es nicht. Jeder hat nur ein Leben, wobei man aber von Teamkameraden wiederbelebt werden kann, was aber eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Es gibt etwa ein halbes Dutzend solcher Co-Op Szenarien, wovon aber anfangs nur zwei verfügbar sind. Der Rest muss erst freigespielt werden.<br/><br/><strong>Das Aufrüstspiel</strong><br/><br/>Viel Aufmerksamkeit bekam Battlefield 3 schon im Vorfeld wegen seiner Grafikengine Frostbite 2.0. Selbst in der niedrigsten Einstellung gestochen scharfe Texturen, eine (meistens) glaubhafte Beleuchtung, tolle Explosionen und Raucheffekte, hohe Sichtweite und Detailgrad der Spielwelt und dank Motion Capturing glaubhaft agierende Spielfiguren machen BF3 zu einem Grafikfeuerwerk, besonders auf dem PC. Also zumindest sofern dieser entsprechend ausgestattet ist. BF3 ist nämlich eines der ersten Spiele, die nur noch ab DirectX 10-Hardware laufen. Windows XP und Grafikkarten älteren Datums sind damit schon mal aus dem Spiel. Wer richtig Freude mit Battlefield haben will, sollte schon über einen Vierkerner oder zumindest schnellen Dualcore verfügen. Am wichtigsten ist jedoch die Grafikkarte. Battlefield braucht einfach eine gewisse Grundpower an Grafikleistung. Zwar lässt sich in den Optionen an vielen Einstellungen herumschrauben, was sich aber bei einer schwächeren Karte wenig in höheren FPS, aber auch kaum in schlechterer Bildqualität äußert.<br/><br/>Die Sprachausgabe ist selbst in Deutsch sehr gelungen. Man kann allerdings auch jederzeit auf die Englische umschalten. Die Soundeffekte sind ebenfalls erste Sahne, nur die Musik dudelt eher unauffällig im Hintergrund herum, stört dafür aber auch nicht.<br/><br/><strong>Fazit</strong>: Abseits der Origin-Thematik, auf die ich im Test mit Absicht nicht weiter eingehe, da das eh ein eher heikles Thema ist und mit dem eigentlichen Spiel auch nicht gar so viel zu tun hat, ist Battlefield 3 ein sehr gelungener Titel. Der Singleplayer ist zwar nicht allzu lang, mit ein paar Bugs behaftet und spielerisch 'nur' grundsolide, dafür macht BF3 erwartungsgemäß im Multiplayer eine Bombenlaune und ist nebenbei, bei entsprechender Hardware wohlgemerkt, eine neue Grafikreferenz, auch wenn einige der Lichteffekte etwas übertrieben wirken. Dafür gibt es von uns den Award - wenn auch wegen des eher mageren Singleplayers nur knapp.<br/><br/><strong>Wertung</strong>: 88 von 100 Punkten (Denny Vitzthum/GameCaptain.de)
EA hat am ~29.10.2011nach massive Kritik seine EULA positiv geändert:
Folgende Textpassage ist aus der EULA gelöscht worden:
EA behält sich das Recht vor, die über die …mehr