Robinson Crusoe / cbj Klassiker Bd.1 - Defoe, Daniel

Daniel Defoe 

Robinson Crusoe / cbj Klassiker Bd.1

Illustrator: Matthies, Don-Oliver / Übersetzer: Schönfeldt, Sybil
Broschiertes Buch
 
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Robinson Crusoe / cbj Klassiker Bd.1

Aus Abenteuerlust zieht es den jungen englischen Kaufmannssohn Robinson Crusoe hinaus auf die Weltmeere. Als das Schiff in heftigem Sturm kentert, rettet sich Robinson als einziger Überlebender auf eine unbewohnte Insel. Mit einfachsten Mitteln baut er sich ein neues Leben auf. Viele Jahre lang lebt er völlig auf sich allein gestellt, bis er eines Tages einem jungen Eingeborenen das Leben rettet.

Ein Abenteuer kommt selten allein ... - Die schönsten Klassiker der Kinderliteratur jetzt bei Omnibus.

Aus Abenteuerlust zieht es den jungen englischen Kaufmannssohn Robinson Crusoe hinaus auf die Weltmeere. Als das Schiff in heftigem Sturm kentert, rettet sich Robinson als einziger Überlebender auf eine unbewohnte Insel. Mit einfachsten Mitteln baut er sich ein neues Leben auf. Viele Jahre lang lebt er völlig auf sich allein gestellt, bis er eines Tages einem jungen Eingeborenen das Leben rettet.

- In wunderschöner moderner Ausstattung
- Behutsam überarbeitet und gekürzt

"Diese Serie ist das ideale Geschenk: Auch Mama und Papa ertappen sich plötzlich beim Wiederentdecken..." Oberösterreichische Nachrichten


Produktinformation

  • Verlag: Omnibus Tb Bei Bertelsmann
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 268 S. m. Illustr. v. Don-Oliver Matthies.
  • Seitenzahl: 268
  • Omnibus Taschenbücher Bd.21868
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 182mm x 126mm x 28mm
  • Gewicht: 295g
  • ISBN-13: 9783570218686
  • ISBN-10: 3570218686
  • Best.Nr.: 22832400
Daniel Defoe, 1660-1731, wurde in London als Sohn eines Fleischers geboren. Defoe hatte ursprünglich puritanischer Geistlicher werden sollen, entschied sich dann aber für die kaufmännische Laufbahn, wo er allerdings bald scheiterte. Er versuchte sich in mehreren Berufen. Aus dem Wunsch heraus, die praktischen Lebensbedingungen seiner Landsleute zu verbessern, gab er nacheinander mehrere Zeitschriften heraus und verfasste zahlreiche zum Teil satirische Artikel. Ein heftiger Angriff gegen die religiöse Unduldsamkeit der anglikanischen Kirche brachte ihn sogar an den Pranger, wo ihm das Volk jedoch begeistert zujubelte. Nach einem Gefängnisaufenthalt änderte er seinen ursprünglichen Namen (Daniel Foe) in Defoe. Er starb am 26.4.1731 in London.

Leseprobe zu "Robinson Crusoe / cbj Klassiker Bd.1" von Daniel Defoe

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Leseprobe zu "Robinson Crusoe / cbj Klassiker Bd.1" von Daniel Defoe

1. Kapitel Robinsons Abstammung und erste Ausfahrt Meine Familie stammt aus der Stadt York. Dort wurde ich 1632 geboren. Das war in der Zeit, als in Deutschland der dreißigjährige Bürgerkrieg zwischen den evangelischen und katholischen Fürsten schon 14 Jahre lang wütete. Eben war König Gustav Adolf von Schweden nach Deutschland gekommen, um von dem unter sich uneinigen Reich einen Fetzen für sich abzureißen. Ich erinnere mich, wie der Vater häufig von seinem unglücklichen Heimatlande erzählte; denn er war ein Deutscher und hieß Kreutzner. Er stammte aus Bremen, hatte sich in Hull als Kaufmann niedergelassen und war wohlhabend geworden. Im Alter gab er seinen Beruf auf und zog sich in die Heimatstadt meiner Mutter, nach York, zurück. Hier lebte die Verwandtschaft der Mutter, lauter ehrenwerte und vornehme Leute, die den Namen Robinson führten, und ich wurde Robinson Kreutzner genannt. Die Engländer aber sprechen Kreutzner wie "Crusoe" aus. So bin ich zu dem Namen Robinson Crusoe gekommen.

Von meinen zwei älteren Brüdern war der eine Oberstleutnant im Infanterieregiment des berühmten Oberst Lockhardt in Flandern. Er fiel in der Schlacht gegen die Spanier bei Dünkirchen. Der zweite Bruder ist in die Welt hinausgezogen. Ich habe ebenso wenig erfahren, wo er geblieben ist, als meine Eltern gewusst haben, wohin ich geraten war. Mein Vater befand sich schon in hohem Alter. Mich, als den dritten und jüngsten Sohn, hatte er gute Schulen besuchen lassen und sehr sorgfältig erzogen. Er wollte durchaus einen Rechtsgelehrten aus mir machen. Aber mir gefiel nichts in der ganzen Welt mehr als das Leben auf See. Mein Kopf war allezeit von allerhand in die Ferne schweifenden Gedanken angefüllt und alle Befehle meines Vaters und alle besorgten Reden meiner Mutter vermochten nicht, meine Neigungen zu ändern.

Mein Vater war ein ernster und kluger Mann. Er gab mir manchen überlegten und weisen Rat, um mich von meiner Abenteuerlust zu heilen. Als er einmal krank zu Bett lag - im Alter plagte ihn häufig die Gicht -, ließ er mich zu sich rufen und erteilte mir einen heftigen Verweis. Er wollte von mir wissen, welchen Sinn meine Wanderlust habe, warum ich mein Vaterhaus und das Land meiner Geburt verlassen wolle. Hier könne ich doch mein Auskommen finden und durch Arbeit und Fleiß mein Glück machen. Nur Leute in verzweifelten Umständen, so hielt er mir vor, wagten sich in die weite Welt hinaus. Er werde für mich sorgen und mir zu meinem Lebensberuf alle Wege ebnen. Wenn es mir nicht gut gehe in der Welt, so sei das nur mein eigener Fehler oder mein Schicksal; er habe keine Verantwortung dafür, nachdem er mich so nachdrücklich vor Unternehmungen gewarnt habe, die, wie er bestimmt wisse, mir zum Verderben gereichen müssten. Mit einem Wort, er wolle alles Mögliche für mich tun, wenn ich zu Hause bleiben und seiner Anweisung gemäß meine Existenz begründen wolle, aber er werde sich nicht dadurch zum Mitschuldigen an meinem Missgeschick machen, dass er mein Vorhaben, in die Fremde zu gehen, irgendwie unterstützen werde.

Schließlich hielt er mir das Beispiel meines älteren Bruders vor, den er mit denselben triftigen Gründen gewarnt habe, nicht in den niederländischen Krieg zu ziehen. Dennoch sei derselbe nicht zu überreden gewesen, von seinem Wunsch, in das Heer zu treten, abzustehen, und so sei er in jugendlichem Übermut seinem Verderben entgegengegangen und habe darum auf fremder Erde einen frühen Tod gefunden.

"Ich werde zwar", so endete mein Vater, "nicht aufhören, für dich zu beten, aber das sage ich dir im Voraus: Wenn du deine törichten Pläne verfolgst, wird dir Gott seinen Segen nicht dazugeben, und du wirst vielleicht einmal Muße genug dazu haben, darüber nachzudenken, dass du meinen Rat in den Wind geschlagen hast, wenn niemand mehr da sein dürfte, der dir helfen könnte."

Bei dem letzten Teil unseres Zwiegespräches, der, wie mein Vater wohl selbst kaum ahnte, wahrhaft prophetisch war, strömten ihm die Tränen über die Wangen, besonders als er meinen gefallenen Bruder erwähnte, und als er von der Zeit sprach, in welcher die Reue zu spät kommen dürfte und niemand da sein werde, um mir beizustehen, geriet er gar in solche Bewegung, dass er nicht weiterreden konnte.

Ich war durch seine Worte tief ergriffen, und daher nahm ich mir vor, nicht mehr an ein Fortgehen zu denken, sondern mich, den Wünschen meines Vaters gemäß, zu Hause niederzulassen.

Aber ach! Schon nach wenigen Tagen waren diese guten Vorsätze vergessen, und um dem eindringlichen Zureden meines Vaters zu entgehen, beschloss ich einige Wochen später, mich heimlich davonzumachen. Jedoch führte ich meine Absicht nicht in der Hitze des ersten Entschlusses aus, sondern nahm eines Tages meine Mutter, als sie ungewöhnlich guter Laune schien, beiseite und erklärte ihr, dass meine Leidenschaft, die Welt zu sehen, unüberwindlich sei, dass sie mich zu allem andern, was es auch sei, untauglich mache und dass mein Vater besser daran täte, mir seine Zustimmung zu geben, als mich zu zwingen, ohne sie zu gehen. Ich sei nun achtzehn Jahre, und ich bat sie, bei dem Vater ein gutes Wort einzulegen, dass er mich eine Seereise zum Versuch machen lasse. Käme ich dann wieder und die Sache hätte mir nicht gefallen, so wollte ich nie mehr fort und verspräche, dann durch doppelten Fleiß und Eifer die verlorene Zeit wieder einzubringen. Diese Mitteilung versetzte meine Mutter in große Aufregung. Sie meinte, es sei ganz vergebens, mit meinem Vater über so etwas zu reden; der wisse zu gut, was zu meinem Besten diene, um mir seine Einwilligung zu so gefährlichen Unternehmungen zu geben. Sie wundere sich, fügte sie hinzu, dass ich nach der Unterredung mit meinem Vater und seinen liebevollen Ermahnungen noch an so etwas denken könne. Wenn ich mich absolut zugrunde richten wolle, so sei mir nicht zu helfen; aber darauf könnte ich mich verlassen, dass ich ihre Zustimmung dazu niemals erhalten werde; sie ihrerseits wolle keinen Teil an meinem Unglücke haben, und ich solle niemals sagen können, sie habe ihre Hand zu etwas geboten, was gegen den Willen meines Vaters sei.

Wie ich später erfuhr, hatte meine Mutter trotz ihrer Versicherung, dem Vater davon nichts mitteilen zu wollen, ihm dieses Gespräch doch von Anfang bis zu Ende erzählt. Er sei davon sehr betroffen gewesen und habe seufzend geäußert: "Der Junge könnte nun zu Hause sein Glück machen! Geht er aber in die Fremde, so wird er der unglücklichste Mensch von der Welt werden. Meine Zustimmung bekommt er nicht!"

Es dauerte noch beinahe ein volles Jahr, ehe ich meinen Vorsatz trotzdem ausführte; in dieser ganzen Zeit aber blieb ich taub gegen alle Vorschläge, einen Beruf anzufangen, und machte meinen Eltern häufig Vorwürfe, dass sie sich meinen sehnlichsten Wünschen so entschieden widersetzten.

Eines Tages war ich in Hull, wohin ich, zufällig und ohne Fluchtgedanken zu hegen, gekommen war. Dort traf ich einen Kameraden, der im Begriff stand, mit dem Schiff seines Vaters nach London zu fahren. Er drang in mich, ihn zu begleiten, indem er mich damit verlockte, dass er mir freie Fahrt anbot.

So geschah es, dass ich, ohne Vater und Mutter um Rat zu fragen, ja ohne ihnen auch nur ein Wort zukommen zu lassen und es dem Zufall überlassend, ob sie etwas von mir hören würden, ohne Gottes und der Eltern Segen und ohne Rücksicht auf die Umstände und Folgen meiner Handlung, in einer unglückseligen Stunde am 1. September 1651 an Bord des nach London bestimmten Schiffes ging.

Niemals hat das Unglück eines jungen Wagehalses kürzere Zeit auf sich warten lassen und länger gewährt als das meinige. Kaum war das Schiff aus dem Humberfluss heraus, als ein heftiger Sturm aufkam und das Meer grausam zu toben begann. Weil ich zuvor niemals auf See gewesen war, wurde ich augenblicklich seekrank und war von entsetzlicher Angst erfüllt.

Der Sturm nahm zu, immer höher wälzten sich die Wellen heran, ich glaubte, jede heranrollende Welle suche mich brüllend zu verschlingen. Sooft das Schiff in ein Wellental niedersank, fürchtete ich, es könnte sich nicht mehr aufrichten. In meiner Herzensangst gelobte ich, geradewegs nach Hause zu reisen und mein Lebtag auf kein Schiff mehr zu gehen, wenn mich Gott auf dieser ersten Reise am Leben ließe und ich meinen Fuß wieder aufs trockene Land setzen könne.

Diese weisen und vernünftigen Gedanken hielten an, solange der Sturm dauerte und sogar noch ein wenig länger; aber am nächsten Tage legte sich der Wind, die See ging ruhiger, und ich fing an, die Sache mehr gewohnt zu werden. Doch blieb ich den ganzen Tag still und ernst und litt auch noch etwas unter der Seekrankheit. Aber am späten Nachmittage klärte sich das Wetter auf, der Wind legte sich, und es folgte ein angenehmer Abend. Die Sonne ging leuchtend unter und am anderen Morgen ebenso schön auf, und da wir wenig oder gar keinen Wind hatten und eine glatte, von der Sonne übergossene See, so erschien mir dieser Anblick so herrlich wie nie zuvor.

Ich hatte diese Nacht gut geschlafen, und frei von Seekrankheit, in bester Laune, betrachtete ich voll Bewunderung das Meer, das gestern so wild und fürchterlich gewesen und nur kurze Zeit darauf so friedlich und anmutig vor uns dalag. Und gerade jetzt, damit meine guten Vorsätze ja nicht standhalten sollten, trat mein Kamerad, der mich verführt hatte, zu mir.

"Nun, Bob", sagte er, indem er mir auf die Schulter klopfte, "wie ist dir's lieber? Ich wette, du hast dich gefürchtet gestern, bei der Hand voll Wind, die wir hatten, was?"

"Eine Hand voll Wind nennst du das?", rief ich. "Es war ein schrecklicher Sturm!"

"Ein Sturm?", erwiderte er. "Oh du Narr, hältst du das für einen Sturm? Das war ja gar nichts. Gib uns ein gutes Schiff auf offener See, so kümmern wir uns keinen Deut um eine so elende Brise; aber du bist eben nur ein Süßwassermatrose, Bob. Komm, wir wollen einen Topf Punsch brauen, und die Sache wird bald vergessen sein, sieh nur, welch herrliches Wetter wir haben."

Um es kurz zu machen: Wir folgten dem Seemannsbrauch; der Punsch wurde gebraut, und ich wurde damit halb betrunken gemacht, und in dem Leichtsinn dieser einen Nacht ertränkte ich alle meine Reue, alle meine Gedanken über die Vergangenheit und alle meine guten Vorsätze für die Zukunft. So wie die See, als der Sturm sich gelegt, wieder ihre glatte Oberfläche und friedliche Stille angenommen hatte, so war auch der Aufruhr in meinem Innern vorüber. Meine Befürchtungen, von den Wogen verschlungen zu werden, hatte ich vergessen, meine alten Wünsche kehrten zurück, und die Gelübde und Versprechungen, die ich in meinem Innern getan, kamen mir vollständig aus dem Sinn. Ab und zu stellten sich allerdings wieder einige Bedenken bei mir ein, und ernste Gedanken versuchten, in meine Seele einzudringen; allein ich schüttelte sie ab und suchte mich von ihnen, wie von einer Krankheit, loszumachen, und indem ich mich ans Trinken und lustige Gesellschaft hielt, wurde ich bald Herr über diese "Anfälle", wie ich sie zu nennen beliebte, und ich hatte in fünf oder sechs Tagen einen so vollständigen Sieg über mein Gewissen errungen, als es ein junger Mensch, der entschlossen ist, sich nicht davon beunruhigen zu lassen, nur tun kann.

Aber ich sollte noch eine neue Probe bestehen! Die Vorsehung hatte, wie es in solchen Fällen gewöhnlich zu sein pflegt, beschlossen, mich vollständig ohne irgendeine Entschuldigung zu lassen. Denn wenn ich dieses erste Mal nicht für eine Erlösung ansehen wollte, so war die nächste Gelegenheit so beschaffen, dass der gottloseste und verhärtetste Bösewicht sowohl die Größe der Gefahr als auch die der göttlichen Barmherzigkeit dabei hätte anerkennen müssen.

Am sechsten Tage unserer Schifffahrt erreichten wir die Reede von Yarmouth, weil wir durch Gegenwinde und durch stille See seit dem letzten Sturm aufgehalten worden waren. Wir mussten auf der Reede ankern, da uns ein steifer Südwest immer noch entgegenstand. Wir lagen dort sieben oder acht Tage wie viele andere Schiffe von Newcastle her auf eben dieser Reede vor Anker, welche den gemeinsamen Hafen für alle die Schiffe abgab, die guten Wind abwarteten, um die Themse aufwärts zu fahren.

Wir wären vor Yarmouth nicht so lange liegen geblieben, wenn der Wind nicht stark zugenommen hätte. Am vierten oder fünften Tage stand er uns sehr scharf entgegen. Die Reede gilt als guter Hafen, hat einen bequemen Ankergrund und unsere Ankertaue waren stark. Unsere Leute machten also von dem bisschen Wind nicht viel Wesens und brachten ihre Zeit mit Schlafen und Fröhlichkeit zu. Allein am Morgen des achten Tages schwoll der Wind zum Sturm an. Wir hatten alle Mühe, die Topsegel einzuziehen und alles dicht und festzumachen, dass das Schiff so ruhig wie möglich vor Anker liegen konnte. Um Mittag ging die See sehr hoch. Große Wellen schlugen über das Deck, und ein- oder zweimal meinten wir, der Anker sei losgerissen, worauf unser Kapitän sogleich den Notanker loszumachen befahl, sodass wir nun von zwei Ankern gehalten wurden.

Unterdessen erhob sich ein wahrhaft fürchterlicher Sturm und jetzt sah ich zum ersten Mal Angst und Bestürzung auch in den Mienen unserer Seeleute. Ich hörte den Kapitän leise vor sich hin sagen: "Gott sei uns gnädig! Wir sind alle verloren! Wir werden alle umkommen!"

Während der ersten Verwirrung lag ich ganz still in meiner Koje, die sich im Zwischendeck befand, und war in einer unbeschreiblichen Stimmung. Es war mir nicht möglich, die vorigen reuigen Gedanken, die ich so offenbar von mir gestoßen hatte, wieder aufzunehmen. Ich hatte geglaubt, die Todesgefahr überstanden zu haben, und gemeint, es würde jetzt nicht so schlimm werden wie das erste Mal. Jedoch als der Kapitän in meine Nähe kam und die erwähnten Worte sprach, erschrak ich zu Tode. Ich stand auf, ging aus meiner Kajüte und sah mich um; aber ich hatte noch niemals einen so furchterregenden Anblick erlebt. Die Wellen gingen bergehoch und begruben uns alle drei bis vier Minuten. Ich sah nichts als Jammer und Not ringsumher. Zwei Schiffe, die in unsrer Nähe vor Anker lagen, hatten, weil sie zu schwer beladen waren, ihre Mastbäume kappen müssen, und unsere Leute riefen einander zu, dass ein Schiff, welches etwa eine Meile vor uns vor Anker lag, gesunken sei. Zwei andere Schiffe, deren Ankertaue gerissen waren, waren von der Reede auf die See getrieben und, aller Masten beraubt, dem Untergange preisgegeben. Die leichten Fahrzeuge waren am besten daran, da sie der See nicht so viel Widerstand entgegensetzen konnten, aber zwei oder drei von ihnen trieben auch ab und wurden vom Winde, dem sie nur den Klüver boten, hin und her gejagt.

Gegen Abend fragten der Steuermann und der Bootsmann den Kapitän, ob sie nicht den Fockmast kappen dürften. Er wollte anfangs nicht daran, aber als der Bootsmann ihm entgegenhielt, dass andernfalls das Schiff sinken würde, willigte er ein. Als man den vorderen Mast beseitigt hatte, stand der Hauptmast so lose und erschütterte das Schiff dermaßen, dass die Mannschaft genötigt war, auch ihn zu kappen und das Deck zu räumen.

Jedermann kann sich leicht denken, in welchem Zustand ich mich bei alledem befand; ich, der ich ein Neuling zur See war und erst so kurz vorher eine solche Angst ausgestanden hatte. Doch wenn ich die Gedanken, die ich damals hatte, jetzt noch richtig anzugeben vermag, so war mein Gemüt zehnmal mehr in Trauer darüber, dass ich meine früheren Absichten aufgegeben und wieder zu den vorher gefassten Plänen zurückgekehrt war, als über den Gedanken an den Tod selbst. Diese Gefühle im Verein mit dem Schrecken vor dem Sturm versetzten mich in einen solchen Gemütszustand, dass ich ihn nicht mit Worten beschreiben kann. Das Schlimmste aber war noch nicht gekommen.

Der Sturm wütete dermaßen fort, dass selbst die Seeleute zugaben, niemals einen schlimmeren erlebt zu haben.

Wir hatten zwar ein gutes Schiff, allein es war zu schwer beladen und schwankte so stark, dass die Matrosen wiederholt riefen, es werde kentern. In gewisser Hinsicht war es gut für mich, dass ich die Bedeutung dieses Wortes nicht in seinem vollen Umfang kannte, bis ich später danach fragte.

Mittlerweile wurde der Sturm so heftig, dass ich sah, was man nicht oft zu sehen bekommt: nämlich wieder Kapitän, der Bootsmann und etliche andere zum Gebet ihre Zuflucht nahmen.

In der Mitte der Nacht kam ein Matrose aus dem Schiffsraum heraufgestiegen und schrie überlaut, wir hätten ein Leck bekommen! Ein anderer rief dazwischen, im Raum stehe schon vier Fuß tief Wasser! Sofort erscholl der Ruf: "An die Pumpen!" Bei diesem Wort erstarrte mir das Herz im Leibe. Die Bootsleute schrien mir zu, wenn ich auch sonst zu nichts zu gebrauchen wäre, so könne ich doch wie jeder andere wohl pumpen. Da raffte ich mich auf, eilte zur Pumpe und fing an zu arbeiten.

Inzwischen hatte der Kapitän bemerkt, dass einige leicht beladene Kohlenschiffe, weil sie den Sturm vor Anker nicht auszuhalten vermochten, in die freie See stachen und sich uns näherten. Daher befahl er, ein Geschütz abzufeuern und dadurch ein Notsignal zu geben. Ich, der nicht wusste, was das zu bedeuten hatte, war so erschrocken, dass ich glaubte, das Schiff sei aus den Fugen gegangen oder irgendetwas Schreckliches sei vorgefallen. Mit einem Wort, ich fiel in Ohnmacht. Weil aber jeder nur an Erhaltung seines eigenen Lebens dachte, bekümmerte sich niemand um mich und darum, was aus mir würde. Ein anderer nahm meine Stelle an der Pumpe ein, stieß mich mit dem Fuße beiseite und ließ mich für tot liegen, bis ich nach geraumer Zeit wieder zu mir kam.

Wir arbeiteten unermüdlich weiter, aber das Wasser stieg im Schiffsraum immer höher, und das Schiff begann, augenscheinlich zu sinken. Zwar legte sich der Sturm jetzt ein wenig, allein unmöglich konnte unser Fahrzeug sich so lange über Wasser halten, bis wir einen Hafen erreichten. Deshalb ließ der Kapitän fortwährend Notschüsse abfeuern.Ein leichtes Schiff, das vor uns hergetrieben war, wagte es, uns ein Boot zur Hilfe zu senden. Der Nachen wurde hin und her geschleudert, kam mit größter Gefahr in unsere Nähe, allein es war unmöglich, beim Schiff anzulegen. Endlich vermochten unsere Leute, den Rettern ein Tau zuzuwerfen. Daran zogen sie sich bis unter das Heck unseres Schiffes und wir konnten uns sämtlich in das Boot hinunterlassen. Wir durften jedoch nicht daran denken, ihr eigenes Schiff zu erreichen, ließen das Boot treiben und steuerten so viel wie nur möglich dem Ufer zu. Unser Kapitän versprach ihnen, er wolle das Boot bezahlen, falls es beim Landen in Stücke ginge. Endlich kam das Boot durch Treiben und hartes Rudern ans Ufer und stieß nahe Winterton-Ness an Land.

Kundenbewertungen zu "Robinson Crusoe / cbj Klassiker Bd.1" von "Daniel Defoe"

9 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.7 von 5 Sterne bei 9 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Gelli aus Jessen am 23.05.2011 ***** sehr gut
In einer stürmischen Nacht zog Robinson übers Meer. Sein Schiff geriet in eine riesige Welle, er konnte sich auf eine Insel retten, aber seine Kameraden nicht. Er suchte sich die Nacht über einen Baum, wo er vor wilden Tieren und dem Sturm erstmal sicher war. Den nächsten Tag suchte er nach Überlebenden, auf seinen Weg fand er eine Steinhöhle, die er bezog. Das Wrack seines Schiffes hing an einer Sandbank fest, bevor die Flut wiederkam,nahm er alles, was er finden und gebrauchen konnte, mit. Wird Robinson gerettet oder wird er einsam auf der Insel enden?
Das müsst ihr allein herausfinden.
Ich fand das Buch echt Klasse. Es ist spannend und genau meine Buchrichtung , aber ich hätte mir gewünscht, dass das Ende genauer beschrieben wird.

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Bewertung von Rike_88 aus Jessen am 06.05.2011 ***** ausgezeichnet
In diesem Buch ist Robinson Crusoe der unangefochtene Held, der als junger Mann seinen eigenen Willen durchsetzt und nicht den seines Vaters -und auch noch ohne seinen Eltern überhaupt Bescheid zu geben und einfach so zur See zur fahren, ohne zu wissen ob man jemals wiederkehren wird?- schon das allein deutet auf einen eigenwilligen, vielleicht ein bisschen sturköpfigen, aber auch mutigen Mann hin, der es eigentlich nicht verdient hätte so jung zu sterben... und so wird es dann auch: Robinson Crusoe geht als junger Mann ohne ein Wort zu seinen Verwandten auf ein Schiff, das in die weite Welt fahren soll. Doch ein starker Sturm tötet alle Insassen des Schiffes - bis auf Robinson. Der kann sich auf eine einsame Insel retten und ist dort ganz auf sich selbst gestellt- zuerst kann er noch einige wichtige Sachen von seinem Schiffswrack retten, doch dann geht auch dies unter- das letzte bisschen vertraute Heimat. Von jetzt an beginnt für Robinson ein neues Leben: alles was er haben möchte: Egal ob Tisch, Stuhl oder auch bloß ein paar Gefäße- alles mühsame Handarbeit, die auch Robinson erst nach und nach erlernt. Sehnsüchtig wartet er in den ersten Jahren auf eine Rettung, doch vergeblich- wer sollte ihn auf einer komplett menschenleeren Insel auch retten? Doch plötzlich entdeckt Robinson eine einzige Fußspur- und hegt plötzlich ganz neue Hoffnungen... bis sich herausstellt, dass Kannibalen die Insel ab und zu als "Essplatz" benutzen... und Robinson todesmutig einen schwarzen Gefangenen rettet: Freitag. Die Jahre mit Freitag werden seine besten Jahre auf der Insel, bis eines Tages- genaugenommen nach fast 27 Jahren- ein englisches Schiff auftaucht. Jedoch wurde der Kapitän von Meuterern überwältigt und soll nun auf der Insel ausgesetzt werden. Er schließt sich jedoch mit Robinson und Freitag zusammen. Wird es ihnen gelingen, das Schiff wieder unter Kontrolle zu bringen?
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es eine Geschichte mit einem wahren Kern ist, denn der "echte" Robinson Crueso ist wahrscheinlich Alexander Selkirk gewesen, oder hat jedenfalls Daniel Defoe ihn als Modell für seine spannende Geschichte genommen. Ich finde es faszinierend, wie Robinson es schafft, abgeschieden vom Rest der Welt, sein Leben weiterzuführen, ohne verrückt zu werden... denn 27 Jahre lang auf einer einsamen Insel gefangen zu sein, das stelle ich mir nicht so wirklich lustig vor... Aber es ist trotzdem ein tolles Buch, auch wenn es bestimmt nicht jedermanns Sache ist, denn es ist zum Teil etwas zu detalliert beschrieben, finde ich. Aber trotzdem- für alle die wissen wollen wie man zum Überlebenskünstler wird ein perfektes Handbuch :-)

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Bewertung von Cartman aus Castrop-Rauxel am 29.10.2010 ***** ausgezeichnet
In diesem Buch geht es um einen Kaufmannssohn der auf Reise Mit dem Schiff war.Während der Reise ist das Schiff verunglückt. Aber Robinson Crusoe ist es gelungen zu überleben .Auf einer einsamen Insel hat er 28 Jahre verbracht.
Ich würde das Buch empfehlen,weil es leicht zu lesen und die Geschichte sehr spannend ist.

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Bewertung von Jasper Kira aus Mainz am 25.08.2010 ***** ausgezeichnet
Robinson Crouse
Ein junger Gantelman namens Robinson Crouse zog schon in jungen Jahren bei seiner Familie aus um andere Länder zu befahren. Oft wüteten Stürme auf See, und nach einigen kam es zum Schiffsbruch. Robinson war der einzige überlebende und fand sich am nächsten Morgen an einem Strand wieder. Vor ihm eine unbewohnte Insel und hinter ihm ein Wrag mit meilenweitem Wasser. Er versuchte auf der Insel zu leben, und besaß schon bald seine eigene Landwirtschafft. Auch schon bald bekam er einen Freund den er aus den Fingern der Menschenfresser befreite. Weildies an einem Freitag geschah nannte Robinson ihn Freitag. Zusammen lebten sie noch viele Jahre zusammen auf der Insel. Und schon bald nahrte die Rettung.
Ich finde das Buch so gut, weil ich es faszienierend finde wie man auf so einer Insel viel Jahre überleben kann. Ich empfehle es Kindern und älteren ab 8 Jahren.

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Bewertung von G5c_Lize aus Sigmaringen am 05.07.2010 ***** ausgezeichnet
In dem Buch handelt es sich um einen Mann namens Robinson Crusoe, der eigentlich ein Rechtsanwalt werden sollte. Aber er wiedersetzte sich seinem Vater, denn er wollte auf hohe See. Das Ereignis wird von den Jahren ab 1632 in der Stadt York beginnend, geschildert. Auf der Schiffsreise an einem stürmischen Tag. fährt das Schiff gegen einen Felsen und geht unter. Robinson überlebt als einziger, da er als einziger von allen schwimmen kann. Er rettet sich auf eine Insel. Dort verbringt er viele Jahre. Er lernt wie man überlebt, Pflanzen anbaut, Tiere hält und sich zu schützen. Es gibt sogar Kanibalen, bei den er einen Mann rettet, den er Freitag nennt. Er bringt ihm alles bei. Sie werden Freunde. Nach sehr sehr vielen Jahren der Einsamkeit auf der Insel wird er gerettet.
Mir hat das Buch gefallen, weil Robinson auf der Insel immer richtig gedacht hat, so hat er zum Beispiel als er zum Schiffswrack geschwommen ist, einige Golddublonen entdeckt. Er nahm sie aber nicht mit, weil er dachte, dass er für immer auf der Insel gefangen sei und sie nie brauchen werde. Für Ihn war das Gold unwichtig er nahm lieber Nägel und Decken mit. Ich empfehle das Buch weiter, da es sehr spannend war.

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Bewertung von leseratte aus Hamburg am 15.05.2010 ***** gut
In "Robinson Crusoe" geht es um einen Engländer, der vor langer Zeit auf einer Handelsreise bei einem Schiffsunglück ins Meer gespült wird und sich als einziger Überlebender auf eine Insel retten kann. Nachdem er sich eine Unterkunft gesucht und das Nötigste vom Schiff gerettet hat, beginnt er, die Insel zu erkunden. Er findet Hinweise, dass ab und zu Kannibalen auf die Insel kommen und rettet eines von deren Opfern, einen Mann, den er Freitag nennt. Wird es Robinson und Freitag gelingen, auf der Insel zu überleben und werden sie einen Weg finden, um die Insel zu verlassen?
"Robinson Crusoe" ist ein gutes Buch. Es hat leider zwischendurch Längen, finde ich, in denen nicht wirklich etwas passiert und das Leben Robinsons auf der Insel in allen Einzelheiten beschrieben wird. Auch seine Gedanken sind manchmal sehr ausführlich dargestellt. Ich würde es allen ab 10 Jahren empfehlen, die Abenteuergeschichten mögen und über ein paar Längen hinwegsehen bzw. -lesen können.

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Bewertung von celli aus Augsburg am 09.05.2010 ***** ausgezeichnet
Ein kleiner Junge namens Robinson Crusoe der unbedingt Schiffsmann werden wollte. Als er es endlich geschafft hatte mit auf hoher See zu fahren kam ein heftiger Sturm... sie landeten auf einer einsamen Insel.
das Buch gefallt mir sehr gut, weil es sehr Abenteuerlich ist. Es ist sehr spannend, es passieren viele interessante Abenteuer und darum gefällt mir das Buch so gut.

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Bewertung von Johannes aus Saarbrücken am 08.05.2010 ***** ausgezeichnet
Der Engländer Robinson Crusoe fährt aus Abenteuerlust nach Brasilien. Dort baut er Plantagen an. Das reicht ihm aber noch nicht. Er fährt noch einmal mit einem Schiff los. Robinson erleidet Schiffbruch und kann sich auf eine einsame Insel retten. Es gelingt ihm Material und Geräte zu bergen. Er baut sich ein Boot und eine Unterkunft. Robinson erkundet die Insel und beschafft sich Nahrung. Er bemerkt, dass die Insel manchmal von Eingeborenen aufgesucht wird, die dann Feste feiern. Die Eingeborenen sind Kannibalen. Deshalb baut er sich eine Festung. Später befreit Robinson einen jungen Eingeborenen von einem feindlichen Stamm. Robinson nennt ihn Freitag, weil er ihn Freitags gerettet hat. Mit Freitags Hilfe baut Robinson die Festung weiter aus. Robinson bringt ihm Lesen uns Schreiben bei. Nach mehreren Jahren legt ein Schiff vor der Insel an, weil Meuterer den Kapitän aussetzen wollen. Robinson hilft dem Kapitän das Schiff zurückzuerobern und fährt dann nach Brasilien zurück. Freitag begleitet ihn. Mit Robinson Hilfe siedeln sich Einwanderer auf der Insel an und gründen Kolonien. Bei einem Besuch Robinson Crusoes kommt es zu Auseinandersetzungen mit den Eingeborenen. Bei der großen Kannibalenschlacht stirbt Freitag und Robinson kehrt nach England zurück.
Mir hat gefallen , dass man erfährt wie man allein auf einer Insel überlebt, das Buch spannend geschrieben ist, aber auch witzige Situationen enthält und dass die Texte von Zeichnungen unterbrochen werden. Auch ein Klassiker der deutschen Literatur ist absolut lesenswert.

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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 14.03.2009 ***** ausgezeichnet
Wer kennt diesen Klassiker nicht und obwohl das Buch schon vor Jahrzehnten geschrieben wurde ist es bis heute aktuell

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