Bildformat: 16:9 (2.35:1)
Sprache / Tonformat: Deutsch, Französisch (DTS HD 5.1 MA)
Untertitel: Deutsch
Ländercode: B
Extras: Originaltrailer, Kurzfilme, 16-seitiges Booklet
Rot und Schwarz und Grün: Alle Farben der Dunkelheit wabern durch
die Korridore einer alten Villa. Ein Mädchen begegnet dem Tod zum
ersten Mal: Er wird sie begleiten. Für immer. Nur seine Erscheinung
ändert sich. Die schwarzen Lederhandschuhe knarzen, ein Skalpell
surrt durch die Luft ...
Ein Auge. Drei Augen. Eine gleißende Sonne. Wie ein Skalpell zerteilt der Splitscreen das Bild in drei. Ein Skalpell wird in diesem Psychothriller später noch eine zentrale Rolle spielen. Hélène Cattets und Bruno Forzanis Film, der in Frankreich entstand, aber eher eine Hommage an die Erzählsprache des italienischen B-Movies der siebziger Jahre ist, reiht Urszenen des Kinos aneinander: das Auge und das Skalpell; ein kleines Mädchen in einem großen Haus, nachts, mit Kerzenlicht; Blicke durch Türen, um Ecken. Dieses Triptychon um eine erwachsene Frau, die an den Ort zurückkommt, an dem sie einst dem größten Schrecken ausgesetzt war, ist eine Fabel, die von Poe sein könnte, eine Traumnovelle mit Gothic-Elementen. "Amer" strahlt etwas ganz Unzeitgemäßes aus, entfaltet aber gerade damit größtmögliche Wirkung: Es erinnert uns an das verlorene Kino, das nur noch in unserem Unterbewusstsein haust, in dem eigenen dunklen Begehren, das uns ins Kino treibt. Ein Film also über Schaulust und Fetischismus, der diese selbst bedient. Eine Liebeserklärung mit der Kamera. Tolles Kino!