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Bewertung von kleinbrina aus Hamm am 26.09.2010 |
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Rose, ein ca. 10 Jahre altes Waisenkind lebt in London im Waisenhaus St. Bridget’s. Dort wird sie auf das Leben außerhalb des Waisenhauses vorbereitet, indem sie zur Haushälterin und Dienstmagd ausgebildet wird. Rose ist ein eher ruhiges, für ihr Alter zu kleines Mädchen, dass den anderen Mädchen im Waisenhaus gerne Geschichten erzählt. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie anders zu sein scheint. Als sie ihrer Freundin Maisie eine Geschichte über ihre Eltern erzählt, erscheinen Bilder auf der Badewanne, die zur Geschichte passen. Auch später bei ihrer zweiten Geschichte erscheinen Bilder, allerdings auf einem Stiefel. Diese Bilder machen ihr jedoch Angst und sie kann nicht aufhören, an diese zu denken. Als am nächsten Tag eine Frau ins Waisenhaus kommt, um ein Dienstmädchen einzustellen, wird Rose von Miss Lockwood, der Leiterin des Waisenhauses, empfohlen und bekommt die Stelle. Damit wird für Rose ein Traum wahr, denn sie wünscht sich nichts anderes, als dem Waisenhaus zu entkommen, um ihr eigenes Geld zu verdienen. Doch ihr neuer Arbeitgeber ist kein Unbekannter, denn es ist Mr. Fountain, ein berühmter Alchemist. Dieser arbeitet unter anderem als Oberster Zaubereiberater des königlichen Schatz- und Münzamtes. Er hat die Fähigkeit, unedles Metall wie Blei in Gold zu verwandeln. Das ganze Haus scheint verzaubert zu sein, bis auf die Küche, in der Mrs. Jones, die Köchin, das sagen hat. Rose hat zum Teil große Angst vor der Zauberei, wird jedoch auch magisch angezogen, indem sie z.B. als einzige unter den Arbeitern die Magie spürt. So hört sie unter anderem das Haus atmen. Aber auch der Hauskater Gustavus, den alle in der Küche meiden, gesellt sich zu ihr. Wie sich später herausstellt, besitzt Rose die Fähigkeit, mit Tieren zu reden, wenn diese es zulassen. Rose entdeckt immer mehr ihre Zauberkräfte, ob sie will oder nicht. Und sie ist nicht die Einzige, die diese Zauberkräfte entdeckt… Holly Webb hat mit „Rose und das Geheimnis des Alchemisten“ einen tollen Start einer neuen Buchreihe geschaffen. Besonders viel Mühe hat sich die Autorin bei den Charakteren gegeben. Vor allem Bill und Rose sind ihr wunderbar gelungen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Jedoch wird Bill immer mehr wie ein Bruder für Rose, da sie sich mit ihm verbunden fühlt, weil er aus dem Waisenhaus St. Bartholomew stammt. Rose ist für ihre gerade mal 10-11 Jahre sehr reif und hat ihren ganz eigenen Kopf. So will sie z.B. ihr erstes Geld, dass sie von Mrs. Jones erhalten hat, direkt an ein Straßenkind verschenken. Aber auch ihr Denken über Familie hat mich beeindruckt. Während andere Waisenkinder immer wieder davon träumen, von einem verschollenen Elternteil abgeholt zu werden, denkt sie lieber realistisch und ‚verschwendet‘ so wenig Gedanken wie möglich über ihre Eltern. Interessant zu beobachten ist auch ihr Verhältnis zur Zauberei, dass sich immer mehr entwickelt. Die Geschichte ist toll geschrieben und liest sich flüssig. Dazu geizt die Autorin auch nicht mit kleinen Details. Bestes Beispiel ist hierbei, als Rose zum ersten Mal mit den anderen Angestellten zur Kirche geht. Auch das historische London im 19. Jahrhundert wird super beschrieben. Jeder London-Fan wird an diesem Buch seine Freude haben. Auch die etwas größere Schrift ist für die Zielgruppe (9-11 Jahre) bestens ausgewählt. „Rose und das Geheimnis des Alchemisten“ ist jedoch nicht nur für die jüngeren Leser geeignet. Wunderschön sind auch die Verzierungen an jeden Kapitelanfang. Das Cover ist ebenfalls stimmig und überzeugt mit seinen tollen Farben. Die Kurzbeschreibung ist informativ und passt super zur Geschichte. Ich bin schon sehr auf den Folgeband gespannt und werde diesen mit Sicherheit lesen. Ein toller Lesespaß für jung und alt. Sehr empfehlenswert. |
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| Bewertung von Hedwig aus Norderstedt am 20.08.2010 | |
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Rose war als einjähriges Baby in einem Fischerkorb gefunden und in das Waisenhaus für Mädchen St. Bridget`s gebracht worden. Dort werden die Mädchen unter dem strengen Regiment von Mrs. Lockwood zu Haushaltshilfen erzogen, werden zwar mangels Geld nicht besonders gut verpflegt, müssen aber auch nicht Hungers leiden und haben ein super sauberes Heim. Sonntags findet ein gemeinsamer Kirchgang statt, ansonsten sind die Mädchen vom Leben draussen abgeschottet. Um die Langeweile erträglicher zu machen, erzählt Rose den anderen Mädchen oft Geschichten, die diese Mädchen gerne hören wollen: z.B. dass ihr Aufenthalt im Waisenhaus auf einem schrecklichen Irrtum beruht, bald die Eltern kommen werden, um sie wieder abzuholen und dergleichen. Besonders die kleine Maisie hört Roses Geschichten zu gerne und fühlt sich durch sie getröstet. Bis eines Tages beim Erzählen einer Geschichte für Maisie das dazu passende Bild auf der glänzenden Oberfläche einer Badewanne erscheint und wie ein Film Roses Erzählung begleitet. Maisie findet das faszinierend und hinterfragt gar nicht erst großartig, wie Rose das gemacht hat. Doch Rose selbst ist entsetzt. Sie möchte mit Zauberei und sonstigen merkwürdigen Dingen gar nichts zu tun haben. Ihr einziger, recht bodenständiger Traum besteht darin, als Dienstmädchen bei einer reichen Familie angestellt zu werden und durch ihre Arbeit ihr eigenes Geld zu verdienen. Und tatsächlich beginnt dieser Traum wahr zu werden, als eines Tages die Haushälterin, Mrs. Bridges, ein zweites Dienstmädchen für den Haushalt des Alchimisten Mr Fountain sucht und Rose dafür auswählt. Sie muss zwar ebenso viel arbeiten wie bisher, wird aber vollständig neu eingekleidet, bekommt festes Gehalt, ein eigenes kleines Zimmer und darf sogar mit Billy, einem Jungen, der auch aus einem dem Waisenhaus St. Bartholomew`s für Jungen in den Haushalt von Mr. Fountain kam, auch einige Besorgungen in der Stadt erledigen. Ein großer Sprung in Richtung Freiheit für Rose und der Grundstein für ihre bescheidenen Träume. Allerdings hat sie dabei übersehen, dass ihre eigenen Fähigkeiten zur Zauberei ihr dabei im Wege stehen könnten. Zunächst fällt ihr das gar nicht auf, sondern denkt, dass das Haus des Alchimisten seltsam sei, Treppen wackeln, Teppiche sich verschieben, Figuren, die eigentlich still und stumm stehen sollten, sich bewegen. Zumal alle anderen Bediensteten offenbar nichts Ungewöhnliches zu bemerken scheinen. Für die anderen im Haushalt von Mr. Fountain ist dieser ein Zauberer, der es durch seine Kunst, Gold herstellen zu können, bei Hofe zu Ruhm und Ehren gebracht hat und für den jeder halt arbeitet, so gut er kann. Aber die vermeintlichen Zufälle häufen sich. Rose lernt den Lehrling von Mr. Fountain Freddie und den Hauskater Gustavus kennen. Mit Letzterem kann sie sich erst gedanklich, dann richtig unterhalten, die ziemlich verzogene Tochter Isabella und deren entnervte Gouvernante und schließlich auch ihren Arbeitgeber selbst, der ebenfalls sofort bemerkt, dass sie magiebegabt ist. Auch als sie Freddie und Gustavus instinktiv aus einer drohenden Gefahr durch einen Nebelzauber, den Freddie leichtsinnigerweise heraufbeschworen hat und nun nicht mehr alleine kontrollieren kann, möchte sie am liebsten dem etwas eifersüchtig gewordenen Freddie glauben, dass das alles nur purer Zufall war. Er merkt nämlich, dass Rose ihm mit ihren Fähigkeiten haushoch überlegen ist. Dann jedoch verschwinden immer mehr Kinder aus der Gegend und Mr. Fountain bekommt gleichzeitig immer öfter Besuch von einer sehr seltsamen Dame. Die Sache spitzt sich zu, als Rose bei einem Besuch im Waisenhaus erfährt, dass Maisie, Roses beste Freundin aus dem Waisenhaus, angeblich von ihrer Mutter nach Hause geholt worden ist. Irgendetwas stimmt da ganz und gar nicht. |
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| Bewertung von BuchSaiten aus NRW am 18.08.2010 | |
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„Er ist Zauberer.“ Bill nickte ihr gewichtig zu und Rose machte ein ungläubiges Gesicht. Nahm er sie auf den Arm? Er sah nicht so aus, als wollte er sie aufziehen. Als er ihren zweifelnden Blick bemerkte, nickte er wieder. „Ehrlich. Ein Alchemist ist ein Zauberer, der aus dem Nichts Gold machen kann.“ Roses Miene verdüsterte sich. Jetzt wusste sie, dass er sie auf den Arm nahm. Sie beugte sich über ihre Teetasse und ignorierte ihn. (Seite 33) Um sich den Alltag im Waisenhaus halbwegs erträglich zu gestalten, ist Rose bei den anderen Kindern für ihre Geschichten bekannt. Sie erzählt so lebhaft, dass man glaubt die Bilder würden geradezu vor den Augen entstehen. Als eines Tages der glückliche Fall eintritt, dass Rose in einem Haushalt anfangen darf zu arbeiten, ist sie glücklich endlich auf eigenen Füßen zu stehen. Doch es gibt merkwürdige Dinge im Haus. Oder ist sie es die merkwürdig ist? Sowas kann Rose wirklich nicht gebrauchen, schließlich möchte sie doch den Herrschaften alles recht machen… Die Geschichte um das Waisenkind Rose, in dem mehr Talente schlummern, als sie sich selbst gern eingesteht, erinnert an eine Mischung aus Zauberlehrling Harry Potter und der kleinen Prinzessin Sarah, die sich ebenfalls durch Phantasie die triste Zeit erträglich machte. Trotz der Parallelen ist Rose eine Heldin wider Willen, die eigentlich nichts mehr möchte als ganz normal zu sein. Doch wie normal kann es schon zugehen, wenn man im Haushalt eines Alchemisten angestellt ist, der einen Nachfolger ausbildet und angeblich weiß wie man Gold herstellt. Außerdem wären da noch die Treppen, die Bilder und die Katze, die Rose täglich neue Rätsel aufgeben. Als Auftakt zu einer Reihe werden noch nicht alle Rätsel um Rose, ihre Herkunft und ihre Fähigkeiten geklärt, aber das erste Abenteuer, in dem es um die Befreiung der vielen verschwundenen Kinder der Stadt geht, kommt zu einem vorläufigen Schluss. Lust auf mehr von Rose hat man danach in jedem Fall trotzdem noch. Vor allem weil besonders das Ende überrascht. Wie üblich in Jugendromanen sieht man schnell einen roten Faden während der Lektüre durch, so auch hier, doch Holly Webb schaffte es, auch an spannenden Stellen noch einmal komplett in eine andere Richtung zu schwenken. Nach der Lektüre insbesondere des Schlusses würde ich es Kindern unter 10 übrigens nur noch bedingt empfehlen. Ich freue mich auf mehr von Rose! |
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