Im Schattenwald - Haig, Matt

Matt Haig 

Im Schattenwald

Ausgezeichnet mit dem Blue Peter Book of the Year 2009

Übersetzer: Krüger, Knut
Gebundenes Buch
 
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Im Schattenwald

Nach dem Tod der Eltern verschlägt es die Geschwister Samuel und Martha nach Norwegen zu ihrer etwas schrulligen Tante Eda. Martha und Samuel setzen sich über das Verbot hinweg, den "Schattenwald" zu betreten und plötzlich stecken sie mitten in einem gefährlichen und zauberhaften Abenteuer. Sie stellen sich den Trollen, Hexen und Huldren und sagen ihnen den Kampf an. Ab 10 Jahren.


Produktinformation

  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 268 S.
  • Seitenzahl: 268
  • Junge Bibliothek Fantasy Bd.9
  • Best.Nr. des Verlages: 588, 588/5739
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 139mm x 28mm
  • Gewicht: 522g
  • ISBN-13: 9783866157392
  • ISBN-10: 3866157398
  • Best.Nr.: 26847549
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.11.2009

Einladung zu vergifteter Suppe
Matt Haig: „Im Schattenwald”
Junge Bibliothek
Was wäre das Märchen ohne den Wald als Ort der Bedrohung? Hier trifft Rotkäppchen auf den Wolf, werden Hänsel und Gretel ausgesetzt. Hier hausen Räuber und Zauberer. Voller Schrecken ist auch Matt Haigs „Schattenwald”, in dem die Geschwister Martha und Samuel verlorengehen. Verborgene Falltüren öffnen sich über tiefen Gruben und freundlich aussehende Pixies laden den ahnungslosen Wanderer zu vergifteter Suppe ein. Die Schattenhexe verwandelt friedliche Waldbewohner in brutale, grauenerregende Kreaturen, indem sie ihre Schatten stiehlt. Für den, der diesen Wald betritt, gibt es keine Rückkehr. Das glauben zumindest die Einwohner des nahe gelegenen norwegischen Dorfes Flåm und meiden ihn. Eda Krogh, deren Mann vor zehn Jahren im Wald verschwunden ist, bildet da keine Ausnahme. Zu ihr, der Tante, kommen der 12-jährige Samuel und seine zwei Jahre jüngere Schwester Martha aus England, nachdem ihre Eltern bei einem Autounfall getötet worden sind. Die Kinder, die ebenfalls im Wagen waren, haben das Unglück körperlich ohne Verletzungen überstanden. Aber seit diesem Tag …

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"Der Brite Matt Haig legt sein erstes Kinderbuch vor, das drastische Komik und ironisch gebrochenen Witz einerseits und Spannung und Grauen andererseits sehr geschickt verbindet. Die klassisch-schräge Geschichte steht in bester englischer Fantasy-Tradition." (Süddeutsche Zeitung / Verena Hoenig)

"Der Schauspieler Hans Löw zieht einen so in den Bann, dass man gar nicht mehr aufhören mag, ihm zuzuhören. Die ganz schrecklichen Stellen liest er eher nüchtern vor, aber wenn es spannend wird, dann kann er einem so manche Gänsehaut über den Rücken jagen." (WDR 5, Lilipuz)

"Ein ungewöhnliches Abenteuer, dass euch garantiert in seinen Bann ziehen wird!"
Matt Haig wurde 1975 in Sheffield geboren und wuchs in Nottinghamshire auf. Er ist Autor mehrerer Jugendbücher und Bücher für Erwachsene. Er lebt heute in Yorkshire.

Leseprobe zu "Im Schattenwald" von Matt Haig

Auf dem Weg zur großen Überraschung

Die Baumstämme, die auf der Ladefläche des Schwertransporters lagen, waren zu einer Pyramide gestapelt und mit drei grauen Riemen befestigt, deren Beschaffenheit Samuel Blink nicht genau erkennen konnte. Einer der Riemen hatte sich gelockert, sodass die Baumstämme vibrierten, als wollten sie jeden Moment zurück in den Wald fliehen.
Der Schwertransporter überholte das Auto mit unerhörter Geschwindigkeit.
»Hast du so was schon mal erlebt?«, fragte Samuels Vater Peter. »So ein Raser!«
Samuels Vater hielt alle Fahrer außer sich selbst für Raser und LKW-Fahrer für die größten Raser von allen.
»Na großartig!«, seufzte er, als das riesige Fahrzeug vor ihm abbremste. »Wenn's so weitergeht, sind wir morgen noch unterwegs!«
Der Holztransporter fuhr direkt vor ihm und nahm beide Fahrbahnen in Beschlag, sodass die weißen Mittelstriche wie Laser unter ihm hervorschossen.
»Wir habe jede Menge Zeit«, entgegnete Samuels Mum, die auf den Namen Liv hörte. Immer wenn sein Dad in Rage geriet, war sie die Ruhe selbst.
Samuel wusste zwar nicht, wo sie hinwollten, doch er wusste genau, dass er das Singen seiner Schwester nicht länger ertragen konnte. Wobei Singen die falsche Bezeichnung war.
Es hörte sich eher so an, als würde jemand eine Katze würgen.
»Mum, kannst du Martha nicht sagen, sie soll endlich mit diesem grauenhaften Gekreische aufhören?«
»Wieso Gekreische?«, fragte seine Mutter. »Also ich finde, sie singt wunderschön.«
Eine waschechte Lüge. Eine der Millionen von Elternlügen, die Samuel während seines zwölfjährigen Erdendaseins bereits kennengelernt hatte. Doch er wusste, dass er heute keine Unterstützung erwarten konnte. Denn schließlich hatte Martha Geburtstag - was nicht zuletzt an den beiden Stickern auf ihrer Jacke - »Ich bin io« und »Mein io. Geburtstag« - zu erkennen war.
Sie sang noch lauter. Samuels Kopf vibrierte wie die Baumstämme auf der Ladefläche, als er ihn gegen die Scheibe lehnte und den verschwommenen Grasstreifen betrachtete, der an ihm vorüberzog.
»Dad!«, appellierte er an das stellvertretende Oberhaupt der Familie. »Sag du doch was!«
Doch sein Vater reagierte nicht. Er war viel zu beschäftigt damit, sich über den Holztransporter vor ihm aufzuregen.
»Was soll das denn? Erst überholt der mich und dann tritt er auf die Bremse.«
Martha drehte sich in ihrem Sicherheitsgurt und schmetterte direkt in Samuels Ohr:
I?m your baby girl,
And you could be my world...
Uääh ... Samuel wurde übel. Er hasste es, dass seine Schwester immer in den unpassendsten Momenten sang - vor allem wenn er müde war. Er hatte letzte Nacht nur zwei Stunden geschlafen, weil ihn mal wieder sein üblicher Albtraum gequält hatte. Der Albtraum handelte stets von sonderbaren Monstern mit Schwänzen und grauer Haut und Augen, die nie zwinkerten. In Schweiß gebadet, war er aufgewacht und hatte danach keinen Schlaf mehr finden können.
Man müsste Mörder dazu verurteilen, dir zuzuhören«, sagte er zu Martha.
»Halt die Klappe, du bist doch bloß neidisch!«
Dann trällerte sie wieder ihre dämlichen Girlie-Lovesongs. Er wusste, dass sie den ganzen Tag singen würde, weil sie das sowieso jeden Tag machte. Als wäre ihr ganzes Leben ein einziges langes Lied. Als wäre sie Bestandteil einer dieser bescheuerten Musik-Shows, die sie immer im Fernsehen anschaute.
Samuel starrte wieder aus dem Fenster und betete, dass Martha still sein würde. Still wie ein Baumstamm.
Selbst wenn sie irgendwas sagte, machte sie ein Lied daraus. Dann tanzte ihre Stimme auf und ab und verwandelte jedes Wort in eine andere Note.
Anstatt also zu fragen: »Wo fahren wir eigentlich hin?«, sang sie:
Wo fahren wir eigentlich hin?«
Worauf ihre Mutter antwortete: »Du willst dir doch die Überraschung nicht verderben, oder?« »Nein«, sang Martha.
»Wirst es schon bald sehen«, fügte ihre Mutter hinzu. »Aber nicht, wenn wir weiter hinter diesem Monstrum herzuckeln«, sagte ihr Dad und meinte den Holztransporter. Samuel fragte sich, worin die große Überraschung bestand.
Er hoffte auf einen Ausflug zu einem Freizeitpark, wie sie ihn an seinem letzten Geburtstag unternommen hatten. In der Achterbahn würde Martha das Singen schon vergehen, jedenfalls vorübergehend. Sein Vater und er waren mit dem »Katapult« gefahren, dessen Geschwindigkeit für eine absolute Gesichtsstarre sorgte. Samuel hatte jede Sekunde der rasenden Fahrt genossen, und sein Vater hatte dasselbe behauptet, bis er plötzlich auf die Toilette lief und sein Mittagessen erbrach. (Elternlüge Nr. 910.682)
Doch Samuel argwöhnte, dass die Überraschung etwas viel Langweiligeres als ein Freizeitpark sein würde. Er dachte an all den Schwachsinn, für den Martha sich interessierte:
Pferdereiten ...
sich frisieren...
ihr Geld für Schrottmusik aus dem Fenster werfen... Schrottmusik hören... Schrottmusik singen .
Angesichts ihrer Interessen beschränkte sich die Tagesgestaltung also auf folgende Möglichkeiten: Entweder sie würden auf einem Gaul herumtrotten, oder er müsste mit ansehen, wie seine Schwester sich von einem todschicken Friseur die Haare schneiden ließ, oder sie würden - schlimmstenfalls! - eine Musik-Show besuchen. Vielleicht sogar eine Musik-Show über einen Friseur, der zum Springreiter wurde und sein Pferd besang.
Samuel schmunzelte über die Schreckensvision, die er sich da zusammenfantasiert hatte.
Tuuuuuut!
Sein Tagtraum von singenden Springreitern endete abrupt, als sein Vater die Hupe betätigte.
»Das darf doch wohl nicht wahr sein!«, schimpfte er und blinkte.
»Peter, was machst du da?«, fragte die Mutter. »Ich biege ab oder willst du etwa den ganzen Tag hinter diesem Schwertransporter bleiben? Und hast du gesehen, wie sie die Stämme befestigt haben? Würde mich nicht wundern, wenn da noch ein Unfall passiert.«
»Aber wir kennen uns in dieser Gegend doch gar nicht aus.«
»Im Handschuhfach ist eine Karte.« Oh, oh.
Samuel und Martha wussten, was das bedeutete. Sie wussten, dass sich ihre Eltern für geraume Zeit massiv in die Haare kriegen würden, weil sie sich nie darüber einigen konnten, wo sie hätten abbiegen sollen.

Kundenbewertungen zu "Im Schattenwald" von "Matt Haig"

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 30.05.2007 ***** ausgezeichnet
Das Buch ist Spitze. Vorallem finde ich toll, wie mutig Martha und Samuel sind. Schade daß wir es nicht zusammen in der Klasse lesen. Teilweise war es so gruselig, daß ich mich gar nicht mehr getraut habe weiterzulesen, als die Schattenhexe mit im Spiel war. Bin schon gespannt ob es einen weiteren Band geben wird.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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